Durch das triste 0:0 gegen Piräus hat sich Bayer 04 für die nächste Runde qualifiziert. Der Wunschgegner steht schon fest.
Leverkusen vor Achtelfinal-AuslosungBloß nicht der FC Bayern München!

Die Leverkusener Profis bedanken sich nach Abpfiff für die Unterstützung ihrer Fans.
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Vor der Auslosung des Champions-League-Achtelfinals am Freitagmittag in Nyon (12 Uhr) herrschte bei Bayer 04 Leverkusen große Einigkeit. „Arsenal“, sagte Jonas Hofmann am Dienstagabend. „So früh wieder gegen eine deutsche Mannschaft zu spielen, hat für mich nicht so diesen Champions-League-Charakter. Wenn ich es mir wünschen kann, dann Arsenal. Nach London zu fliegen hat für mich ein bisschen mehr Flair.“ Als Alternative zum Tabellenführer der Premier League kommt laut Uefa-Setzliste der FC Bayern infrage. Doch darauf ist in Leverkusen niemand scharf.
„Ich würde ungern eine deutsche Mannschaft haben, damit vielleicht noch genug deutsche Mannschaften drinbleiben können“", sagte Kapitän Robert Andrich. Auch Trainer Kasper Hjulmand zieht die Gunners vor: „Mit Arsenal gäbe es vielleicht ein bisschen Abwechslung“, so der Däne. „Es sind zwei der besten Mannschaften Europas, sie spielen auf einem Niveau. Das ist außerordentlich. Wir wünschen uns, gegen die Besten zu spielen. Wir freuen uns auf diese große Aufgabe.“
Vier Bayern-Duelle in sechs Wochen?
Sollte die Auslosung den FC Bayern ergeben, stünden für Bayer 04 binnen sechs Wochen vier Gipfeltreffen mit dem Rekordmeister an. Zunächst das Achtelfinal-Hinspiel (10./11. März), wenige Tage später das Bundesliga-Heimspiel (14. März), in der Woche darauf das Rückspiel (17./18. März) und am 21. April das DFB-Pokal-Halbfinale. Schon in der vergangenen Saison trafen sie im Champions-League-Achtelfinale auf den FC Bayern: Auf ein 0:2 in der Bay-Arena folgte ein 0:3 in München.
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Zwar wären die Erfolgsaussichten gegen Arsenal nicht wesentlich größer, doch dieses Duell trüge zumindest eine echte Europapokal-Aura. Zudem käme es zu einem Wiedersehen mit Kai Havertz. Der Werksklub hatte den Nationalspieler 2020 für rund 100 Millionen Euro an den FC Chelsea verkauft; 2023 wechselte Havertz für etwa 55 Millionen Euro zum Rivalen aus dem Norden Londons. Derzeit laboriert der 26-Jährige an einer Muskelverletzung, bis zu einem möglichen Achtelfinal-Duell soll er jedoch wieder fit sein. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte es 2020 keinen richtigen Abschied in Leverkusen gegeben. Sportchef Rolfes hofft nun, diesen sechs Jahre später nachzuholen. „Auch Kai würde sich über ein Wiedersehen freuen“, sagte er.
„Das Spiel war insgesamt große Scheiße“
Dass der Werksklub diese Chance auf ein Wiedersehen bekommt, verdankt er einem der tristeren Fußballabende der jüngeren Vergangenheit in der Bay-Arena: dem 0:0 im Playoff-Rückspiel gegen Olympiakos Piräus am Dienstagabend. Nach dem 2:0 im Hinspiel reichte das Unentschieden zum Weiterkommen. Glückliche Gesichter sah man anschließend allerdings kaum. Hofmann wollte vielleicht „ein Frustbier“ trinken und das 0:0 „schnell abhaken“. Der Auftritt sei „eine Art Schaulaufen“ gewesen, befand Andrich: „Der Gegner hat es zum Glück nicht bestraft. Das Weiterkommen ist das Einzige, was wir Positives rausziehen können.“
Nach einigen Chancen kurz nach Anpfiff hatte sich Leverkusen von der griechischen Schläfrigkeit anstecken lassen, die Partie plätscherte vor sich hin. Bayer 04 leistete sich reihenweise Fehler im Spielaufbau und gewann zu keinem Zeitpunkt die Kontrolle über den offensiv mittellosen Kontrahenten. „Unsere Leistung war nicht gut. Uns fehlte Energie“, kritisierte Trainer Hjulmand. Christoph Kramer, einst Jugendspieler und Profi bei Bayer 04, urteilte in seiner Rolle als Prime-Video-Experte: „Wir müssen nicht darüber reden, das Spiel war insgesamt große Scheiße.“
Mit einer solchen Leistung dürfte Bayer 04 sowohl gegen Arsenal als auch gegen die Bayern untergehen. „Uns ist bewusst, dass jeder bei 100 Prozent sein und das eine komplette Kehrtwende zu heute darstellen muss“, sagte Hofmann.

