Bayer 04 Leverkusen spielt gut, verpennt aber wieder den Start in die zweite Hälfte und spielt beim FC Augsburg nur 2:2. Die Stimmen zum Spiel.
„Es geht nicht nur um Qualität“Stimmen zum verschenkten Bayer-Sieg in Augsburg

Leverkusens Guéla Doué (r.) und Augsburgs Mert Kömür.
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Bayer 04 ist mäßig in die neue Saison der Fußball-Bundesliga gestartet. Nach der Niederlage in Elversberg und dem Sieg gegen Union Berlin gab es jetzt ein 2:2 beim FC Augsburg. Die Werkself dominierte das Spiel über weite Strecken, kam aber schläfrig aus der Kabine und kassierte zwei Tore zum 1:2. Immerhin: Christian Kofane und Patrik Schick erzielten zwei Traumtore. Die Leverkusener Stimmen zum Spiel:
Kapitän Edmond Tapsoba
„Am Ende steht es 2:2, aber es fühlt sich wie eine Niederlage an. Wir hatten das Spiel in der ersten Halbzeit unter Kontrolle, und in der Kabine hatten wir uns darauf vorbereitet, dass Augsburg nach der Pause stärker herauskommen würde. Dann dürfen wir nicht innerhalb von fünf Minuten zwei Tore kassieren.“
„Jeder von uns muss mehr machen. Wir dürfen nicht erst reagieren, wenn wir zwei Gegentore bekommen haben. Wir müssen vorher handeln und versuchen, das Spiel zu entscheiden – so wie in den ersten 40 Minuten. Danach hätten wir das Spiel kontrollieren können.“
„Wir müssen lernen, Spiele so schnell wie möglich zu verändern. Wenn wir in der ersten Halbzeit eine, zwei, drei oder vier Chancen haben, müssen wir sie nutzen und versuchen, uns das Spiel leichter zu machen.“
„Unsere Reaktion in den letzten Minuten war gut, aber wahrscheinlich etwas zu spät. Ein Punkt ist nicht schlecht, aber wir hatten die Qualität, drei Punkte mitzunehmen.“
Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes
„Wir haben besser gespielt, als es das Ergebnis aussagt, aber fünf oder acht Minuten aufgehört, Fußball zu spielen. Beim ersten Gegentor darf niemand einfach stehen bleiben, nur weil er denkt, der Ball sei im Aus. Solange das nicht feststeht, muss man weitermachen. Beim zweiten Gegentor darf ein guter Kopfballspieler nach einer Ecke natürlich nicht so frei stehen. So steht es plötzlich 1:2, und eigentlich weiß ich nicht genau, warum es 1:2 steht. Danach haben wir viel Druck gemacht und viele Situationen kreiert. Deshalb war der Ausgleich am Ende hochverdient. Trotzdem haben wir dieses Spiel aus der Hand gegeben, obwohl wir die bessere Mannschaft waren.“
„Wir hätten nach drei Spielen mehr Punkte haben wollen. Wir hatten heute gute Phasen und haben in diesen Phasen gut gespielt. Zehn Minuten repräsentieren aber nicht das gesamte Ergebnis und nicht unbedingt die gesamte Leistung der Mannschaft. Wir hätten uns heute stärker belohnen können. Dafür musst du in allen Situationen 90 Minuten da sein.“
Joker und Torschütze Patrik Schick
„Natürlich tut es weh. Wenn wir in dieser Saison Ambitionen haben und Ziele erreichen wollen, dann fühlt sich das eher so an, als hätten wir zwei Punkte verloren.“
„Wir sind zu spät aufgewacht, aber heute hatten wir vielleicht noch ein bisschen mehr Zeit als in Elversberg. Es tut mir wirklich weh, dass wir schon am Anfang der Saison fünf Punkte verloren haben. Wir müssen etwas verbessern. Es sind bereits fünf Punkte in drei Spielen.“
„Alle Spieler, die für Bayer spielen, haben viel Qualität. Es geht aber nicht nur um Qualität. In einem Bundesligaspiel braucht man weitere Dinge, wenn man gewinnen will – das komplette Paket.“
Trainer Carles Martínez
„Ich denke, dass wir den Sieg verdient gehabt hätten. Die erste Halbzeit war insgesamt sehr gut. Natürlich ist Augsburg eine gute Mannschaft und kann Chancen kreieren, aber über weite Strecken bin ich mit unserem Auftritt zufrieden. In der zweiten Halbzeit hat Augsburg Druck gemacht und zwei Chancen bekommen. Die zweite entstand nach einer Ecke. Wir hatten heute selbst viele Ecken und haben vieles gut vorbereitet, aber wir haben daraus kein Tor erzielt. Wir haben die Duelle und die entscheidenden Aktionen nicht gut genug geführt. Im Fußball entscheiden solche Details. Wenn eine Mannschaft im Rhythmus ist und Selbstvertrauen hat, musst du bereit sein, weil sich ein Spiel innerhalb einer Minute verändern kann.“
„Wir müssen uns verbessern. Vier Punkte aus drei Spielen sind nicht genug, wenn wir oben in der Tabelle stehen wollen. So bin ich damit natürlich nicht zufrieden. Wenn ich vor den drei Spielen gefragt worden wäre, was ich erwarte, hätte ich mehr Punkte genannt. Mit sieben oder neun Punkten wäre ich glücklicher als mit vier.“
„Das ist aber der Anfang unseres Prozesses. Man lernt, wenn man gewinnt, man lernt beim Unentschieden und man muss lernen, wenn man verliert. Ich sehe in dieser Woche und auch heute viele gute Dinge. Ich will nicht nur das Negative sehen.“


