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Bundesliga-AnalyseBöse Überraschung für Christian Streich

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Christian Streich verzweifelt in Wolfsburg.

Das 0:6 in Wolfsburg ist die höchste Bundesliga-Niederlage des Kult-Trainers. Auch Hertha BSC ist noch nicht aufgewacht.

Nach mehr als zwei Monaten WM- und Winterpause hat die Fußball-Bundesliga ihren Betrieb mit dem 16. Spieltag wieder aufgenommen. Niemand wusste, wo er steht. Weiß man jetzt mehr?

Ein kleines bisschen. Die Teams aus Bremen (1:7 in Köln) und Freiburg (0:6 in Wolfsburg) wissen, dass sie sich noch in dem Zustand befinden, den die Wissenschaft Hibernation nennt. Der Stoffwechsel wird zurückgefahren, der Herzschlag verlangsamt sich, die Atmung wird auf wenige Züge pro Minute reduziert. Alles dient dem Zweck der Schonung innerer Energiereserven, um gut über die dunklen und kalten Monate zu kommen. Für Murmeltiere, Igel, Fledermäuse und Siebenschläfer eine segensreiche, lebensrettende Einrichtung der Natur, die im Volksmund Winterschlaf heißt. Für Fußball-Profis allerdings nicht.

Freiburgs Trainer Christian Streich hatte zuvor in der Bundesliga mit Freiburg noch nie ein Spiel mit 0:6 Toren verloren. Wie lautete seine Erklärung für den Zusammenbruch?

„Es war einfach alles falsch, was wir gemacht haben“, sagte der Fußballlehrer. Viel mehr wollte er nicht äußern, um den Schaden nicht noch zu vergrößern: „Wenn ich nichts mehr sage, sage ich auch nichts Falsches.“ Seine Mannschaft, normalerweise ein Muster für Intensität, Disziplin und Effizient, ließ gleich die ersten drei Wolfsburger Schüsse passieren. Danach war die Partie entschieden. Streich schien sich bestätigt zu fühlen in seinen permanenten Hinweisen darauf, dass Tabellenplatz zwei, der mehr als zwei Monate lang zementiert war, nicht das wahre Bild der Bundesliga zeige. Sein Weltbild und seine Arbeit will der Trainer allerdings nicht infrage stellen. Auf die Frage, wie er sich auf das Spiel gegen Frankfurt am Mittwoch vorbereite, sagte er auf Südbadisch: „Video schaue, trainiere, kicke.“

Oliver Glasners Lob nützt dem FC Schalke 04 nichts

Dem Erfolgsverein Eintracht Frankfurt ist eine böse Rückmeldung erspart geblieben. Der neue Tabellenzweite hat Schlusslicht Schalke 04 3:0 geschlagen. Klingt nach einem sauberen Nachmittag.

Trainer Oliver Glasner war da anderer Meinung. Die Spieldaten bestätigen ihn. Der Abstiegskandidat hatte mehr Ballbesitz, eine bessere Passquote, die höhere Anzahl von Torschüssen (19!), ließ sich aber in dieser Schein-Überlegenheit von den schnellen Frankfurtern in deren Stadion regelmäßig auskontern. Hier zeigte vor allem der Däne Jesper Lindström beim 1:0 seine Klasse, als er ein spektakuläres Solo konsequent abschloss. Oliver Glasner war vor dem Spiel in Freiburg trotzdem sehr kritisch: „Mir haben die Schalker fast besser gefallen. Ich gratuliere Ihnen ehrlich zu einer sehr guten Leistung.“ Ärgerlich für Schalke, dass solch ein qualifiziertes Lob an den Zahlen nichts ändert. So haben sie mit dem 36. Auswärtsspiel in Folge ohne Sieg einen Liga-Rekord aufgestellt, den keiner haben will, und bleiben mit neun Punkten Schlusslicht. Trainer Thomas Reis sprach Klartext: „Es ist beschissen.“

Ein Zeichen nach draußen, aber vor allem nach innen
Bochums Trainer Thomas Letsch

Der VfL Bochum macht es seit der Trennung von Thomas Reis Ende September besser. Das 3:1 des vorherigen Vorletzten über Hertha BSC war ein Statement im Abstiegskampf, das die halbe Liga unter Druck gesetzt hat.

„Ein Zeichen nach draußen, aber vor allem nach innen“, sagte Trainer Thomas Letsch, der das Team als Tabellenletzter mit einem Punkt übernommen hatte. Hertha BSC war bis zu einer VAR-Entscheidung in der elften Minute in Bochum das aktivere Team, doch Tousarts Treffer zählte nicht, weil der Ball bei Richters Vorbereitung bereits knapp im Aus war. Philipp Hofmann (2) und der aus Freiburg ausgeliehene Keven Schlotterbeck brachten das Spiel auf die sichere Seite, ehe Serdar spät den Ehrentreffer erzielte. Obwohl sei Team jetzt nur noch die Schalker hinter sich hat, wollte Hertha-Trainer Sandro Schwarz keinen Alarm machen. „Wir wissen, in welchen Tabellenregionen wir uns bewegen.“

Das wissen auch RB Leipzig und die Münchner Bayern, deren Vergleich zum Jahresauftakt am Freitagabend nach Toren von Choupo-Moting und Halstenberg mit 1:1 endete.

Beide schienen mit dem Resultat leben zu können, die Bayern trotz einer eher durchwachsenen zweiten Halbzeit mit ihren sechs Punkten Vorsprung auf die Gastgeber aus Sachsen eher besser. Die Defensive funktionierte schon ordentlich auf beiden Seiten. Der neue Bayern-Torhüter Yann Sommer, der beim Reklamieren mit dem rechten Arm nach dem völlig regelkonformen Ausgleich stark an Manuel Neuer erinnerte, hatte ansonsten wenig zu tun. Und am Samstag konnten sich die Münchner dann der 26. Bundesliga-Herbstmeisterschaft schon vor dem letzten Spiel der Vorrunde sicher sein. Für so etwas müssen sie noch nicht einmal ganz aus dem Winterschlaf erwachen.