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Lange Sechser-Suche beendetDie Hoffnung des FC auf den alten Skhiri

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20.08.2026, xophax, Fussball 1.Bundesliga, 1.FC Koeln 1.FC Köln , Mediapark Köln. Ellyes Skhiri auf dem Weg zum Medizincheck in der Atos Mediapark Klinik in Köln . Köln *** August 20, 2026, xophax, Soccer 1. Bundesliga, 1. FC Köln, Mediapark Cologne: Ellyes Skhiri on his way to a physical at the Atos Mediapark Clinic in Cologne

Ellyes Skhiri am Donnerstag auf dem Weg zum Medizincheck in der Atos Mediapark Klinik in Köln

Rückkehrer soll den 1. FC Köln im Zentrum stabilisieren und führen. Weg frei für Transfer von Top-Talent Mikey Moore?

Als die Spieler des 1. FC Köln am Donnerstagnachmittag die Vorbereitung auf den Pflichtspielstart im Pokal beim Drittligisten Würzburger Kickers (Montag, 18 Uhr) wieder aufnahmen, standen ein Neuer und ein Umworbener auf dem Rasen am Geißbockheim. Ein Rückkehrer fehlte dagegen noch. Der Anfang der Woche verpflichtete Mittelstürmer Thijs Dallinga (26), der auf Leihbasis vom FC Bologna kam, mischte ebenso mit wie Said El Mala. Nach dem geplatzten Transfer zu Borussia Dortmund beschäftigt sich nun RB Leipzig mit einer Verpflichtung des Jungstars. Ein konkretes Angebot des Klubs aus Sachsen an den FC ist offenbar allerdings noch immer nicht eingegangen. Die Zeit bis zum Ende der Transferperiode am 1. September wird immer knapper und die Wahrscheinlichkeit für den Mega-Transfer im gleichen Maße geringer.

Der Rückkehrer, der am Geißbockheim kein Unbekannter ist, blieb noch außen vor. Denn fast zeitgleich absolvierte Ellyes Skhiri in der Kölner Mediapark-Klinik die obligatorische sportmedizinische Untersuchung. Mit dem 31-Jährigen hat der Bundesligist die langwierige und zähe Suche nach einem neuen Sechser beendet. Skhiri, dessen Transfer am Freitag vom Bundesligisten offiziell verkündet werden soll, schlenderte am Donnerstagnachmittag entspannt und mit einem Lächeln im Gesicht zur Untersuchung. Für ihn ist es eine Rückkehr in eine vertraute sportliche Heimat. Zwischen 2019 und 2023 absolvierte der Tunesier 118 Spiele für den FC und erzielte dabei 17 Tore.

1. FC Köln: Rückkehr von Ellyes Skhiri zog sich hin

Der defensive Mittelfeldspieler unterschreibt einen Vertrag beim FC bis 2028. Die Kölner zahlen dafür knapp zwei Millionen Euro Ablöse an Eintracht Frankfurt. Bei den Hessen war Skhiri zuletzt von Neu-Trainer Adi Hütter nach einer schwachen Bundesliga-Saison und einer enttäuschenden WM mit Tunesien aussortiert worden. In Köln hält man dagegen große Stücke auf ihn – sportlich wie menschlich. Skhiri soll als Führungsspieler vorangehen und helfen, eine neue Hierarchie in der Mannschaft zu entwickeln. Der FC hatte Skhiri im Sommer 2023 auf dem Zenit seines Wirkens in Köln ablösefrei in Richtung Frankfurt ziehen lassen müssen. Die hohen Erwartungen konnte der Tunesier bei der Eintracht allerdings nur selten erfüllen.

Ein Selbstläufer war die Rückkehr allerdings nicht. Frankfurt war ein Jahr vor dem Vertragsende bereit, Skhiri für eine vergleichsweise geringe Ablösesumme ziehen zu lassen. Doch der Spieler selbst ließ sich lange Zeit. Vor der Unterschrift unter den womöglich letzten großen Vertrag seiner Karriere wollte er genau abwägen. Zuletzt sollen sich der FC Sevilla, aber auch Klubs aus Florenz und Piräus sowie mehrere Vereine aus Saudi-Arabien mit ihm beschäftigt haben. Am hartnäckigsten blieb jedoch der 1. FC Köln. Zwischenzeitlich hieß es, der Transfer habe sich zerschlagen. Tatsächlich loteten sowohl der FC als auch Skhiri verschiedene Möglichkeiten aus, fanden am Ende aber wieder zusammen. Der entscheidende Punkt soll von Beginn an das Gehalt gewesen sein. Skhiri hatte sich offenbar ein Salär von mehr als zwei Millionen Euro gewünscht, soll nun jedoch knapp unterhalb dieser Grenze verdienen.

