Der FC St. Pauli steigt nach der 1:3-Niederlage gegen Wolfsburg ab. Dem Kiezclub steht nun ein großer Umbruch bevor.
St. Pauli steigt abNach 1:3 gegen Wolfsburg muss der Kiezclub in die 2. Liga

Tor der Hoffnung: Konstantinos Koulierakis (2.v.r.) jubelt über die Wolfsburger Führung.
Copyright: Christian Charisius/dpa
Für den FC St. Pauli sind die Feierlichkeiten in der Bundesliga nach zwei Spielzeiten zunächst beendet. Der Kiezclub unterlag im entscheidenden Duell um den Verbleib in der Liga dem VfL Wolfsburg mit 1:3 (0:1) und steigt somit in die 2. Bundesliga ab, obwohl die Mannschaft zeitweise eine überzeugende Vorstellung bot. Im Gegensatz dazu erreichten die Wolfsburger am finalen Spieltag den Relegationsrang, was ihnen die Hoffnung auf den Klassenerhalt bewahrt.
Im voll besetzten Millerntor-Stadion sahen 29.546 Besucher, wie Konstantinos Koulierakis (37.) die Wolfsburger Mannschaft in Front brachte. Zwar konnte der nach dem Seitenwechsel ins Spiel gekommene Abdoulie Ceesay (57.) für St. Pauli den Gleichstand erzielen, aber ein unglückliches Eigentor des Keepers Nikola Vasilj (64.) führte zum entscheidenden Rückstand. Christian Eriksen (77.), Kapitän der Wolfsburger, setzte danach einen Handelfmeter an die Latte, ehe Dzenan Pejcinovic (80.) das finale Ergebnis besiegelte.
Wolfsburg sichert sich die Relegationsteilnahme
Die Konsequenz der Niederlage ist der direkte Abstieg für den FC St. Pauli als Tabellenachtzehnter. Der 1. FC Heidenheim muss die Hamburger begleiten, da dieser nach einer 0:2 (0:2)-Niederlage gegen Mainz 05 die Spielzeit auf Rang 17 abschließt. Vor dem finalen Spieltag waren alle drei Vereine – Wolfsburg, Heidenheim und St. Pauli – mit der gleichen Punktzahl in den Kampf um den Klassenerhalt gestartet.
Der VfL Wolfsburg kämpft nun am bevorstehenden Donnerstag sowie am Pfingstmontag in den Relegationsspielen um den Fortbestand seiner Zugehörigkeit zur Bundesliga. Als Kontrahent steht der Verein fest, der die 2. Bundesliga auf dem dritten Platz beendet. Mögliche Gegner sind die SV Elversberg, Hannover 96 oder der SC Paderborn.
Niedergeschlagenheit und Realismus beim FC St. Pauli
Im Anschluss an das Spielende war die Niedergeschlagenheit unter den Akteuren des FC St. Pauli groß; sie verweilten kraftlos auf dem Spielfeld und erhielten Trost von Coach Alexander Blessin. Auf der anderen Seite zelebrierten die Wolfsburger mit Erleichterung die gewonnene Möglichkeit, in der Liga zu bleiben. Die Hamburger Mannschaft hatte über weite Strecken der Partie gut dagegengehalten und auch nach dem Gegentreffer nicht resigniert. Erst das 1:3 führte zu einer spürbaren Aufgabe.
Obwohl der Abstieg für den Club und seine Anhänger schmerzhaft war, kam er nicht vollkommen unerwartet. Die Partie gegen Wolfsburg markierte das zehnte sieglose Match in Serie. Schon während der ersten Saisonhälfte musste der Kiezclub eine Negativserie von neun aufeinanderfolgenden Niederlagen verkraften. Auffällig war in diesem Zusammenhang, dass die Clubführung um Präsident Oke Göttlich sowie Sportdirektor Andreas Bornemann trotzdem an Coach Blessin festhielt.
Große Neuausrichtung beim Kiezclub
In der vorherigen Saison hatte Blessin es noch geschafft, den Klassenerhalt mit begrenzten finanziellen Ressourcen zu sichern. In der aktuellen Spielzeit hingegen gab es zahlreiche Probleme. Die Offensive von St. Pauli war mit lediglich 29 erzielten Treffern die schwächste der gesamten Liga. Gleichzeitig erwies sich die Defensive mit 59 Gegentreffern als wesentlich instabiler im Vergleich zum Vorjahr (41). Hinzu kam, dass die Mannschaft von Verletzungen geplagt war, was zum Beispiel zum wochenlangen Ausfall von Kapitän Jackson Irvine führte.
Infolge des Abstiegs steht beim FC St. Pauli eine Neuausrichtung bevor. Es wird prognostiziert, dass Trainer Blessin den Club verlassen wird, obwohl Präsident Göttlich sich vor der Partie beschwichtigend äußerte. „Wir haben überhaupt keinerlei andere Signale erhalten und gesendet“, erklärte er gegenüber Sky. Blessins Name wurde schon mit dem VfL Wolfsburg sowie dem FC Augsburg assoziiert.
Personelle Wechsel wird es ebenfalls im Spielerkader geben. Wichtige Akteure wie Kapitän Irvine, Torhüter Nikola Vasilj, Verteidigungschef Hauke Wahl sowie der gegen Wolfsburg nicht einsatzbereite Defensivspezialist Eric Smith dürften schwer zu halten sein, da sie die Aufmerksamkeit anderer Vereine auf sich gezogen haben. Sportdirektor Andreas Bornemann steht nun vor der Herausforderung, einen neuen Coach zu verpflichten und ein konkurrenzfähiges Team für die 2. Bundesliga aufzubauen. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.