Thomas Berglund, der schwedische Trainer der Kölner Haie, lernt Deutschland auch vom Bus aus kennen. Am Donnerstag brach der 57-Jährige mit seinem KEC-Team ins rund 550 Kilometer entfernte Straubing in Niederbayern auf. Dass ihn und seine Spieler dort im DEL-Spiel am Freitagabend (19.30 Uhr) eine anspruchsvolle Aufgabe erwartet, zeigt ein Blick auf die Zahlen.
Die Tigers sind im heimischen Eisstadion am Pulverturm besonders stark. Vier von fünf Heimpartien gewannen sie dort in der Saison 2026/27. Nur im ersten Heimspiel unterlagen sie den Krefeld Pinguinen. Die Haie haben ihrerseits auswärts zwei von drei Begegnungen für sich entschieden. Allerdings gingen sie bislang in allen fünf Freitagsspielen als Verlierer vom Eis. Und auch am Dienstag beim 2:3 nach Verlängerung gegen Schwenningen in der Lanxess-Arena.
„Wir kennen Straubing aus den vergangenen Jahren und wissen, dass Spiele am Pulverturm nicht einfach sind. Wir müssen an unserem Gameplan festhalten, defensiv stabil stehen und über 60 Minuten konstant spielen. Ich erwarte eine körperbetonte Partie – wir müssen vom ersten Wechsel an hellwach sein“, meint Haie-Verteidiger Brady Austin.
Haie-Kader: Ins Team des KEC wird voraussichtlich Mittelstürmer Gregor MacLeod zurückkehren, der am Dienstag krank gefehlt hatte. Weniger wahrscheinlich ist, dass der angeschlagene Angreifer Ryan MacInnis schon wieder wird mitmischen können. Das Duo im Tor werden voraussichtlich Janne Juvonen und Nico Wiens bilden. Wann Felix Brückmann, der seit dem 27. September verletzt ist, sein Comeback geben kann, ist offen – in Straubing wird es wohl noch nicht so weit sein. Ein besonderes Spiel wird in Straubing Stürmer Tim Fleischer erleben, der erstmals zu den Tigers zurückkehrt, für die er vor seinem Wechsel nach Köln zwei Jahre spielte.
Der Gegner: Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart gewannen die Straubing Tigers sieben ihrer vergangenen acht Spiele. Mit 20 Punkten aus zehn Begegnungen steht die Mannschaft von Trainer Craig Woodcroft auf dem zweiten Tabellenplatz, Köln ist mit 16 Zählern aus elf Partien Siebter. Vor allem defensiv sind die Niederbayern stabiler: Sie kassierten 27 Gegentreffer in zehn Spielen, die Haie bereits 42 – allerdings in elf Partien. Am Sonntag bewiesen die Tigers beim 3:2 gegen Wolfsburg, dass sie auch knappe Begegnungen gewinnen können. Torhüter Jakub Škarek war Garant des Erfolgs mit 34 Paraden. Gegen Köln muss Coach Woodcroft auf Torwart Florian Bugl sowie Danjo Leonhardt und Moritz Kukuk verzichten. Als zusätzliche Absicherung zwischen den Pfosten verpflichtete der Klub unlängst den früheren Kölner Goalie Mirko Pantkowski.
Bilanz: Mut dürfte den Haien der Rückblick auf die vergangene Saison machen. 2025/26 gewann der KEC, damals gecoacht von Kari Jalonen, alle vier DEL-Duelle mit Straubing in der regulären Spielzeit. Zu Hause setzte sich Köln mit 7:4 und 4:2 durch, am Pulverturm mit 2:0 und 6:3. Vielleicht ein gutes Omen: Der Auswärtserfolg im November 2025 gelang an einem Freitag.
Ausblick: Auf das nächste Sonntagsspiel müssen die Haie ein wenig warten. An diesem Wochenende haben sie nach dem Gastspiel in Straubing frei. Weiter geht es am Dienstag um 19.30 Uhr mit dem DEL-Klassiker, einem Heimspiel gegen die Adler Mannheim. Anschließend steht das wiedererweckte kleine Derby beim Aufsteiger Krefeld am Freitag, 30. Oktober, auf dem Programm. Danach ein Duell mit Iserlohn am Sonntag, 1. November, in der Lanxess-Arena – als letzte Partie vor der Deutschland-Cup-Pause.
