Bayer 04 Leverkusen gewinnt gegen RB Leipzig mit 2:0 und verschafft sich nach einem fehlerhaften ersten Durchgang eine entspannte Länderspielpause.
Ruhe für MartínezSieg zum Durchatmen für Bayer 04 gegen Leipzig

Bayers Trainer Carles Martínez (l.) freut sich mit Kapitän Edmond Tapsoba. Rechts: Leipigs Benjamin Henrichs.
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Die Frage vor dem Spiel in der Bay-Arena am Sonntagnachmittag lautete: Welcher der beiden Klubs erlebt eine ruhige dreiwöchige Länderspielpause? Die Antwort: Bayer 04 Leverkusen. Vor allem dank einer Steigerung nach der Pause gewann die Werkself gegen RB Leipzig ein über weite Strecken mittelklassiges Bundesligaspiel 2:0 (1:0). Sieben Punkte aus vier Ligaspielen verschaffen Trainer Carles Martínez Luft. Für Leipzigs Coach Martín Demichelis wird es hingegen eher ungemütlich.
Die beste Nachricht für die Werkself vor dem Anpfiff: Ibrahim Maza war nach seiner Erkältung fit genug für die Startelf. Der 20-Jährige ist im Bayer-Kader der Mann für kreative Lösungen im vorderen Spieldrittel. In der Anfangsphase lieferte er davon jedoch sehr wenig, spielte einen Fehlpass nach dem anderen. Doch er war nicht allein. Fast alle Leverkusener waren im Ballbesitz fehleranfällig.
Weil Leipzig seinen durchwachsenen Saisonstart ebenfalls mit sich herumschleppte, entwickelte sich eine Partie aus der unteren Mittelklasse. „In der ersten Halbzeit hat uns häufig dieser eine Pass, diese Präzision gefehlt, um das Leipziger Pressing zu durchbrechen und zu Chancen zu kommen“, sagte Simon Rolfes. Bayers Sport-Geschäftsführer sah dennoch „unser konzentriertestes und konstantestes Spiel in dieser Saison“.
Schick mit fantastischer Abnahme
Der Treppenwitz des ersten Durchgangs war das 1:0. In dem Treffer steckte all das, was Bayer zuvor vermissen ließ: eine technisch perfekte Halbfeldflanke mit feiner Schärfe und Flugkurve von Miguel Gutiérrez und eine mindestens ebenso hochwertige Volleyabnahme von Patrik Schick (44.). Spielsituation gelesen, direkt und konzentriert vorgelegt, eiskalt abgeschlossen – so hatte man Leverkusen in dieser Saison viel zu selten gesehen. Für Schick war es der vierte Treffer in vier Ligaspielen – in jeder Partie traf er einmal. Schick blieb damit der verlässlichste Leverkusener im Strafraum. Seine Präsenz gab Bayer nach der Pause nun Sicherheit. Glück hatten die Gastgeber, dass ein Leipziger Treffer wegen knapper Abseitsstellung aberkannt wurde. So ging es mit der Führung in die Kabinen, obwohl Leverkusen in der ersten Halbzeit nur 30 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen hatte.
Das änderte sich nach der Pause. Bis zum Abpfiff steigerte Bayer den Wert auf mehr als 45 Prozent. Leverkusen hatte nun deutlich mehr vom Spiel und erhöhte zum richtigen Zeitpunkt auf 2:0. Gutiérrez traf mit einem abgefälschten Schuss, der unter den Armen von Torwart Maarten Vandevoordt hindurchrutschte (59.). Ridle Baku hatte den Ball zuvor unmotiviert in die Mitte gespielt – direkt in die Füße des Spaniers. „Miguel ist ein sehr guter Fußballer, technisch stark und sehr spielintelligent. Seine Flanken sind ebenfalls top“, sagte Rolfes. Martínez lobte den Torschützen: „Technisch ist er unglaublich stark. Im Angriff kann er vorbereiten und selbst treffen. Er war zudem defensiv sehr konzentriert.“
Bakus Fehler passte zum Leipziger Auftritt, der von Minute zu Minute fahriger und lustloser wurde. Leverkusen musste sich vorwerfen lassen, die Partie nicht früher entschieden zu haben. Mehrfach fehlten der letzte Pass oder der zielgerichtete Abschluss. Doch Leipzig war an diesem Tag einfach zu schwach, um das Ergebnis noch einmal infrage zu stellen. „Wir haben einige Chancen etwas zu hektisch ausgespielt, sonst wäre es vielleicht noch klarer geworden“, sagte Rolfes. Martínez sagte: „Wir haben das Spiel kontrolliert, aber nie aufgehört.“ Demichelis befand: „Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten. Man darf nicht viele Fehler machen.“
Nach drei Pflichtspielen in der BayArena steht Leverkusens Torverhältnis bei 8:0. Nach der Länderspielpause bietet sich der Werkself in Mainz die Chance auf den ersten Ligasieg in der Fremde. Darauf können Martínez und seine Mannschaft nun in Ruhe hinarbeiten.

