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Transferbilanz 1. FC KölnNur drei Bundesliga-Klubs haben weniger Geld ausgegeben

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Keller Baumgart

FC-Trainer Steffen Baumgart und Sportchef Christian Keller. 

Köln – Lange mussten sich die Fans des 1. FC Köln gedulden. Erst Stunden nachdem das Transferfenster geschlossen war, erreichte sie dann doch noch eine erfreuliche Nachricht: Nikola Soldo, Sohn des ehemaligen FC-Trainers Zvonimir Soldo verstärkt die Kölner Abwehr. Am Freitag wurde der 21-Jährige offiziell vorgestellt. Damit sind die Transferaktivitäten des FC für diesen Sommer abgeschlossen. Zeit, Bilanz zu ziehen.

FC-Geschäftsführer Christian Keller bereitete die FC-Fans schon letzte Saison auf einen Sparkurs vor. „Um die aufgebauten Belastungen zurückzuführen, werden wir uns zukünftig in allen Bereichen einschränken müssen. Das betrifft allen voran den Personalaufwand für die Lizenzspielerabteilung“ sagte er etwa Anfang Mai.

1.FC Köln bei Transferausgaben im unteren Drittel

Altlasten und die Pandemie machen den Kölnern nach wie vor zu schaffen. Auch die finanziell segensreiche Qualifikation für die Conference League hat daran nichts geändert. Dementsprechend liest sich die Transferbilanz: Der FC erwirtschaftete ein Transferplus von knapp 5 Millionen Euro.

soldo

Auf den letzten Drücker: Nikola Solda verstärkt die Abwehr des 1.FC Köln.

11,77 Millionen Euro nahm der FC durch Verkäufe ein. Gehen mussten etwa Jannes Horn, Yann Aurel Bisseck oder Niklas Hauptmann, die in Köln keine sportliche Perspektive mehr hatten. Den Großteil des Geldes nahm der FC aber mit den Verkäufen von Anthony Modeste und Salih Özcan ein, die beide nach Dortmund wechselten. Etwa 10 Millionen brachten die Transfers den Kölnern. Sie hinterlassen allerdings nicht nur einen Geldsegen, sondern auch sportlich eine Lücke. Abzuwarten bleibt, ob Neuzugänge wie Eric Martel oder Steffen Tigges diese Lücke ausfüllen können. 6,25 Millionen Euro flossen insgesamt in neue Spieler.

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Im ligainternen Vergleich liegt der FC was Transferausgaben angeht damit auf Platz 15. Nur Hertha BSC, Werder Bremen und der VFL Bochum haben weniger Geld in neue Spieler investiert. Spitzenreiter bei den Ausgaben ist wenig überraschend der FC Bayern München. 137 Millionen Euro gab der Rekordmeister für Neuzugänge wie Sadio Mané und Matthijs De Ligt aus. Auf Rang zwei und drei Folgen Dortmund (91 Mio. Euro) und RB Leipzig (59,5 Mio.).

Premier League mit großem Abstand vorne

Zusammengerechnet haben die Bundesliga-Vereine 484 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Im internationalen Ranking liegt die Bundeliga damit nur auf Platz fünf. Mit großem Vorsprung liegt die englische Premier League hier vorne. Von finanziellen Nachwehen der Corona-Pandemie ist dort jedenfalls nichts zu spüren: Sagenhafte 2,25 Milliarden Euro gaben die englischen Klubs für Neuzugänge aus. Von den zehn teuersten Transfers des Sommers gingen acht nach England.

Transferausgaben in den Top-Fünf Ligen Europas

Platz 1: Premier League (2,25 Mrd. Euro)

Platz 2: Serie A (749,23 Mio. Euro)

Platz 3: Ligue 1 (557,95 Mio. Euro)

Platz 4: LaLiga (505,69 Mio. Euro)

Platz 5: Bundesliga (484,08 Mio. Euro)

Wie groß die Ungleichheiten zwischen Deutschland und England sind, verdeutlicht ein Blick auf die Bilanzen von Aufsteiger Nottingham Forest. Die Mannschaft um Trainer Steve Cooper ist nach 23 Jahren wieder in die höchste englische Spielklasse aufgestiegen. Und gab vor der Rückkehr in die Premier League mehr Geld für neue Spieler aus als der FC Bayern München (161,95 Mio.). Der 1.FC Köln würde mit seiner Transferbilanz in England weit abgeschlagen auf dem letzten Platz hinter Leicester City (17 Mio.) landen.