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Warten auf das Profi-DebütWagner erklärt, warum er noch auf Malek El Mala verzichtete

Für den FC-Trainer stehen Leistungsgedanke, Teamhygiene und -geist an vorderster Stelle, doch er macht Saids Bruder Hoffnungen.

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DFB Pokal 2. Runde, 1. FC Köln vs. Union Berlin, 27.10.2026, 20.45 Uhr, nach dem Spiel vor der Südtribüne, von links: Said und Malek El Mala  (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

FC-Jungstar Said El Mala (links) und sein ein Jahr älterer Bruder Malek nach dem 5:0-Sieg im Pokal gegen Union

Als Said El Mala am Dienstagabend gegen Union Berlin nach 82 Minuten in seinen verdienten Feierabend verabschiedete, besangen die Anhänger des 1. FC Köln ihn ohrenbetäubend mit dem „El-Mala-Lied“ nach der Melodie des 80er-Jahre-Klassikers „Give It Up“. El Mala spazierte vor der Südkurve entlang, klatschte in die Hände – und genoss es einfach.

Der Jungstar hatte den 1. FC Köln mit einem Doppelpack, seinem ersten für den FC, beim 5:0 gegen Union Berlin ins Achtelfinale des DFB-Pokals geführt. Auf seine beste Saisonleistung folgten eine Gänsehaut-Szene und Trost für Bruder Malek. „Ich habe ihm gesagt, dass es nichts Geileres als Erlebnisse wie heute gibt“, sagte Said El Mala über das Gespräch mit seinem Bruder. Es war der Lohn für eine furiose Leistung und der vorläufige Höhepunkt der Fanliebe, die ihm entgegenschlägt. „Ich hatte Gänsehaut“, gab er zu. „Weil das nicht normal ist, wie die Fans da hinter einem Spieler stehen.“

Wohl nur eine Sache hätte den Abend für Said El Mala noch perfekter gemacht – das Debüt seines Bruders Malek. Der 21-Jährige stand zum zweiten Mal im Profikader des FC, wurde jedoch wie schon gegen Schalke nicht eingewechselt. Trainer René Wagner entschied sich nicht für den Märchenmoment, sondern belohnte andere Spieler mit Einsatzzeit. „Ich habe ihn ein bisschen aufgemuntert, dass er nicht reinkam.“ Die Botschaft des jüngeren Bruders: „Es geht weiter, das weiß er auch.“ Sollte Malek an seine letzten Leistungen in der Regionalliga und im Profi-Training anknüpfen können, ist ein gemeinsamer Auftritt der Brüder bei den Profis nur eine Frage der Zeit.

Nach der Nullnummer gegen Schalke hatten die Mannschaft und Wagner erheblich unter Druck gestanden. „Es ist extrem viel Last abgefallen“, sagte El Mala. „Wir haben uns ein bisschen den Frust weggeschossen. Das fühlt sich einfach geil an, hier zu Hause 5:0 gewonnen zu haben.“ Für den FC wie für den 20-Jährigen war es die mit Abstand beste Leistung der Saison. Wie schon nach dem Derbysieg wurde er Spieler des Spiels, anders als gegen Gladbach trat er effizienter auf. Die Vorlage zum 2:0 durch Linton Maina zeigte zudem sein Auge für die Mitspieler. „Es hat extrem Spaß gemacht, hier mit den Jungs zu kicken“, gab El Mala zu Protokoll. Die Ränge honorierten das. Der Jung-Nationalspieler nannte die Atmosphäre „unnormal geisteskrank“. „Die Stimmung im Stadion ist schon immer top-top, aber heute wurde das noch mal übertroffen.“

Bei uns wird keinem Spieler ein Einsatz geschenkt, jeder muss ihn sich verdienen. Macht Malek so weiter, dann wird seine Zeit ganz sicher kommen. Vielleicht schon in Kürze.
FC-Trainer René Wagner erklärt, warum er Malek El Mala noch nicht einwechselte

Wie schon bei der Nullnummer gegen Schalke standen die El-Mala-Brüder im Kader, da die Stürmer Ragnar Ache (Oberschenkel) und Thijs Dallinga (Kreuzbandriss) weiter ausfallen. Diesmal durfte Said erstmals mit seinem ein Jahr älteren Bruder Malek jubeln. Auf die Frage, wie viel ihm das bedeutet, sagte er: „Extrem viel.“

