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Unterschiedliche Summen kursierenViktoria verkauft FC die El-Mala-Klausel

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Said El Mala Germany bejubelt seinen Treffer zum 0:1 mit Tom Bischof Germany, UEFA U21, U 21 EURO 2027 Qualifier, Greece v Germany, Apostolos-Nikolaidis-Stadion am 31. March 2026 in Athens, Grichenland. Foto von Marco Steinbrenner/DeFodi Images Said El Mala Germany celebrates after scoring his teams first goal with Tom Bischof Germany, UEFA U21 EURO 2027 Qualifier, Greece v Germany, Apostolos-Nikolaidis-Stadium, March 31, 2026 in Athens, Greece. Photo by Marco Steinbrenner/DeFodi Images - *** Said El Mala Germany celebrates after scoring his teams first goal with Tom Bischof Germany , UEFA U21 EURO 2027 Qualifier, Greece v Germany, Apostolos Nikolaidis Stadium on March 31, 2026 in Athens, Greece Photo by Marco Steinbrenner DeFodi Images Said El Mala Germany celebrates after scoring his teams first goal with Tom Bischof Germany , UEFA U21 EURO 2027 Qualifier, Greece v Germany, Apostolos Nikolaidis Stadium, March 31, 2026 in Athens, Greece Photo by Marco Steinbrenner DeFodi Images

FC-Jungstar Said El Mala (r., mit Tom Bischof) nach seinem Tor zum 1:0 beim 2:0-Sieg der deutschen U21 in Griechenland

Drittligist partizipiert nicht mehr an Transfer, wird aber ausgezahlt. Kölns Jungstar denkt wegen Trauerfall über Pause nach.

Hinter Said El Mala liegen emotionale Tage. Am vergangenen Freitag hatte der Angreifer des 1. FC Köln vom Tod seiner Großmutter erfahren. Trotz des Trauerfalls entschied sich der 19-Jährige, bei der U-21-Nationalmannschaft zu bleiben und dem Team für das wegweisende EM-Qualifikationsspiel in Griechenland zur Verfügung zu stehen. Auch dank El Malas Premierentor für die U21 gelang der DFB-Auswahl am Dienstag der wichtige 2:0-Erfolg, mit dem sie die Tabellenführung übernahm.

„Als ich das Tor geschossen habe, ist alles aus mir herausgebrochen. Es war der emotionalste Moment meines Lebens – ich konnte meine Tränen nicht mehr zurückhalten“, sagte El Mala. Er habe seine „ganze Kindheit“ bei seiner Großmutter verbracht, erklärte der 19-Jährige, die Beziehung sei eng gewesen. „Ich habe ihm die Wahl gelassen, auch nach Hause zu fahren, einfach das zu machen, das zu fühlen, was er braucht“, sagte Nationaltrainer Antonio Di Salvo. „Er hat sich entschieden, hier zu sein. Ich glaube, dass ihm das guttat. Er hat sich jetzt mit dem Tor belohnt.“

Ob El Mala auch sofort wieder für den FC auf Torejagd gehen wird, ließ der beste Kölner Torschütze vor dem Bundesliga-Spiel am Sonntag in Frankfurt (17.30 Uhr) noch offen. „Ich reise nun erst einmal nach Hause zu meiner Familie und dann schaue ich, ob es sofort mit dem Fußball weitergeht oder ob ich eine Pause brauche“, sagte er in Athen. Während der 19-Jährige seine Trauer erst einmal verarbeiten muss, geht das Geschäft Profifußball unbeirrt weiter.

Im Hintergrund wurde bekannt, dass an El Malas Vertragswerk eine wichtige Klausel verändert wurde. Viktoria Köln, der Drittligist, bei dem der kometenhafte Aufstieg des Dribblers im Winter 2024 seinen Anfang nahm, hat dem 1. FC Köln seine Weiterverkaufsklausel verkauft. Die hatte dem Höhenberger Verein zehn Prozent der künftigen Ablösesumme garantiert. Hätte der FC El Mala im Sommer für 40 Millionen Euro nach England abgegeben, wären rund vier Millionen Euro an die Viktoria geflossen. Nun wurde eine andere Lösung gefunden: Der FC hat den Drittligisten vorab ausbezahlt. Diese Zeitung kann einen Bericht der „Bild“ bestätigen.

FC erhält alle zukünftigen Einnahmen

Zu den Rahmenbedingungen gibt es allerdings unterschiedliche Angaben. Wie diese Zeitung aus dem FC-Umfeld erfuhr, geht es um eine Summe von maximal 2,5 Millionen Euro. Viktoria sei demnach bereits im Dezember auf den FC zugekommen. Und zwar zu einer Zeit, als El Mala zwar schon in seiner ersten Bundesliga-Saison für Furore gesorgt hatte, sein Marktwert allerdings noch nicht in derart hohen Sphären wie zuletzt taxiert worden war. Ende Januar hätten dann beide Klubs die Verhandlungen finalisiert. Und zwar mit dem Passus, dass mit der Übereinkunft alle bisherigen vertraglichen Variablen zwischen den Klubs abgegolten seien und Viktoria in Zukunft nicht mehr finanziell an El Mala partizipiere, wie es heißt.

Aus Viktoria-Kreisen ist hingegen von einer deutlich höheren Summe zu hören: von 3,5 bis 4 Millionen Euro ist die Rede. 2,5 Millionen Euro erwecken den Eindruck, als hätte die Viktoria möglichst schnell Geld benötigt, während die 3,5 bis 4 Millionen Euro dem tatsächlichen Wert der Zehn-Prozent-Klausel nahekommen. Die Summe sei nicht nötig gewesen, um ein akutes Finanzloch zu stopfen oder die Lizenz für die kommende Saison zu sichern, hieß es aus Höhenberg. Viel mehr, um Rücklagen zu schaffen. Denn nach wie vor erwirtschaftet die Viktoria keine schwarze Null, sondern muss Jahr für Jahr die Bilanz mit Geld ausgleichen, das vom verstorbenen Mäzen Franz Josef Wernze hinterlassen wurde.

Für die nahe Zukunft hofft der Klub auf den Einstieg eines Investors, Gespräche laufen seit Monaten. „Wir sind ein schuldenfreier Drittligist, das gibt es zunächst nicht so oft. Wir haben ein erfolgreiches NLZ, mit dem wir uns bundesweit den Ruf als Ausbildungsverein erarbeitet haben. Wir haben eine klare Vereinsstrategie, die sich von der Jugend bis zu den Profis zieht. Und letztlich bieten wir Anteile an unserer Spielbetriebs-GmbH an“, sagte Geschäftsführer Axel Freisewinkel zuletzt im Interview mit dieser Zeitung und fügte an: „Wir wollen den Verein weiterentwickeln.“