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Respekt vor DeutschlandWM-Trainer Advocaat über das DFB-Team und seine Gladbach-Zeit

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Dick Advocaat

Dick Advocaat ist mit 78 Jahren der älteste Trainer bei der WM. (Archivbild)

Curaçaos WM-Coach Dick Advocaat spricht vor dem Duell mit Deutschland über seine Gladbacher Zeit und Manuel Neuer.

Dick Advocaat (78), eine Trainer-Ikone, leitet den Underdog Curaçao bei der WM. Im Vorfeld der Partie gegen Deutschland äußert er sich zu seiner Gladbacher Vergangenheit und zu Manuel Neuer.

Obwohl Dick Advocaat schon zum dritten Mal an einer Fußball-WM teilnimmt, stellt das bevorstehende Turnier in den USA, Kanada und Mexiko für den 78-jährigen Coach eine außergewöhnliche Situation dar. Er hat sich unerwartet mit der Nationalelf des Karibikstaates Curaçao qualifiziert, die als deutlicher Underdog gilt – vor allem in der ersten Begegnung der Gruppenphase gegen die deutsche Nationalmannschaft.

Advocaat erläutert, dass der Schlüssel zum Erfolg eindeutig der „überragende“ Mannschaftsgeist sei. Über die Anfangszeit berichtet der niederländische Trainer: „Als ich angefangen habe, wollte die Hälfte der Mannschaft gar nicht spielen“. Seinerzeit hätten zahlreiche Akteure noch auf eine Berufung in das niederländische Nationalteam spekuliert. Die WM-Qualifikation wird durch die beschränkten Ressourcen umso bemerkenswerter.

WM-Ambitionen und die Partie gegen das DFB-Team

Für das Turnier sei das Vorhaben, „es jedem Gegner so schwer wie möglich zu machen“. Sein Team hält Advocaat keineswegs für aussichtslos: „Es steckt sehr viel Ehrgeiz in dem Team. Und wenn du den hast, kannst du auch einiges erreichen.“ Trotz erheblicher qualitativer Differenzen sei der Plan, die eigene Haut so teuer wie möglich zu verkaufen. Der Coach fügt hinzu: „Jeder kann überraschen. Warum nicht Curacao?“. Schon ein unerwarteter Erfolg könnte für den Einzug in die nächste Runde ausreichen.

Den Umstand, dass seine Mannschaft direkt zum Auftakt auf Deutschland trifft, bewertet Advocaat als „fantastisch“. Er kommentiert: „Ja, warum nicht? Da wissen wir gleich, wo wir stehen“. Da ein Spiel gegen die DFB-Elf ohnehin anstehe, sei der Beginn des Turniers der ideale Moment dafür.

„Ich habe noch immer großen Respekt vor Deutschland“

Er betrachtet die deutsche Auswahl als eindeutigen Gruppenfavoriten. Advocaat unterstreicht: „Sie sind noch immer ein großes Fußballland. Ich habe noch immer großen Respekt vor Deutschland“, und ergänzt: „Die Bundesliga ist eine tolle Liga mit tollen Stadien.“

Zu Borussia Mönchengladbach, wo der Coach früher aktiv war, besteht eine spezielle Beziehung. Er ruft in Erinnerung, dass damals der Neubau des Stadions abgeschlossen wurde und die finanziellen Mittel darin investiert waren. Advocaat zitiert seine damalige Haltung: „Ich habe den Verantwortlichen gesagt, dass wir investieren müssen und dass ich nicht der Mann bin, der dauerhaft nur gegen den Abstieg spielt“. Horst Köppel übernahm anschließend seine Position. Obwohl die Episode kurz war, sei es eine großartige Erfahrung gewesen: „Ich bekomme noch heute eine Weihnachtskarte von der Borussia.“

Anerkennung für Neuer: „Immer noch ein Weltklasse-Torwart“

Advocaat äußert sich ebenfalls eindeutig zur deutschen Nummer eins, Manuel Neuer. Dass dieser wieder im Tor steht, habe ihn nicht verwundert. Der 78-Jährige meint: „Manuel Neuer ist ein großartiger Sportler. Auch mit 40 Jahren sieht er noch fantastisch aus“. Das Alter sei für einen Keeper von geringerer Bedeutung. „Er ist immer noch ein Weltklasse-Torwart, das hat er zuletzt in der Champions League gegen Real Madrid wieder bewiesen.“

Die Debatten in Deutschland bezüglich Neuers Comeback kann er nicht nachvollziehen. Da Bundestrainer Julian Nagelsmann den Torhüter aus seiner Zeit beim FC Bayern kenne und dessen Performance beobachtet habe, sei die Entscheidung logisch. Advocaat sagt dazu: „Ich kann total verstehen, dass er ihn zurückgeholt hat“.

Rückblick auf die Weltmeisterschaft 1994 in den USA

Mit der Weltmeisterschaft in den USA verknüpft Advocaat spezielle Erfahrungen. Schon 1994 nahm er als Bondscoach der Niederlande teil und hat die extremen Verhältnisse noch präsent. Eine WM in den Vereinigten Staaten sei „Vom Wetter her auf jeden Fall“ eine der herausforderndsten. „Ich kann mich noch an die WM 1994 erinnern, damals haben wir um 12.00 Uhr Ortszeit in Orlando gespielt. Es war schrecklich.“ In der Halbzeitpause musste ein Akteur mit einer Sauerstoffmaske versorgt werden. Einen Hitzvorteil für seine Mannschaft aus Curaçao erwartet er allerdings nicht, weil sämtliche Spieler in Europa unter Vertrag stehen und daher nicht an solche Temperaturen adaptiert sind.

Der Umstand, mit 78 Jahren der dienstälteste Coach des Turniers zu sein, ist für ihn ohne Bedeutung. „Man ist so alt, wie man sich fühlt. Und ich fühle mich gut.“ Als Favoriten auf den Weltmeistertitel benennt er Spanien, Frankreich, Deutschland sowie die Niederlande.

Zur Person: Der als Fußball-Weltenbummler bekannte Dick Advocaat (78) war als Niederländer auch schon in Deutschland für Borussia Mönchengladbach im Einsatz. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko markiert seine dritte WM-Teilnahme als Nationalcoach. Er betreute 1994 sein Heimatland und war 2006 für Südkorea verantwortlich. Aktuell begleitet er den klaren Underdog Curaçao. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.