Die Köln-Premiere der Brüder auf dem Platz fiel allerdings aus. FC-Trainer René Wagner wechselte fünfmal, brachte Sebastian Sebulonsen, Jan Thielmann, Isak Johannesson, Gideon Mensah und den jungen Reigan Heskey. Malek blieb auf der Bank. El Mala tröstete seinen Bruder deshalb nach dem Spiel, erklärte: „Ich habe ihn ein bisschen aufgemuntert, weil er nicht reinkam. Ich habe gesagt: ,Es geht weiter.' Und das weiß er auch. Er weiß es zu schätzen, dass er dabei ist und genießt das sehr. Ich merke das. Wir reden viel und ich glaube, er freut sich heute genauso wie ich.“

Allerdings bleibt eine Frage: Warum nimmt Wagner Malek El Mala erneut in den Kader, nur um ihn selbst gegen einen geschlagenen Gegner, der sich quasi aufgegeben hatte, wieder draußen zu lassen? Fehlt dem Trainer doch das Vertrauen in den 21-Jährigen? Oder setzt er ausschließlich auf Analyse und Rationalität? Als Said beim 4:0 in der 79. Minute noch auf dem Platz stand, wäre ein Wechsel ohne Risiko möglich gewesen. Das Brüderpaar hätte eine FC-Geschichte geschrieben, die über Köln hinaus Aufsehen erregt hätte, und die Fans hätten sie begeistert gefeiert. Für Malek wäre ein kurzer Einsatz obendrein ein Schub für das Selbstvertrauen gewesen. Die übrigen Wechsel waren zwar nicht falsch. Sebulonsen und Johannesson trafen sogar noch, und Reigan Heskey, dem später eine starke Torvorlage gelang, wird daraus neuen Mut schöpfen. Der emotionalste Wechsel fehlte jedoch: Malek El Mala blieb draußen.

Auf Anfrage unserer Redaktion begründete Wagner seinen Noch-Verzicht: „Malek ist jetzt glücklicherweise seit vier Wochen verletzungsfrei und hat zuletzt sehr hart an sich gearbeitet. Er gibt bei uns im Training immer Gas und ist wie Said ein Junge, der total fokussiert und ganz klar im Kopf ist. Malek hat sich den Kaderplatz verdient – und das ganz sicher nicht nur, weil wir damit vielleicht eine tolle Brüder-Geschichte schreiben können. Malek klopft immer stärker an. Bei uns wird keinem Spieler ein Einsatz geschenkt, jeder muss ihn sich verdienen.“

Ache fällt noch aus, Malek El Mala bleibt im Kader

Für Wagner stehen Leistungsgedanke, Teamhygiene und Teamgeist an vorderster Stelle, das führte der Coach aus: „Gegen Union zum Beispiel hatte sich Gideon Mensah aufgrund seiner Leistungen seinen Einsatz noch ein Ticken mehr verdient. Er hat im Prinzip unverschuldet seinen Platz an Borna Sosa verloren, sich aber in keiner Weise hängen lassen. Man darf bei Malek auch nicht vergessen, dass er noch am Anfang seiner Karriere steht. Macht er so weiter, dann wird seine Zeit ganz sicher kommen. Vielleicht schon in Kürze.“

Vorerst müssen die beiden El Malas also weiter von der gemeinsamen Profi-Premiere träumen. Malek ist ein klassischer Mittelstürmer. Bisher durfte er nur für die Kölner U21 in der Regionalliga auflaufen. Dort deutete er in dieser Saison schon sein Talent an und empfahl sich so für den Profi-Kader. In elf Spielen traf er fünfmal.

Die Brüder gehen ihren Weg zusammen. Said und Malek wechselten 2025 gemeinsam zum FC und haben dort beide Verträge bis 2031. Seite an Seite liefen sie vor den Spielen gegen Schalke und Union über den Rasen. Auch privat sind die El Malas nahezu unzertrennlich und wohnen in Köln in einer Wohngemeinschaft. Die nächste Chance auf die „Bruder-Premiere“ könnte es am Sonntag (15.30 Uhr) beim Bundesliga-Spiel in Berlin geben. Nach Informationen unserer Redaktion kommt das Spiel für Ache noch zu früh. Er fällt also weiter aus, und Malek El Mala bleibt im Kader. Damit gehört er dem Aufgebot zum dritten Mal in Folge an. Und somit spricht einiges dafür, dasss Malek El Malas Profi-Debüt nur aufgeschoben denn aufgehoben ist.