Er bringt eine unheimliche Qualität mit. Wir wissen, was wir an ihm hatten – und hoffentlich wieder haben werden. Wenn er zur alten Stärke zurückfindet, bekommen wir einen sehr kompletten Spieler.
FC-Profi Jan Thielmann über Ellyes Skhiri

Kölns Offensivspieler Jan Thielmann, der lange mit Skhiri zusammengespielt hat, freut sich bereits auf seinen neuen und alten Kollegen. „Er bringt eine unheimliche Qualität mit. Wir wissen, was wir an ihm hatten – und hoffentlich wieder haben werden. Wenn er zur alten Stärke zurückfindet, bekommen wir einen sehr kompletten Spieler“, sagte Thielmann.

Skhiri soll am Freitag erstmals mit der Mannschaft trainieren. Ob er bereits für das Pokalspiel am Montag in Würzburg infrage kommt, ist noch offen. Skhiri hatte zuletzt in Frankfurt nicht mehr mit der Mannschaft trainiert und war für Verhandlungen mit anderen Klubs freigestellt worden. Gleichzeitig hielt er sich bei Frankfurts U21 fit. Größere Anpassungsprobleme in Köln dürfte er deshalb kaum haben.

Spurs holen offenbar Wunschspieler: Weg frei für Kölns Moore-Transfer?

Mit Skhiri hat Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler eine zentrale Baustelle auf der Zugangsseite geschlossen. Anfang der Woche hatte er weitere Transfers angekündigt. Mit Stürmer Dallinga legte er vor, nun folgte Skhiri. Nach wie vor fest eingeplant ist auch Mikey Moore (19) von Tottenham Hotspur. Der Engländer soll allerdings erst wechseln, wenn sein Klub selbst Verstärkungen verpflichtet hat. Doch seit Donnerstag könnte der Weg für Moore frei sein: Die Spurs stehen laut Medienberichten vor der Verpflichtung ihres Wunschspielers Savinho (22). Die Londoner sollen sich mit Manchester City auf eine Ablöse für den seit Wochen umworbenen Brasilianer geeinigt haben. Das Gesamtvolumen beläuft sich dabei auf unfassbare 99 Millionen Euro, davon rund 93 Millionen Euro als fixe Ablöse. Zudem sucht Kessler noch einen Linksverteidiger und vor allem einen Ersatz für Rechtsaußen Jakub Kaminski (24). Der Dauerbrenner der vergangenen Saison ist zu Benfica Lissabon gewechselt.

Neben Skhiri musste FC-Trainer René Wagner am Donnerstag auf Luca Waldschmidt verzichten. Der Offensivspieler hatte sich bei der Generalprobe gegen Paderborn eine leichte Muskelverletzung im Oberschenkel zugezogen und muss deshalb pausieren. Von den Talenten, die sich in den vergangenen Wochen zeigen und Eigenwerbung betreiben durften, waren nur noch Jonathan Friemel und Patrik Kristal dabei. Rechtsverteidiger David Fürst, der in der Vorbereitung überzeugt, fehlte dagegen überraschend. Sobald Skhiri ins Training einsteigt, wird wohl auch der junge Este Kristal wieder zur U21 zurückkehren. Friemel bleibt vorerst – zumindest so lange, bis ein neuer Linksverteidiger als Backup für Gideon Mensah gefunden ist. Die Suche danach ist eine der zumindest nominell letzten Baustellen im Kölner Kader.

Skhiri zählt mit seinen 31 Jahren inzwischen zu den älteren Spielern im Kölner Kader. Zugleich ist er der „alte“ Skhiri, auf den der FC hofft: jener spielstarke, präsente und verlässliche Sechser aus seiner ersten Kölner Zeit. Wenn er erstmals mit seinen neuen und alten Kollegen auf dem Platz steht, wird aus der Rückkehr auch eine Art Neuanfang. Ob daraus wieder die alte Stärke wächst, wird sich zeigen. Die Hoffnung aber darf schon einmal mittrainieren.