Der Final-Fluch der Schweiz hält an: Auch gegen Finnland verpasst die goldene Generation den ersehnten WM-Titel im Eishockey.
Der Schweizer Final-FluchEishockey-Nati verliert zum fünften Mal ein WM-Endspiel

Die Schweiz um Kapitän Roman Josi (l) trauert nach dem verlorenen WM-Finale gegen Finnland.
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Bei den NHL-Profis aus der Schweiz flossen Tränen, in der Züricher Arena herrschte Fassungslosigkeit und die Kontrahenten feierten: Die Serie von Niederlagen in Endspielen der Eishockey-WM für die Schweiz setzt sich fort. „Es ist einfach zum Kotzen“, äußerte der Schweizer Angreifer Christoph Bertschy. Analog zu den verlorenen Finalpartien in den Jahren 2013, 2018, 2024 und 2025 befand sich das Schweizer Team schon in der Umkleide, während der neue Titelträger – diesmal Finnland – die Trophäe präsentierte. Das Boulevardmagazin „Blick“ aus der Schweiz titelte dazu: „Weltmeister der Herzen und Schmerzen“.
Dabei schien für den erstmaligen Gewinn des WM-Titels alles vorbereitet. In der Arena in Zürich fieberten 10.000 Anhänger mit, eine Welle der Begeisterung erfasste das gesamte Land, und Tennis-Legende Roger Federer sowie Ski-Ass Marco Odermatt sorgten für zusätzliche Motivation in der Umkleide. Dazu kam ein Song, der sich zur neuen Nationalhymne entwickelte. Am Sonntagabend wurde „W. Nuss vo Bümpliz“ von Patent Ochsner jedoch nicht gespielt, anders als bei den neun siegreichen Partien zuvor. Die Schweiz hatte sich mit beeindruckenden Siegen und einer Tordifferenz von 48:8 durch den Wettbewerb gespielt, scheiterte aber wieder an der finalen Hürde.

Großer Frust bei den Schweizern nach der erneuten Final-Niederlage.
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Goldene Generation bleibt ohne Krönung
Eine Krönung bleibt der goldenen Generation um NHL-Profi Roman Josi von den Nashville Predators somit weiterhin verwehrt. „Wir hatten das Gefühl, es sei unser Tag“, konstatierte Kapitän Josi nach der fünften Niederlage im fünften WM-Finale. Seine Equipe war zum ersten Mal als Favorit in die entscheidende Partie gestartet. Letztlich scheiterte die „Nati“ jedoch an den selbst gesetzten Ansprüchen.
Dem Team um den 35-jährigen Josi, den herausragenden Goalie Leonardo Genoni (38) und Angreifer Nino Niederreiter (33) bieten sich nicht mehr viele Gelegenheiten. „Die Jahre sind gezählt, vor allem für mich“, hob Niederreiter, der für die Winnipeg Jets spielt, hervor. Zwar hat sich die Schweiz zu einer Eishockey-Nation etabliert, aber die hohe Konzentration an Spitzenspielern wie in Schweden, Finnland oder Nordamerika fehlt.
Wiederkehrendes Muster in Endspielen
In Zürich wurde überdies ein vertrautes Schema deutlich, das an die Finalpleiten von 2024 und 2025 erinnerte. Die Schweiz brillierte einmal mehr in der Gruppenphase, wo auch das deutsche Team beim 1:6 deutlich unterlag. Auch in der K.o.-Phase war der WM-Gastgeber anfangs unaufhaltsam und schaltete im Viertelfinale mit 3:1 sogar den Angstgegner Schweden aus – ehe das Finale anstand.

Der Moment nach dem Gegentor: Torhüter Leonardo Genoni und sein Team haben erneut ein WM-Finale verloren.
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„Wir finden keine Wege, um Tore zu schießen“, kritisierte Niederreiter. Das Tor des Gegners wirkt in den Endspielen wie zugemauert. Vor zwei Jahren fiel beim 0:2 gegen Tschechien kein eigener Treffer, vor zwölf Monaten gab es ein 0:1 nach Verlängerung gegen die USA und dieses Mal traf lediglich der Finne Konsta Helenius in der Overtime. „Die Nervosität hat uns etwas gehemmt“, bemerkte Coach Jan Cadieux. Dieser hatte nur wenige Wochen vor dem Wettbewerb Patrick Fischer abgelöst, welcher über die Enthüllung eines gefälschten Covid-Impfzertifikats im Vorfeld der Olympischen Spiele 2022 in Peking seine Position verlor.
Nächste Chance bei WM 2027 in Deutschland
Ausgerechnet im Land des Erzrivalen ergibt sich für die Schweizer die kommende Gelegenheit auf den Titelgewinn. Agierte das deutsche Team lange Zeit auf einem ähnlichen Niveau, so ist die Schweiz der DEB-Auswahl sportlich inzwischen davongezogen. Bei der bevorstehenden WM 2027 in Mannheim und Düsseldorf zählt sie als frischer Spitzenreiter der Weltrangliste zu den aussichtsreichsten Anwärtern. „Wir werden wieder aufstehen“, kündigte Timo Meier, Stürmer der New Jersey Devils, an. „Aber momentan ist das alles nur ein scheiß Gefühl.“ (dpa/red)
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