- Kölns Angreifer wartet seit fast 15 Monaten auf ein Tor in der Bundesliga.
- Der Mainzer Rouven Schröder verkaufte Córdoba 2017 für über 17 Millionen Euro nach Köln – und ist weiter von ihm überzeugt.
- Der FSV-Sportvorstand erklärt zudem, wie sein Verein mit den gestiegenen Ansprüchen in Mainz umgeht.
Köln – Vor dem Freitagsspiel gegen den 1. FC Köln (20.30 Uhr/Dazn) ist die Anspannung beim FSV Mainz 05 deutlich zu spüren. Auf der Pressekonferenz hielt Trainer Sandro Schwarz eine höchst emotionale Rede, verteidigte aber auch seine Mannschaft mit deutlichen Worten. „Hört mir auf mit Einstellung“, blaffte der Coach in Richtung der Journalisten: „Die Leistung in Düsseldorf hat uns alle angekotzt. Komplett. Jeder hat sich gefragt: Was haben wir da eigentlich für einen Senf gespielt?“
Mit der Vorstellung beim 0:1 in Düsseldorf und der Punktausbeute des derzeitigen Tabellenvorletzten ist auch Rouven Schröder nicht zufrieden. Den verbalen Ausbruch seines Trainers, dem kann der Sportvorstand des FSV allerdings nur Positives abgewinnen: „Das war absolut authentisch. Wir haben einen emotionalen Trainer, und wir wollen auch einen. Es ist gut, dass das so aus Sandro heraus kam“, sagt der 44-Jährige im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“.
Ansprüche in Mainz sind gestiegen
Nach über elf Jahren ohne Unterbrechung in der Bundesliga und einer völlig sorgenfreien Saison 2018/19 sind im Umfeld der Rheinhessen die Ansprüche gestiegen. Das registrieren die Verantwortlichen des FSV, und sie versuchen damit umzugehen. „Heutzutage wird doch schon nach wenigen Spielen Bilanz gezogen. Man bekommt weniger Zeit, Dinge zu entwickeln. Aber das ist nun einmal so. Dabei ist es absolut nicht selbstverständlich für einen Verein wie den FSV mit seinen Möglichkeiten, in der zwölften Saison in Folge in der Bundesliga zu spielen. Da gibt es sicherlich den einen oder anderen Traditionsverein, der gerne mit uns getauscht hätte“, sagt Schröder.

Rouven Schröder (44) wurde im Mai 2016 erst Sportdirektor beim FSV Mainz 05, seit Juli 2017 ist der Arnsberger Sportvorstand.
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Der 1. FC Köln zählt sicherlich zu diesen Traditionsvereinen. Der Aufsteiger schloss die Transferaktivitäten vor der Saison mit einem Minus von rund elf Millionen Euro ab. Die Mainzer sehen sich zwar weiterhin auch als einen „Entwicklungs- und Ausbildungsverein“ an, der weiter ohne einen Investor auskäme und Transfer-Einnahmen generieren müsse, so Schröder. Aber auch Mainz erlaubte sich nach zwei Jahren mit hohen Transfer-Einnahmen keinen Überschuss, sondern ein ausgeglichenes Ergebnis. Der starke Mittelfeldspieler Jean-Philippe Gbamin (für rund 25 Millionen Euro Ablöse zum FC Everton) und Stürmer Anthony Ujah verließen unter anderem den Verein, Innenverteidiger Jeremiah St. Juste, Mittelfeldregisseur Edimilson Fernandes sowie die Verteidiger Aarón Martin und Ronaël Pierre-Gabriel wurden verpflichtet.
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Die hohen Erwartungen erfüllten sie bisher in der Summe nicht. Noch nicht. Aber auch da sei eine Bewertung noch viel zu früh, meint der Sportvorstand. Sogar bei FC-Stürmer Jhon Córdoba ist Schröder dieser Auffassung.
Der Mainzer Sportchef hatte den Kolumbianer im Sommer 2017 für über 17 Millionen Euro nach Köln verkauft. Ein Coup? Denn Córdoba hatte große Startschwierigkeiten, war oft verletzt und hatte an der Situation zu knabbern, dass er als Nachfolger für den nach China abgewanderten Top-Torjäger Anthony Modeste galt. Nach dem Abstieg gelang dem 26-Jährigen dann der Durchbruch, auch dank seiner 20 Tore und starker Leistungen gelang dem FC die sofortige Rückkehr. „Da habe ich mich unheimlich für ihn gefreut. Jhon kam in Mainz sehr gut an und hat alles für die Mannschaft getan. Er hat große Qualitäten und eine gewisse Sensibilität. Mit seiner Art, wie er Fußball spielt, tut er jeder Mannschaft gut.“
Córdoba wartet weiter auf ein Bundesliga-Tor für Köln
In der Bundesliga sind diese Qualitäten aber bisher noch viel zu selten zu sehen, seit insgesamt fast 15 Monaten wartet Córdoba mittlerweile auf seinen ersten Treffer im Oberhaus. „Ich bin mir ganz sicher, dass seine Zeit auch in der Bundesliga noch kommen wird. Er wird seinen Weg beim FC machen“, ist Schröder überzeugt. Nur am Freitag gegen seine Mainzer, da müsse dies freilich noch nicht der Fall sein.
Allerdings ist auch nicht davon auszugehen, dass Kölns Trainer Achim Beierlorzer seine Startelf verändern wird. Córdoba und Anthony Modeste dürften also vorerst wieder auf der Bank Platz nehmen.
Dass der FSV übrigens eine ganz hervorragende Heim-Bilanz gegen den FC hat, ist dem Sportvorstand „total egal“, das zähle ab 20.30 Uhr unter Flutlicht überhaupt nicht mehr. Schröder sieht es lakonisch: „Die Birne hoch nehmen, auf das Spiel freuen und eine gute Leistung zeigen.“
Drexler, Meré und Krahl im Kölner Kader
Zwei Rückkehrer im FC-Kader: Offensivspieler Dominick Drexler, der zuletzt wegen einer Muskelverletzung im Adduktorenbereich ausfiel, fuhr am Donnerstagnachmittag mit der Mannschaft ebenso nach Mainz wie der zuvor gesperrte Verteidiger Jorge Meré. Zudem steht Torwart-Talent Julian Krahl im Kader. In Köln blieben dagegen Vincent Koziello und Darko Churlinov.
FC-Coach Achim Beierlorzer ließ bereits durchblicken, dass er nach dem Remis beim FC Schalke 04 (1:1) und dem Sieg gegen den SC Paderborn (3:0) zum dritten Mal in Folge mit der derselben Startelf beginnen wird.
Die möglichen Aufstellungen:FSV Mainz 05: Zentner - Brosinski, St. Juste, Niakhate, Aaron - Kunde - Baku, Maxim - Boetius - Szalai, Quaison. 1. FC Köln: Horn - Ehizibue, Bornauw, Czichos, Katterbach - Skhiri, Hector - Schindler, Schaub, Kainz - Terodde.Schiedsrichter: Willenborg(Osnabrück)



