Jede Serie endet einmal, auch eine negative. Seit die Haie am Freitag mit 5:3 in Straubing gewonnen haben – nach zuvor fünf Freitagsniederlagen in der DEL-Saison 2026/27 –, kann man sie nicht mehr als Sonntagsmannschaft titulieren. Abgesehen davon, dass sie den heimstarken Tigers drei Punkte abnahmen, kristallisiert sich eine Erkenntnis heraus: Langsam, aber sicher scheint die Mannschaft mit ihrem neuen Trainer Thomas Berglund mehr Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden.
„Die letzten Spiele haben gezeigt, dass wir defensiv gut arbeiten können. Wenn wir das beibehalten, haben wir immer eine Chance, ein Spiel zu gewinnen“, sagte Stürmer Frederik Storm, der neben Louis-Marc Aubry (2), Juhani Tyrväinen und Daniel Fischbuch in Straubing für die Haie traf.
Tatsächlich haben sich die Kölner in den letzten fünf DEL-Begegnungen verbessert. Auffällig ist, dass sich die Leistungen des finnischen Torhüters Janne Juvonen stabilisiert haben. In den Spielen zuvor war die Zahl der gegnerischen Torschüsse nicht außergewöhnlich hoch. Das Problem bestand eher darin, dass zu viele davon im Kölner Tor landeten. Juvonen scheint seine anfängliche Formschwäche nun weitgehend überwunden zu haben.
In Straubing parierte der 32-Jährige 46 von 49 Schüssen und erreichte eine Fangquote von 93,88 Prozent – kurz: Es war wieder der Juvonen, wie man ihn aus der vergangenen DEL-Saison kennt, in der er zum Spieler und Torhüter des Jahres gewählt wurde.
In den ersten sieben DEL-Partien kassierten die Haie insgesamt 32 Gegentore, durchschnittlich 4,57 pro Spiel. In den vergangenen fünf Begegnungen waren es nur noch 13, der Schnitt sank somit auf 2,6. Gleichzeitig stieg die rechnerische Fangquote (inklusive Empty-Net-Goals) von rund 85 auf gut 90 Prozent. Und die Punkteausbeute verbesserte sich von 1,29 auf 2,0 Zähler pro Partie. Nur beim 2:4 in Iserlohn gingen die Haie zuletzt leer aus. Wenn es so bleibt, ist die Aussicht positiv. Mit zwei Punkten pro Spiel gehört eine Mannschaft in der DEL zur Spitzengruppe.
Torhüter gibt der ganzen Mannschaft Sicherheit
Ein funktionierendes Defensivspiel ist nicht nur Sache der Verteidiger und des Torhüters. Es kommt vielmehr auf die Abstimmung der gesamten Mannschaft an, einschließlich des Backcheckings der Stürmer. Je besser das Zusammenspiel funktioniert, desto leichter haben es die Defensivleute und der Goalie. Umgekehrt gibt ein Torhüter in Bestform der ganzen Mannschaft Sicherheit.
Dass hier längst noch nicht alles funktioniert, zeigte das Schlussdrittel in Straubing. Die Haie führten nach 40 Minuten mit 3:0, gerieten dann jedoch erheblich unter Druck und ließen allein in den letzten 20 Minuten 23 Torschüsse zu. Coach Berglund bilanzierte kritisch: „Ich bin glücklich über den Sieg, aber im letzten Abschnitt haben wir den Tigers zu viel Zeit für ihr Spiel gegeben und wurden selbst immer passiver.“
Die nächste Gelegenheit, über 60 Minuten stabil zu spielen, bietet sich den Haien am Dienstag (19.30 Uhr), wenn im DEL-Klassiker die Adler Mannheim mit ihrem wie üblich teuer besetzten Kader in der Lanxess-Arena gastieren.
