Ex-Nationalspieler Thomas Helmer kritisiert Bundestrainer Nagelsmann für dessen Umgang mit Neuer und Stürmer Undav.
Helmer kritisiert NagelsmannEx-Profi stört Umgang mit Neuer, Undav und Baumann

Thomas Helmer äußert Kritik an Julian Nagelsmann und dessen Kommunikation.
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Kritik an Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde von Thomas Helmer (61), einem ehemaligen Fußball-Europameister, geübt. Beanstandet wurden diverse Beschlüsse sowie die damit verbundene öffentliche Darstellung. Trotz seiner hohen Meinung vom Coach erkenne er problematische Entwicklungen bei Personalangelegenheiten im Umfeld des Nationalteams, äußerte Helmer im „t-online“-Podcast „Tagesanbruch“.
Der Titelgewinner von 1996 äußerte: „Ich schätze Julian, ich glaube, er ist wirklich ein hervorragender Fachmann“. Jedoch habe Nagelsmann in der jüngeren Vergangenheit einige Aktionen unternommen, „die einfach nicht gut waren“. Speziell die Informationspolitik im Zusammenhang mit der Rückkehr von Torwart Manuel Neuer wurde von Helmer kritisiert. Es sei zwar „grundsätzlich eine kluge Entscheidung, wenn Manuel Neuer fit ist und gesund ist“, aber die Wahl des Zeitpunkts für die Mitteilung sei „mehr als unglücklich“ gewesen.
Anteilnahme für Baumann, Neuer unter Druck
Der frühere Profi bekundete sein Mitgefühl für Oliver Baumann, der seine Position als temporäre Nummer eins wieder an Neuer abtreten musste. Helmer sagte dazu: „Oliver Baumann möchte keiner von uns sein in den letzten Wochen und Tagen“. Als umso beeindruckender bewertete er, dass der Torwart in den Vorbereitungsspielen, in denen er den verletzten Neuer ersetzte, eine starke Performance ablieferte.
„Da muss man ein Riesenkompliment aussprechen. Das spricht absolut für ihn“, fügte Helmer an. Infolge dieser Situation stehe Manuel Neuer nun unter besonderer Beobachtung. Der jetzige TV-Moderator ist der Ansicht: „Er hat relativ viel zu verlieren.“
Kritik am Umgang mit Stürmer Undav
Ebenso stieß Nagelsmanns Vorgehen bezüglich des Stürmers Deniz Undav bei Helmer auf Ablehnung. Er bezeichnete die öffentliche Diskussion um den Spieler als „nach wie vor nicht in Ordnung“ und die Handlungsweise des Nationaltrainers als „ein bisschen respektlos gegenüber dem Spieler“. Nach einem Testspiel Ende März hatte Nagelsmann Undav zunächst öffentlich die Tauglichkeit für die erste Elf aberkannt, bedauerte diese Kommentare jedoch später.
„Rädchen greifen in die falsche Richtung“
In der Gesamtschau, bei der auch die Rolle von DFB-Sportdirektor Rudi Völler berücksichtigt wird, zeichnet sich für Helmer ein ungünstiges Bild ab. Nach seiner Auffassung greife aktuell „ein Rädchen aneinander“, welches sich „in die falsche Richtung geht“.
Der frühere Nationalspieler äußerte damit unmissverständliche Kritik an den jüngsten Vorgängen im Umfeld der DFB-Auswahl. (dpa/red)
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