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„Es kann auch über den Ozean gehen“Leverkusens Jonas Hofmann liebäugelt mit Wechsel ins Ausland

3 min
Jonas Hofmann im Testspiel gegen den SC Fortuna Köln.

Jonas Hofmann im Testspiel gegen den SC Fortuna Köln.

Der vielseitige Mittelfeldspieler ist bei Bayer 04 nicht mehr gesetzt – trotzdem denkt er nicht ans Aufhören und will dem Sport erhalten bleiben.

Jonas Hofmann war eine der tragenden Säulen jener Leverkusener Mannschaft, die 2024 unter Xabi Alonso Meister und Pokalsieger wurde. Der frühere Mönchengladbacher brachte als Neuzugang Ideenreichtum und Passsicherheit mit.

Im Zusammenspiel mit Victor Boniface, Florian Wirtz und vielen anderen Offensivakteuren wurde er zum Unterschiedsspieler, fast 2800 Minuten stand er in jener Saison auf dem Platz, war an 20 Toren direkt beteiligt.

Hofmann nicht mehr die erste Wahl

Von jener Unverzichtbarkeit ist wenig geblieben. Schon in Alonsos zweiter Saison schrumpfte Hofmanns Einsatzzeit auf gut 650 Minuten. Er äußerte sich damals ungewöhnlich offen: „Ich finde es einfach sehr schwierig, wenn man in der Vorsaison ein solcher Bestandteil der Mannschaft war, wenn man dann so außen vor gelassen wird – schwierig.“

Auch unter Alonsos Nachfolgern Erik ten Hag und Kasper Hjulmand blieb er zweite Wahl, ebenso wie jetzt unter dem neuen spanischen Coach Carles Martínez. Für die laufende Europa-League-Gruppenphase wurde er gar nicht erst nominiert.

Hofmanns Vertrag läuft noch bis zum Sommer 2027, vor drei Jahren hatte er bei seinem Wechsel von Mönchengladbach bis dahin unterschrieben. Im September stand ein vorzeitiger Abschied zur Diskussion: Al-Shabab aus Saudi-Arabien zeigte Interesse, Leverkusen wäre einem Wechsel nicht entgegengestanden. Der Transfer kam jedoch nicht zustande. Dass private Gründe den Wechsel verhindert hätten, wies er zurück: „Am Ende hat es aus verschiedenen Gründen nicht gepasst. Das hatte nichts mit privaten Dingen zu tun.“

Der 34-Jährige beschreibt seine Lage trotzdem als entspannt. „Die Konkurrenz ist groß, es sind viele Spieler da. Ich bin entspannt und weiß, was auf mich zukommt. Mein Vertrag läuft noch neun Monate“, sagt Hofmann. „Man kann mir nicht absprechen, dass ich im Training alles gebe. Bei mir wird es nicht lockerer, und ich habe auch nicht weniger Ehrgeiz.“ Dass er sich noch nicht geschlagen gibt, machte er deutlicher: „Ich bin ja noch nicht am Ende. Hier in Leverkusen vielleicht, ja. Aber es soll auf jeden Fall weitergehen. Das kann ich verraten.“

Hofmann liebäugelt mit Wechsel

Wie er sich selbst einordnet, erklärte er mit Blick auf seine Rolle: „Der Trainer sagt immer, dass er mich auf allen Mittelfeldpositionen sieht. Er hat viele Spieler, ist aber bestimmt froh, wenn er jemanden hat, der flexibel einsetzbar ist.“ Dieselbe Breite im Kader hatte Martínez im September noch gegen ihn angeführt, als der Wechsel zur Debatte stand: „Wir haben mehrere Spieler für diese Position.“ Beide Aussagen widersprechen sich nicht – Hofmann bleibt eine Option, nur nicht die erste.

Im Testspiel gegen Fortuna Köln (6:0, Tore durch Terrier, Schick, Tella und Gutiérrez) am Freitag kam Hofmann in der zweiten Hälfte für eine halbe Stunde zum Einsatz, obwohl Martínez ihm aufgrund der Geburt von Hofmanns zweitem Sohn freigestellt hatte, ob er dabei sein wolle.

Er entschied sich zu spielen, brachte eine Ecke perfekt zu Schick, der zum 6:0-Endstand einköpfte. „Ich wollte mich ein bisschen bewegen und die Beine vertreten“, sagte er. Zwei Tage vor der Partie war sein zweites Kind zur Welt gekommen. „Es ist ein Junge geworden. Ich arbeite an einer Fußballmannschaft“, scherzte Hofmann. 

Sein Blick reicht derweil über die laufende Saison hinaus. Noch zwei, drei Jahre würde er gern weitermachen: „Es ist ein sehr schöner Beruf, und er macht unheimlich viel Spaß. Ich bin topfit. Deshalb soll es so lange weitergehen, bis ich das Gefühl habe: Jetzt reicht es.“ Wo das sein wird, ist unklar: „Mein Blick ist völlig offen. Wir können uns gut vorstellen, ins Ausland zu gehen. Es kann auch über den Ozean gehen.“  Entscheidend sei nicht, gefeiert zu werden, sondern noch einmal etwas Neues zu erleben – und dem Sport erhalten zu bleiben.