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Stimmen zum 1:1Ratlosigkeit beim FC – Wagner: „Müssen darüber sprechen“

6 min

Der FC kann sich nach einem Führungstreffer nicht belohnen. Am Ende steht ein Remis gegen Werder Bremen. Die Stimmen zum Spiel. 

Der 1. FC Köln hat eine 1:0-Führung gegen Werder Bremen am Samstag (13. September/2026) noch aus der Hand gegeben. Am Ende steht ein 1:1 mit dem der FC weniger gut leben kann als die Gäste.

Insbesondere der Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit gab im Anschluss an die Partie allen FC-Beteiligten zu denken. Auf Bremer Seite herrscht dagegen Freude über einen „verdienten Punktgewinn“. Die Stimmen zum Spiel im Überblick.

FC-Trainer René Wagner: „Dürfen wir unsere Identität nicht verlieren“

FC-Trainer René Wagner zum 1:1: „Wir hatten in den letzten beiden Spielen ein bisschen Probleme in der zweiten Halbzeit. Da müssen wir darüber sprechen, warum uns in diesen Phasen ein bisschen der Mut gefehlt hat – im hohen Pressing und auch mit Ball. Wir haben zu oft den langen Ball gewählt und dann wird es natürlich schwer. Bremen hat das in der zweiten Halbzeit 20, 25 Minuten super gemacht. Am Ende fällt leider noch dieses Standardtor. Aufgrund der ersten und der zweiten Halbzeit ist der Punkt aber für beide Mannschaften verdient.“

… zum Gegentor nach einer Ecke: „Am Ende ist es ein bisschen unglücklich. Wenn Jahmai da nicht den Fuß dranhält, nimmt Marvin den Ball hinten einfach auf. So wird es eine Vorlage für Füllkrug. Wir müssen das Kopfballduell in der Box besser führen.“

FC-Trainer René Wagner versucht an der Seitenlinie, auf seine Spieler einzuwirken.

FC-Trainer René Wagner versucht an der Seitenlinie, auf seine Spieler einzuwirken.

… zu seiner wütenden Reaktion nach dem Ausgleich: „In dem Moment ist es natürlich ärgerlich, weil ich weiß, welche Fragen danach kommen. Das gehört dazu. Wir arbeiten jede Woche daran und dann tut es umso mehr weh, weil wir die Thematiken kennen, die aufkommen. Für uns geht es darum, jeden Tag an diesen Sachen zu arbeiten.“

… zum Wunsch nach einem Spiel ohne Gegentor: „Natürlich ist es immer ein Ziel, zu null zu spielen. Das ist unsere Aufgabe, wenn das Spiel losgeht. Trotzdem dürfen wir unsere eigene Identität nicht verlieren. Wir wollen vorwärts spielen und aggressiv sein. Heute war es ein Standardgegentor, aus dem Spiel heraus ist nichts passiert.“

FC-Profi Linton Maina: „Keiner wusste so richtig, was jetzt zu tun ist“

FC-Offensivspieler Linton Maina zur enttäuschenden Punkteausbeute: „Wenn du führst, dann ist es auf jeden Fall zu wenig. Ich glaube, Bremen sieht ähnlich aus wie wir in der Saison und da ist es einfach vor allem zu Hause wichtig, drei Punkte hierzulassen. Es fühlt sich jetzt auf jeden Fall an wie eine Niederlage.“

Maina ratlos zum Auftritt der Mannschaft: „Die Sachen, die nicht gut waren, waren kommunikativ, dass keiner so richtig wusste, was jetzt zu tun ist. Da müssen wir es schaffen, dass es nicht so dahinplätschert.“

Köln-Sechser Tom Krauß : „Das ist ein absolut verdienter Punkt für Werder Bremen. So ehrlich muss man sein. Wir machen das 1:0, dann kriegt Bremen ein bisschen mehr Spielkontrolle, aber macht trotzdem nicht viel daraus. Aber dann in der zweiten Halbzeit kriegen wir sehr wenig Druck auf den Ball. Bremen hat absolut Druck gemacht. Wenn du solche Spiele hast, wo du vielleicht auch einfach mal verteidigst, musst du die Standards gut verteidigen.“

Werder-Profi Mitchell Weiser: „Es fühlt sich für mich persönlich nach einem Sieg an“

Daniel Thioune (Trainer Werder Bremen) zum Unentschieden in Köln: „Beide Mannschaften haben in ihrer besten Phase das Tor geschossen. In der ersten Halbzeit hätte ich mir gewünscht, dass wir nach dem gehaltenen Elfmeter sofort da und wach sind. Wach waren wir erst nach dem 0:1. Danach ist uns ein bisschen etwas gelungen und wir konnten zum Ende der ersten Halbzeit etwas Druck herausnehmen. Wir waren ein bisschen überrascht über diesen Dreieraufbau und mussten anpassen. In der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel phasenweise bestimmt und verdient ausgeglichen.“

