Große Fanmeilen zur WM sind in NRW selten. Wir zeigen, wo es im Rheinland und Ruhrgebiet trotzdem große Fußballfeste gibt.
Public Viewing zur WMKöln verzichtet, die größten Fan-Feste sind im Ruhrgebiet

Zuschauer jubeln bei einem Tor der deutschen Mannschaft bei der WM 2014 vor dem Rathaus in Recklinghausen. (Archivbild)
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WM-Spiele in NRW: Hier finden Public-Viewing-Veranstaltungen statt. Im Vergleich zur EM 2024 sind große Fanmeilen seltener. Dennoch gibt es im Rheinland und Ruhrgebiet Orte für große Fußballfeste, die wir vorstellen.
Zahlreiche Anhänger möchten die Begegnungen der Fußball-Weltmeisterschaft gemeinschaftlich erleben. Im Gegensatz zur Europameisterschaft, die vor zwei Jahren in Deutschland ausgetragen wurde, sind diesmal jedoch weniger umfangreiche Fanmeilen geplant. Austragungsort des Turniers ist Nordamerika, was zu abweichenden Zeitzonen führt. Für die DFB-Auswahl beginnt der Wettbewerb am Sonntagabend um 19.00 Uhr MESZ mit dem Spiel gegen Curaçao. Die darauffolgenden Gruppenspiele finden am 20. Juni gegen die Auswahl der Elfenbeinküste und am 25. Juni gegen Ecuador statt, beide mit Anstoß um 22.00 Uhr deutscher Zeit. Einige andere Vorrundenbegegnungen fangen erst nach Mitternacht an, während das Endspiel am 19. Juli um 21.00 Uhr beginnt.
Insbesondere im Ruhrgebiet werden für Fußballbegeisterte, die eine Atmosphäre wie im Stadion bevorzugen, umfangreiche Events angeboten. An vielen Orten sorgen jedoch auch einzelne Gastronomiebetriebe für ein entsprechendes Angebot für ihre Besucher.
Umfangreiche Public-Viewing-Angebote in NRW
Die „Arena auf Ewald“ in Herten, auf dem Areal der Zeche Ewald, wird mit einer Kapazität für bis zu 10.000 Zuschauer als die größte Veranstaltung dieser Art in Nordrhein-Westfalen angesehen. Es werden sämtliche Vorrundenpartien übertragen, deren Anstoßzeit vor 22.00 Uhr liegt. Der Zugang ist bei Begegnungen ohne deutsche Teilnahme kostenlos, wohingegen für Spiele der DFB-Auswahl eine Gebühr von zwei Euro für Sicherheitsmaßnahmen verlangt wird. Des Weiteren sind Eintrittskarten für separate Exklusivbereiche erhältlich.
Zu den bedeutendsten Fanmeilen gehört ebenfalls die „Kia Arena“ am Rathausplatz in Recklinghausen. Wenn die deutsche Nationalmannschaft spielt, erfolgt eine Sperrung des benachbarten Wallrings, wodurch die Besucherkapazität auf bis zu 8.000 Personen ansteigt. Übertragen werden alle Begegnungen des Turniers, die spätestens um 22.00 Uhr beginnen. Für die Partien der DFB-Elf ist hier ebenfalls eine Sicherheitsabgabe von zwei Euro zu entrichten, während der Zugang ansonsten kostenfrei bleibt.

Zuschauer verfolgen auf der Fanmeile vor dem Rathaus in Recklinghausen 2014 ein WM-Fußballspiel. (Achivbild)
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Findet kein Spiel der deutschen Mannschaft statt, wird das Gelände vor der Rathauskulisse mit Bierzeltgarnituren ausgestattet, weshalb die Stadt das Areal auch als den größten Biergarten der Umgebung bezeichnet. In Dortmund bietet das „Stadt Dortmund Fanfest im Hafengarten“ bis zu 3.000 Anhängern die Möglichkeit, die Begegnungen unter freiem Himmel anzusehen. Der Zugang ist kostenlos und es werden Spiele übertragen, deren Beginn bis 23.00 Uhr angesetzt ist.

Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft marschieren bei der EM 2024 in Richtung Stadion sowie zum Public Viewing im Dortmunder Westfalenpark. (Archivbild)
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Die Situation in Köln und Umgebung
Laut einer dpa-Umfrage bei den zehn größten nordrhein-westfälischen Städten existieren auch an anderen Orten umfangreichere Events. Für Essen wurden drei Public-Viewing-Veranstaltungen mit je 1.000 prognostizierten Gästen angemeldet. In Wuppertal verfügt die größte Veranstaltung über eine Platzkapazität für 1.200 Personen. In Kommunen wie Bielefeld und Münster planen hauptsächlich Gastronomiebetriebe, Fußballübertragungen in ihren Außenbereichen anzubieten.
In Köln wird von der Stadt kein eigenes Public Viewing organisiert. Ein Sprecher lieferte als Begründung, dass sich „in der Vergangenheit gezeigt hat, dass sich das Interesse des Publikums für Public Viewings in Grenzen hält, wenn das Turnier nicht in Deutschland stattfindet“. Gastronomen in Düsseldorf verwenden die schon genehmigten Außenflächen für ihre Übertragungen. Es wurden dort keine Anträge gestellt, um die Sperrzeit zu verkürzen und somit Spiele nach 24 Uhr zeigen zu dürfen.
Vorschriften für die Außengastronomie
In ihren Vorschriften für Fernsehübertragungen in Gastronomiebetrieben macht die Stadt Köln darauf aufmerksam, dass auf Anwohner Rücksicht genommen werden muss. Ähnlich wie bei vergangenen Turnieren ist der Gebrauch von besonders lauten Instrumenten wie Vuvuzelas, Trommeln, Tröten oder Pfeifen in Außenbereichen untersagt. Gastwirte sind verpflichtet, ein solches Verhalten zu verhindern.

Fans verfolgen vor einer Gaststätte ein Fußballspiel. (Illustration)
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Die Gema als zuständige Verwertungsgesellschaft erwartet, dass Gastronomiebetriebe für die WM weniger Public-Viewing-Veranstaltungen anmelden werden, als dies bei der EM 2024 der Fall war. Eine Sprecherin erklärte dazu: „Grund ist, dass die EM im Jahr 2024 bei uns in Deutschland war und die Spielzeiten in diesem Jahr nicht so günstig liegen wie vor zwei Jahren“.
Einen kleineren Zulauf prognostizieren ebenfalls Marktforschungsinstitute. Einer Stichprobenerhebung der NIQ-Marktforscher zufolge beabsichtigen lediglich neun Prozent der Haushalte, öffentliche Übertragungsangebote wahrzunehmen. Die meisten Umfrageteilnehmer gaben an, die Fußballpartien daheim, entweder für sich oder mit anderen, ansehen zu wollen. Aus diesem Grund rechnet das Unternehmen mit einer Verlagerung des Konsumverhaltens in den häuslichen Bereich. Zusätzlich äußerte über ein Drittel der Teilnehmer, an den Spieltagen auf Lieferdienste zurückgreifen zu wollen. (dpa/red)
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