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„Ich glaube, in ihm brodelt es“Leverkusen sucht vor dem Derby nach Haltung

Im Podcast „Wir waren klar besser“ geht es um die Frage, wie Bayer 04 mit der internen Kritik umgeht. Vor dem Derby am Sonntag wirkt das Team verunsichert.

Das Team von Bayer 04 Leverkusen stellt sich nach der Pleite gegen Marseille den Fans.

Das Team von Bayer 04 Leverkusen stellt sich nach der Pleite gegen Marseille den Fans.

Robert Andrich macht sich „Sorgen“ um Bayer 04. „Jetzt musst du ins Derby rein, und da brennt es“, sagte der frühere Kapitän mit Blick auf das Duell beim Rivalen 1. FC Köln am Sonntag.

Nach dem trostlosen 0:1 gegen Olympique Marseille in der Europa League ist es die dritte Pflichtspielniederlage in den vergangenen vier Spielen.

Bayer mit Sorgen vor dem Derby: „In dieser Phase brauchst du eine andere Haltung zum Spiel“

Damit stellt sich die Frage, wer der Mannschaft jetzt die Richtung gibt. Bayer-Reporter Patrick Scherer sagt dazu im Podcast „Wir waren klar besser“ von Kölner Stadt-Anzeiger und Express im Gespräch mit KSTA‑Sportchef Christian Löer: „Uns kam es so ein bisschen vor, als wäre er unentschlossen gewesen, welchen Weg er jetzt gehen will.“ Gemeint ist Geschäftsführer Sport Simon Rolfes.

Bayer-Profi Robert Andrich hatte bereits nach dem Spiel einen Mitspieler offen kritisiert, der in einer Situation stehen geblieben sei, statt nachzusetzen. Scherer nennt das „eine offensichtliche Kritik“. Löer sieht die Offenheit des Bayer-Akteurs gleichwohl positiv: „Das fand ich eigentlich ganz angenehm, nach so einem Spiel da mal Klartext zu sprechen.“

Rolfes habe sich dagegen für einen anderen Ton entschieden. „Er hat dann die diplomatische Variante gewählt und versucht, die Dinge sehr sachlich einzuordnen“, so Scherer. Aber: „Ich glaube aber, in ihm brodelt es schon.“

Bayer-Trainer Carles Martínez sei auf die Kritik angesprochen worden und habe sie zurückgewiesen. Nach Scherers Schilderung sagte er: „Das wäre jetzt hier nicht der Ort, darüber zu diskutieren.“

Für Scherer fehlt der Mannschaft gerade eine Haltung, die über das Spielerische hinausgeht. „In dieser Phase brauchst du eine andere Haltung zum Spiel, um darüber ins Spielerische zu kommen.“ Bayer-Profi Ibrahim Maza sieht er als Gegenbild. „Ich habe noch nie gesehen, dass der in einem Spiel irgendwie mal abgeschaltet hat.“

Am Sonntag im Derby in Köln bietet sich Bayer eine Chance, die Lage zu drehen. Löer erinnert an die Ausgangslage: „drei von vier Pflichtspielen verloren.“ Scherer blickt auf seine Einschätzung von vor zwei Wochen: „Ich sagte, ja gut, das wird Leverkusen schon machen.“ Heute sagt er: „Jetzt bin ich weit davon entfernt, mit dem Brustton der Überzeugung zu sagen“, dass Bayer gewinnt. (oke)