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„Viele Nachrichten erreicht“Lehrling Wiens im Haie-Tor umjubelt

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Feiert mit den Kölner Fans nach seinem Shutout in der CHL: Nico Wiens

Feiert mit den Kölner Fans nach seinem Shutout in der CHL: Nico Wiens

Nach dem Pflichtspieldebüt beim 3:0 des KEC in der CHL gegen Herning darf der 21-jährige Goalie auf eine Chance in der DEL hoffen.

In der Champions Hockey League zu spielen, lohnt sich für die Kölner Haie in mehrfacher Hinsicht. Sportlich ist die Teilnahme jetzt schon ein Hit. Das 3:0, das die KEC-Profis am Mittwoch vor 14.227 Zuschauern in der Lanxess-Arena gegen den dänischen Meister Herning Blue Fox feierten, war der fünfte Sieg der Mannschaft von Trainer Thomas Berglund im fünften Spiel in der europäischen Liga.

Und dann gab es da noch die wunderbare Geschichte des 21-jährigen Haie-Torhüters Nico Wiens, der gegen Herning sein erstes Profi-Pflichtspiel für die Haie absolvierte – und einen Shutout schaffte, also ohne Gegentor blieb.

Haie-Keeper Wiens: „Das Spiel war für mich natürlich etwas Besonderes“

Nach Spielende gratulierten ihm die Teamkollegen sehr herzlich, die Fans feierten ihn für diesen traumhaften Einstand. Wiens selbst berichtete am Tag danach: „Das Spiel war für mich natürlich etwas Besonderes. Danach haben mich viele Nachrichten erreicht, über die ich mich sehr gefreut habe. Jetzt richte ich den Fokus wieder nach vorn, möchte auf meiner Leistung aufbauen und mir weitere Einsätze erarbeiten.“

In diesen Worten klang durch, was sie bei den Haien an dem Nachwuchs-Goalie schätzen und warum sie ihn im Sommer aus Selb nach Köln holten: seine unkapriziöse Einstellung, seine Arbeitsmoral und Wettkampfhärte. „Nico bringt einen guten Charakter mit und ist bodenständig. Für ihn ist es eine Chance, und dafür arbeitet er. Er hat gezeigt, dass er sich dieser Herausforderung stellen kann“, sagte Haie-Sportdirektor Matthias Baldys.

Übersetzt heißt das so viel wie: Wenn Wiens so weitermacht, darf er darauf hoffen, in dieser Saison das eine oder andere Spiel auch in der DEL zu bestreiten. Zumal Felix Brückmann, der zusammen mit dem Finnen Janne Juvonen bei den Haien das Torhüterduo bildet, zurzeit verletzt ist.

Parallel war der 1,87 Meter große Spieler mit einer Förderlizenz für die Ravensburg Towerstars spielberechtigt. Für den DEL2-Klub bestritt er drei Spiele – und gewann alle drei. Bei seinem Debüt am 28. Dezember 2025 in Bad Nauheim gelang ihm beim 2:0 ebenfalls ein Shutout.

Eigentlich ist Wiens ein Haie-Rückkehrer. Der in Pfullendorf in Baden-Württemberg geborene Goalie spielte schon in der Saison 2019/20 bei den Junghaien, ehe er 2021 nach Ravensburg wechselte. Ein Jahr später zog es ihn zum ERC Ingolstadt, wo er drei Spielzeiten im Nachwuchs verbrachte. Apropos bodenständig: Auch abseits des Eises war Wiens Lehrling, er absolvierte eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Erst nach deren Abschluss begann er im Sommer 2025 bei den Selber Wölfen in der Oberliga seine erste Profisaison.

Mit seinen Leistungen machte er auf sich aufmerksam, sodass er einen Vertrag in Köln erhielt, wo er unter Anleitung der Haie-Coaches den nächsten Schritt machen soll. Baldys meint: „Er hat noch Entwicklungspotenzial und muss an seinem Fundament und Torhüterspiel weiter arbeiten.“ Spielpraxis sammelt Wiens auch beim Kölner Kooperationspartner Füchse Duisburg in der Oberliga – zusammen mit Aaron Kaiser (19), dem zweiten Nachwuchs-Goalie der Haie.

Die Haie-Profis jubeln nach dem 3:0-Erfolg gegen Blue Fox Herning.

Dank beim Torhüter: Die Haie-Profis jubeln nach dem 3:0-Erfolg gegen Blue Fox Herning.

Wiens war nicht der einzige junge Spieler, der am Mittwoch gegen Herning aufs Eis durfte. Auch die Verteidiger Luca und Noah Münzenberger waren dabei, außerdem die Stürmer Mateu Späth und Tobin Brandt. Dafür wurden neben Juvonen auch Moritz Müller, Valtteri Kemiläinen, Gregor MacLeod und Juhani Tyrväinen geschont. Und es geht sofort weiter: Am Freitag (19.30 Uhr) steht in der DEL ein Heimspiel gegen die Schwenninger Wild Wings an, am Sonntag (16.30 Uhr) kommen die Nürnberg Ice Tigers in die Lanxess-Arena.

In der kommenden Woche geht es nach Genf, wo der KEC am Mittwoch (19.45 Uhr) bei Genève-Servette das letzte Vorrundenspiel in der CHL bestreitet. Danach wird feststehen, mit wem sich die Haie im Achtelfinale auseinandersetzen müssen. Gemäß der Abschlusstabelle trifft der Erste auf den Sechzehnten, der Zweite auf den Fünfzehnten – und so weiter. Zurzeit belegen die Haie Platz zwei hinter dem HC Pilsen, Servette liegt auf der zehnten Position und ist wie der KEC bereits für die K.o.-Runde qualifiziert.