Wegen später Anstoßzeiten bei der WM 2026 in Nordamerika fürchten Gastronomen in Köln erhebliche finanzielle Einbußen.
Deutlicher Dämpfer für WirteSpäte WM-Anstoßzeiten kosten Gastronomie Millionen Euro

Viele Spiele bei der WM starten erst nach Mitternacht - und damit zu einer ungünstigen Zeit für die Gastronomie. (Archivbild)
Copyright: Jonas Walzberg/dpa
Das große KStA WM-Tippspiel 2026
Jetzt mitspielen und gewinnen!
Tippen Sie alle WM-Spiele in der KStA-App – exklusiv für App-Nutzer.
- 🏆1. Platz: Jahresmitgliedschaft Sportcenter Kautz (bis zu 1.000 €)
- 🚢2. Platz: Leserreisen-Special „Viva Las Vegas“ auf dem Flussschiff
- ⚽3. Platz: 1. FC Köln Trikot
- 🎭4.–6. Platz: Je 2 Gutscheine für Linus' Talentprobe
- ♨️7.–10. Platz: Je 2 Gutscheine für die Therme Euskirchen
Fußball-WM 2026: Gastronomen in Köln fürchten Einbußen durch späte Spiele. Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko weckt hohe Erwartungen. Für die Gastronomiebetriebe hierzulande könnten die ungewöhnlichen Spielzeiten jedoch problematisch werden.
Für Gastronomiebetriebe wie Bars, Kneipen und Biergärten in Deutschland könnten die ungewöhnlichen Anstoßzeiten der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft eine erhebliche Belastung darstellen. Dies ergibt sich aus einer Analyse, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur erstellte. IW-Ökonom Marc Scheufen äußerte sich dazu: „Die WM 2026 wird der Gastronomie und dem Handel in Deutschland ein kleines Umsatzplus bescheren. Die späten Anstoßzeiten dämpfen den wirtschaftlichen Effekt jedoch deutlich“.
Laut Scheufen könnte das Turnier der Gastronomiebranche Mehreinnahmen von etwa 67,4 Millionen Euro bringen. Der Experte fügte hinzu: „Wären alle Spiele um 19 Uhr angesetzt, läge dieser Wert bei knapp 103 Millionen Euro.“ Er prognostiziert, dass im Vergleich zu vergangenen Weltmeisterschaften mehr Zuschauer die Begegnungen zu Hause ansehen werden. Diese Kalkulation basiert auf der Annahme, dass die deutsche Nationalelf im Achtelfinale ausscheidet.
Spielbeginn oft erst nach Mitternacht
Das Fußballturnier wird ab dem 11. Juni in den Austragungsorten USA, Kanada und Mexiko ausgetragen. Wegen des Zeitunterschieds von sechs bis neun Stunden fängt über die Hälfte der Spiele erst nach Mitternacht mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) an, manche sogar erst ab 4 Uhr oder zu einem späteren Zeitpunkt.
Scheufen zufolge werden voraussichtlich nur rund vier Prozent der möglichen Zuschauer die Spiele der deutschen Mannschaft ansehen, wenn diese bis nach Mitternacht andauern oder erst dann starten. Abhängig vom jeweiligen Gegner wird mit 18 bis 26 Millionen Zuschauern gerechnet, die die Spiele entweder daheim oder in Lokalen verfolgen. Im Vergleich dazu war die Zuschauerzahl bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar aufgrund von Boykottaufrufen mit 9 bis 17 Millionen deutlich geringer, während sie bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien mit 26 bis 35 Millionen höher lag.
Gaststättenverband warnt vor zusätzlichen Ausgaben
Jana Schimke, die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotellerie- und Gastronomieverbandes (Dehoga), hebt den besonderen Wert des gemeinschaftlichen Erlebens hervor: „Nichts geht über das gemeinsame Mitfiebern und Feiern in Kneipen, Restaurants oder Biergärten – ein echtes Erlebnis im Vergleich zum Alleine-Schauen auf dem Sofa.“ Allerdings seien die ökonomischen Auswirkungen für den Sektor von diversen Umständen abhängig. Sie nennt dabei nicht nur die Spielbeginne und das Wetter, sondern auch die Rentabilität. „Solche Public-Viewing-Angebote müssen wirtschaftlich sorgfältig kalkuliert werden.“
Nach Aussage von Schimke kommen auf die Gastronomiebetriebe weitere Ausgaben zu, beispielsweise für die Technik zur Übertragung, für Mitarbeiter und für Lizenzen. Demnach seien Gastronomen für die öffentliche Vorführung der Partien gezwungen, wegen der Rechtevergabe einen dreimonatigen „Sky GastroPass“ zu kaufen, falls sie nicht bereits ein solches Abonnement besitzen. Zusätzlich fielen Lizenzgebühren an die Verwertungsgesellschaft Gema sowie an den Weltfußballverband FIFA.
Hoffnung durch Rückblick auf die WM 2014
Im Gegensatz zur Europameisterschaft 2024 in Deutschland seien die Prognosen merklich gedämpfter, äußert Thorsten Hellwig vom Dehoga NRW. Insbesondere die Gruppenspiele an Wochentagen werden aufgrund des Zeitunterschieds voraussichtlich nicht zu einem großen Besucherandrang führen. Es bleibe abzuwarten, ob der generelle Verzicht auf große Public-Viewing-Veranstaltungen einen positiven Effekt für die Gaststätten haben wird.
Hellwig erinnert sich positiv an die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien, bei der die deutsche Mannschaft den Titel gewann. Seinerzeit begannen zahlreiche Partien wegen des Zeitunterschieds erst ab 22 Uhr MESZ oder noch später. Dennoch sei das Event für den Sektor ein wirtschaftlicher Erfolg gewesen. Sein Schluss lautet deshalb: „Je weiter die Nationalmannschaft kommt, desto besser für die Gastronomie.“ (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.