Rückkehrer Moussa Diaby steht gegen Union Berlin am Samstag vor seinem zweiten Debüt für die Werkself. Diskussionen um Victor Boniface.
Doué fehlt nochDiaby soll die Antwort auf Bayers Fehlstart sein

Der bisher letzte Treffer von Moussa Diaby in der BayArena im April 2023 gegen Frankfurt.
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Moussa Diaby ist zurück. Sieben Jahre nach seinem ersten Wechsel zu Bayer 04 und drei Jahre nach seinem Abschied soll der Franzose am Samstag gegen Union Berlin (15.30 Uhr, Sky) sein zweites Bayer-Debüt geben. „Moussa trainiert gut, er ist fit“, sagt Leverkusens Trainer Carles Martínez.
Diaby soll die rechte Seite beleben und dem Angriff Tiefe geben. „Er kann ständig Räume attackieren – nicht nur einmal, sondern zehn-, 25-mal pro Spiel“, betont Martínez. Diaby bringe zudem die Qualität mit, nach innen zu ziehen, Chancen vorzubereiten und selbst zu treffen.
Zwischen 2019 und 2023 bestritt er 172 Pflichtspiele für Bayer, nun unterschrieb er einen Vertrag bis 2031. Sein zweites Debüt ist deshalb mehr als eine Personalie. Diaby soll einer Mannschaft helfen, die nach dem Fehlstart in Elversberg (2:3) nicht nur einen zusätzlichen Dribbler, sondern mehr Bewegung und Durchschlagskraft auf der rechten Seite braucht.
Guéla Doué noch nicht im Kader
Für den Franzosen ist es eine Rückkehr in eine vertraute Umgebung. „Er kennt den Klub gut“, sagt der Trainer. Das kann die Eingewöhnung beschleunigen. Auf dem Platz muss Diaby dennoch erst wieder beweisen, dass er nach den vergangenen Wochen mit dem sich ziehenden Wechsel für ein Bundesliga-Spiel bereit ist. Der zweite Last-Minute-Zugang, Rechtsverteidiger Guéla Doué, wird hingegen noch nicht im Kader stehen. „Er hat ein bisschen Verletzungsprobleme und wird wohl nächste Woche voll mittrainieren“, sagt Martínez.
Diabys Rückkehr vertreibt die Erinnerung an Elversberg jedoch nicht. Bayer hat beim 2:3 gegen den Aufsteiger die erste Gelegenheit verpasst, den Anspruch auf eine bessere Saison zu belegen. Nach neun Minuten lag die Werkself 0:2 zurück, 25 Sekunden nach der Pause stand es 0:3. Die späte Aufholjagd mit den Toren von Patrik Schick und Christian Kofane änderte nichts daran, dass Leverkusen eine Stunde lang emotionslosen Fußball spielte.
Martínez hat die Niederlage aufgearbeitet. Er will nicht bei einzelnen Fehlern stehen bleiben, sondern bei der Haltung, die ihnen vorausging. Leverkusen habe „nicht mit der nötigen Leidenschaft begonnen“ und dem Gegner Torchancen geschenkt. Die Lehre sei eindeutig: „Jede einzelne Minute ist wichtig. Und wenn wir nicht gut starten, müssen wir zeigen, dass wir richtig reagieren.“
Das ist gegen Union Berlin besonders gefragt. Die Mannschaft des ebenfalls neuen Trainers Mauro Lustrinelli kam zum Auftakt gegen Eintracht Frankfurt zu einem 3:3 nach 1:3 und zeigte dabei Mentalität, Stärke in den Duellen und Gefahr nach Ballgewinnen. „Wir müssen genau das haben, was uns im ersten Spiel gefehlt hat“, fordert Martínez. Bayer müsse den Gegner vom eigenen Tor fernhalten, Chancen kreieren und sie nutzen: „Wir müssen Gewinner sein.“
Union wird Leverkusen nicht freiwillig den Raum für seinen angestrebten Fußball geben. Die Berliner verteidigen kompakt und suchen nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorn. Für Bayer bedeutet das: Geduld darf nicht mit Passivität verwechselt werden. Die Werkself muss den Ball laufen lassen, ohne die Zweikämpfe und die Rückwärtsbewegung zu vernachlässigen. Ballbesitz und Passqualität werden gegen Union nur dann tragen, wenn Leverkusen zuvor die Zweikämpfe annimmt.
Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes hatte nach dem Elversberg-Spiel moniert, Bayer habe Räume hergegeben und die Partie falsch gelesen. Nun geht es um die Gegenprobe: Erkennt die Mannschaft früh, was das Spiel verlangt, oder wartet sie wieder darauf, dass sich ihre Qualität von selbst durchsetzt?
Die Personalentscheidungen für die Europa League verleihen der Partie eine zusätzliche Note. Bayer musste aufgrund der Größe des Kaders Spieler streichen. Es traf Tim Oermann, Kennet Eichhorn, Jonas Hofmann und Victor Boniface. Bei Eichhorn ist die Stoffwechselstörung der Grund, Oermann hat in der dicht besetzten Abwehr zu große Konkurrenz. Hofmanns Perspektive ist nach Diabys Verpflichtung noch kleiner geworden. Martínez schließt einen Wechsel des 34-Jährigen nicht aus: „In einigen Ländern sind die Transferfenster noch offen. Wir müssen abwarten.“ Hofmann wird von Al-Shabab umworben. In Saudi-Arabien schließt das Transferfenster erst am 12. Oktober.
Boniface ist der kompliziertere Fall. Der Nigerianer hatte in der Vorbereitung gute Ansätze gezeigt und in Elversberg nach seiner Einwechslung Wirkung erzielt, sein Kopfball landete an der Latte und wurde zur Vorlage für Kofane. Martínez sprach über die Vorgeschichte: „Vor zwei Monaten dachten wir nicht, dass wir darüber sprechen werden. Er hat sehr gelitten, sein Knie war nicht in Ordnung, und körperlich war er sehr weit weg.“ Inzwischen trainiere Boniface täglich und verbessere sich. Für drei Wettbewerbe sei er aber bei weitem noch nicht bereit. „Wenn wir ein Tor brauchen, ist Boniface in meinem Kopf. So einfach ist das“, sagte Martínez. Der Stürmer soll Schritt für Schritt zu voller Belastbarkeit zurückfinden. Womöglich wird er gegen Union bereits wieder zum Faktor.
Leverkusen: Flekken – Quansah, Tapsoba, Medina, Gutiérrez – García, Tillman – Diaby, Maza, Moreira – Schick; Union: Rönnow - Juranovic, Querfeld, van den Bosch, Rothe - Khedira, Kemlein - Aebischer, Burcu - Latte Lath, Ilic; Schiedsrichter: Braun (Wuppertal).


