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Talk zum FCExpertenrunde hofft auf Verbleib von Said El Mala

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Christian Clemens (2.v.l.) und Martin Schlüter (2.v.r.) mit den Moderatoren Christian Löer (r.) und Uwe Bödeker (l.).

Christian Clemens (2.v.l.) und Martin Schlüter (2.v.r.) mit den Moderatoren Christian Löer (r.) und Uwe Bödeker (l.).

Bei der neuen Ausgabe von „E Levve lang – der Talk zum FC“ stand die Zukunft von Jungstar Said El Mala im Mittelpunkt. Ein weiteres großes Thema war die Trainerfrage.

Wer in diesen Tagen über den 1. FC Köln diskutiert, kommt an einer Personalie nicht vorbei, und so drehte sich auch am Dienstagabend bei „E Levve lang – der Talk zum FC“ des Kölner Stadt-Anzeigers und des „Express“ vieles um Said El Mala. Ob der junge Ausnahmekönner im Sommer mit zur WM fahren solle, lautete eine der Fragen an die Experten auf dem Podium. „Natürlich“, antwortete Michael Trippel ohne Zögern, ehe er hinterherschob: „Wir wollen ja schließlich Weltmeister werden.“

Freilich schwang darin eine Prise Lokalpatriotismus mit. Doch Trippels Antwort war auch historisch begründet – alle bisherigen vier deutschen Weltmeistertitel kamen unter Kölner Beteiligung zustande. Der Applaus der 100 Zuhörer im Fleischhauer-Audizentrum in Ehrenfeld war dem Stadionsprecher jedenfalls sicher. Damit war der Auftakt gemacht für 90 kurzweilige Minuten, moderiert von KStA-Sportchef Christian Löer, KStA-Chefreporter Lars Werner und Express-Redakteur Uwe Bödeker.

Die Idee, ihn zu verkaufen und zurückzuleihen, ist ganz charmant. Die Chance, jetzt 40 oder 50 Millionen Euro einzunehmen, bekommst du nicht so oft.
Christian Clemens, Ex-FC-Profi, über Said El Mala

Gefachsimpelt wurde auch über El Malas Zukunft beim FC. Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass der 19-Jährige vor einem Wechsel in die Premier League steht. Martin Schlüter äußerte die Hoffnung, dass El Mala auch in der kommenden Saison noch für die Kölner auf Torejagd gehen wird. „Ich würde mir wünschen, dass er auf jeden Fall noch ein Jahr bleibt. Er wäre hier Stammspieler, würde bestimmt auch 15 Tore und mehr schießen. Nächstes Jahr ist er nochmal ein Jahr älter und weiter. Für die großen Topklubs ist er, glaube ich, noch nicht weit genug“, meinte der Gastronom und FC-Podcaster.

Christian Clemens schwebt eine ähnliche Lösung vor. „Die Idee, ihn zu verkaufen und zurückzuleihen, ist ganz charmant. Die Chance, jetzt 40 oder 50 Millionen Euro einzunehmen, bekommst du nicht so oft. Das wäre für den FC der richtige Schritt“, erklärte der frühere FC-Profi und gab zu bedenken: „Was passiert denn, wenn er sich nächste Saison verletzt und ihn keiner mehr haben will? Dann hast du 50 Millionen Euro in den Sand gesetzt.“

Ich finde, es gibt keine Trainerdiskussion aktuell. Die Punkteausbeute ist gut. Ich würde ihm die Chance geben.
Martin Schlüter, Gastronom und FC-Podcaster, über René Wagner

Ein zweites großes Thema war die Trainerfrage. Martin Schlüter sprach sich dafür aus, René Wagner von der Interims- zur Dauerlösung zu befördern: „Ich finde, es gibt keine Trainerdiskussion aktuell. Die Punkteausbeute ist gut. Ich würde ihm die Chance geben.“ Schlüter zeigte sich „überrascht“ , wie wenig Kredit Wagner im Umfeld habe. „Was diesem Verein seit Jahren am meisten fehlt, ist Kontinuität auf den führenden Positionen.“ Michael Trippel sprach von einem weit verbreiteten Phänomen in der Fußballbranche: „Es gibt nur ganz wenige Vereine, wo die Trainer wirklich lange bleiben. Kontinuität muss mehr aus dem Verein kommen, was der Verein leisten kann. Aber wenn es halt nicht funktioniert, funktioniert es nicht.“

Viel Anerkennung erntete derweil Sportchef Thomas Kessler für die Zusammenstellung des Kaders. Christian Clemens bescheinigte seinem früheren Mitspieler „richtig gute Transfers“. Mit Blick auf die zweite Bundesliga-Saison des FC in Folge sagte Clemens: „Das zweite Jahr ist immer schwieriger. Ich hoffe, dass der Stamm der Mannschaft gehalten werden kann.“