Mehr als 18.000 Besucher sahen in der Lanxess-Arena das 5:2 des KEC gegen CHL-Titelverteidiger Frölunda. Am Samstag müssen die Haie nun vor wahrscheinlich nur 4000 Fans in Krefeld gegen Klagenfurt antreten.
Nach Rekordsieg gegen FrölundaEuropäisches Eishockey schaut auf die Kölner Haie

Marcel Noebels traf auch gegen Frölunda für die Kölner Haie.
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Derartiges hat es so früh im Eishockeyjahr in Köln noch nicht gegeben. Am Donnerstag besiegten die Haie den CHL-Titelverteidiger Frölunda Göteborg mit 5:2. Den Erfolg erlebten 18.104 Zuschauer in der fast ausverkauften Lanxess-Arena – Rekord in der Champions Hockey League. Doch nicht nur die enorme Kulisse beeindruckte, sondern auch und vor allem die Klasse des Spiels. Frölunda, ein Spitzenteam aus der schwedischen Liga SHL, war gekommen, um zu gewinnen. Einsatz, taktische Ordnung, Zweikampfhärte – alles stimmte.
Die Jungs wollten zeigen, was sie können. Sie hatten Spaß am Spiel und haben sehr gut gespielt. Besonders hat mir das Zweikampfverhalten gefallen
Doch die Haie waren in allen Aspekten einen Tick besser als der Gegner. „Die Jungs wollten zeigen, was sie können. Sie hatten Spaß am Spiel und haben sehr gut gespielt. Besonders hat mir das Zweikampfverhalten gefallen“, sagte Haie-Sportdirektor Matthias Baldyszu dem Erfolg, der durch Tore von Kevin Niedenz, Daniel Fischbuch, zweimal Marcel Noebels und Frederik Storm zustande kam.
Die gute Frühform des KEC, der am kommenden Freitag mit einem Heimspiel gegen Wolfsburg in die DEL-Saison geht, führt Baldys auf „hartes Training, aber mit Köpfchen“ zurück – und konstatiert, dass die neuen Reihen schon „sehr gut funktionieren.“
Frölundas Trainer Robert Ohlsson war mit der Leistung seiner Mannschaft entsprechend unzufrieden. „Wir haben viele Zweikämpfe verloren, sowohl vor dem eigenen Tor als auch in der offensiven Zone. Wir haben uns nicht so durchgesetzt, wie es nötig gewesen wäre“, sagte er. In schwedischen Medien wurde der Erfolg der Haie als verdient gewürdigt. Das auf Frölunda spezialisierte Eishockeyportal „Raka Puckar“ bezeichnete das 2:5 als „gute Lektion“ für den Titelverteidiger. Frölunda sei nicht gut genug gewesen, um Köln Paroli zu bieten. Die Haie hätten geradliniger gespielt, vor den Toren entschlossener gearbeitet und mehr Zweikämpfe gewonnen.
Viel Zeit, den Erfolg zu genießen, bleibt den Haien nicht. Bereits am Samstag (17 Uhr) steht gegen den KAC Klagenfurt das vierte CHL-Spiel innerhalb von zehn Tagen an. Es wird in Sachen Zuschauerzuspruch ein Kontrastprogramm.
Da die Lanxess-Arena nicht zur Verfügung steht, muss der KEC für das Heimspiel in die rund 60 Kilometer entfernte Krefelder Yayla-Arena ausweichen. Viele Fans waren von dem Umzug nicht begeistert, einige Fanklubs riefen zum Boykott auf. So werden nur etwa 4000 Besucher erwartet – in einer Halle, die beim Eishockey 8.029 Zuschauer fasst. Obwohl es sich offiziell um ein Heimspiel handelt, dürfte sich die Partie für die Haie eher wie ein Auswärtsspiel anfühlen.
Der Gegner aus Österreich ist mäßig in die CHL gestartet. Auffällig ist vor allem die bislang geringe Durchschlagskraft: In jeder der drei Partien erzielte die Mannschaft des kanadischen Trainers Kirk Furey während der regulären Spielzeit nur einen Treffer. Nach einem 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen den französischen Meister Bordeaux verloren die Klagenfurter gegen den Schweizer Titelträger Fribourg-Gottéron mit 1:3 und am Donnerstag beim norwegischen Champion Storhamar Hamar mit 1:2.
Marcel Noebels steigt zum Topscorer der CHL auf
Die Haie können dagegen auf ihren Stürmer Noebels bauen, der aus Berlin zum KEC gewechselt ist. Schon bei den ersten beiden Erfolgen des KEC in der CHL (5:2 in Salzburg, 5:4 n. V. in Tampere) traf Noebels jeweils zweimal. Hinzu kommen zwei Vorlagen, womit er nicht nur Kölner Topscorer ist, sondern auch im CHL-Ranking vorn liegt. „Die Bühne war gegen Frölunda eine sehr große, und ich denke, dass das europäische Eishockey schon nach Köln geguckt hat. Bevor die Partie losging, war das Gefühl in den Köpfen drin, weswegen sich das Spiel ein bisschen wie Playoffs angefühlt hat“, sagte Noebels nach seinem ersten Auftritt im Kölner Trikot in der Deutzer Halle.
Für den 34-Jährigen hat der ungewöhnliche Spielort am Samstag eine besondere Bedeutung: Der Profi aus St. Tönis bei Krefeld begann seine Karriere einst im Nachwuchs des KEV. Und wer weiß, ob ihn das nicht zu weiteren Toren beflügeln wird.