… zu Füllkrugs Ausgleichstreffer: „Es war kein Zufall. Nach dem Kopfball von Amos Pieper und dem Abpraller ist nur ein einziger Spieler zum Ball gegangen und das war Niclas Füllkrug. Das ist das Stürmernäschen. Für mich ist das kein Zufall, sondern eine Qualität, die er besitzt. Zu diesem Zeitpunkt war der Ausgleich sicherlich verdient.“

… zum Comeback von Mitchell Weiser: „Das macht den Fußball aus. Der Junge hatte Tränen in den Augen. Hier dabei zu sein, war schon etwas Besonderes. Ich glaube, er hat nicht mit Spielzeit gerechnet, aber ich brauchte noch einmal einen Spieler im Zentrum. Er ist dort fast um sein Leben gerannt. Es gab keinen schöneren Ort für ihn, um zurückzukommen. Es war der Augenblick.“

Niclas Füllkrug (Torschütze Werder Bremen) zur Mentalität der Mannschaft: „Es ist gut für uns als Team, hier in Köln in so einem hitzigen Stadion wieder bestanden zu haben. Das gibt uns im Moment sehr viel mehr als nur Ergebnisse. Wir sind zurückgekommen. Solche Tore nach einem Abpraller, wo dir der Ball irgendwie vor die Füße fällt, erarbeitet man sich als Mannschaft. Die Szenen in der ersten Halbzeit, wie wir nach Ballverlust nach hinten sprinten, waren für mich fast wertvoller als das Tor am Ende. Wir fokussieren uns darauf, als Mannschaft total füreinander da zu sein und gar nichts Negatives in die Mannschaft kommen zu lassen.“

… zu seinem Treffer zum 1:1: „Skhiri hat das eigentlich sehr gut gemacht und war bei den Ecken sehr eng an mir dran. Am Ende fällt mir der Ball wirklich vor die Füße. Vielleicht bin ich einen Tick wacher als die anderen oder rechne damit. Amos gewinnt ein gutes Kopfballduell. Dann bin ich zur Kurve gelaufen und habe gerufen: ‚Wie geht das, dass ich dieses Trikot anziehe und wieder treffe, wie ich will?‘ Es ist Wahnsinn.“

… zum emotionalen Comeback von Mitchell Weiser: „Ich musste sogar mitweinen. Ich drehe mich vor der Kurve um und sehe Mitchi mit Tränen in den Augen. Ich kenne das leider selbst. Ich hatte unter anderem auch einen Kreuzbandriss. Da gehst du durch Momente in der Reha, in denen du wirklich denkst: Wie soll das jemals wieder werden? Das hat er überstanden und kann ganz stolz auf sich sein. Wir sind sowieso stolz auf ihn und ganz glücklich, dass er wieder da ist.“

Emotionale Rückkehr in Köln: Bei Mitchell Weiser brachen nach dem Abpfiff alle Dämme.

Emotionale Rückkehr in Köln: Bei Mitchell Weiser brachen nach dem Abpfiff alle Dämme.

Mitchell Weiser (Werder Bremen) zu seinem Comeback nach 14 Monaten: „Das Traumszenario wäre gewesen, wenn wir noch eins gemacht hätten. Für mich war es trotzdem ein besonderer Abend. Es fühlt sich für mich persönlich nach einem Sieg an. Natürlich hätten wir als Mannschaft aber gerne gewonnen.“

… zu seinen Emotionen nach dem Schlusspfiff: „Es war eine sehr lange Zeit. Seitdem ich mit Fußball angefangen habe, war das die längste Zeit ohne Fußball. Das war hart für mich. Jeden Tag diese Ungewissheit, wann ich wieder auf den Platz kommen kann. Dann habe ich gemerkt, dass ich für dieses Spiel in Köln gekämpft habe, überhaupt dabei zu sein. Hier hat alles für mich angefangen, in diesem Stadion. Da ist einfach etwas hochgekommen.“

… dazu, wie gezielt er auf das Spiel in Köln hingearbeitet hat: „Ich hatte schon vor, letzte Saison zurückzukommen. Dann kommen bei so einer schweren Verletzung Dinge dazwischen. In den letzten drei, vier Wochen hat man gemerkt, dass es für Köln reichen könnte. Es sollte noch gebremst werden, aber ich habe gekämpft, dass ich hier dabei bin. Wie es dann so will, konnte ich reinkommen. Das war besonders.“ (red/sid)