1. FC KölnU 21 sieht Außenseiterrolle als Ansporn für das Derby gegen Fortuna Köln

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Fynn Schenten (l.) erfüllt die Erwartungen bei der U 21 des 1. FC Köln noch nicht. 

Nach fünf Niederlagen in Serie fordert das Team von Trainer Evangelos Sbonias den Spitzenreiter der Regionalliga West.

Es wird ein Stadtderby unter besonderen Voraussetzungen für die U-21-Fußballer des 1. FC Köln: Das Team von Trainer Evangelos Sbonias geht mit dem Malus von fünf Regionalliga-Niederlagen in Folge in das Heimspiel am Freitag (19.30 Uhr, Franz-Kremer-Stadion) gegen den SC Fortuna Köln. Der Rivale aus der Südstadt kommt mit breiter Brust in den Grüngürtel, der Aufstieg in die Dritte Liga ist zum Greifen nah.

Sbonias verteilte daher im Gespräch vor dem Derby entgegen seiner Gepflogenheit die Rollen: „Fortuna Köln spielt eine überragende Saison und ist das Maß der Dinge. Wir haben in dem Spiel wirklich nichts zu verlieren und sind der klare Außenseiter.“

Das wollte der Trainer allerdings als Ansporn verstanden wissen: „Die Jungs können und sollen befreit aufspielen, um auf der Bühne zu zeigen, dass sie gut Fußball spielen können. Und dann werden wir sehen, was wir dafür bekommen.“

Natürlich macht es was mit einem, wenn du ständig Aufwand betreibst und eigentlich in vielen Phasen auch gut Fußball spielst und dann nicht dafür belohnt wirst
Evangelos Sbonias, Trainer der U 21 des 1. FC Köln

Eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Abend ist, dass die FC-Talente die Serie von fünf Niederlagen ausblenden. „Es wäre gelogen, wenn wir sagen würden, das beschäftigt die Jungs nicht“, konstatierte Sbonias, „es ist eine brutal junge Mannschaft, noch mal jünger als in den vergangenen beiden Jahren. Wir haben am Wochenende wieder mit fünf U-19-Spielern gespielt. Natürlich macht es was mit einem, wenn du ständig Aufwand betreibst und eigentlich in vielen Phasen auch gut Fußball spielst und dann nicht dafür belohnt wirst.“ Sbonias ergänzte: „Aber das gehört zur Entwicklung dazu, diese Dinge zu akzeptieren, daran nicht zu zerbrechen, nicht zu hadern, nicht vom Weg abzukommen, um dann gestärkt rauszugehen.“ Der Trainer zeigte sich zuversichtlich. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Jungs daraus auch etwas Positives ziehen können, wenn wir weiterhin mit aller Ruhe und Akribie arbeiten.“

Die Niederlagenserie dürfte am Geißbockheim hinter verschlossenen Türen für Unzufriedenheit, jedoch keineswegs für Unruhe sorgen. Nach der starken Hinrunde ist der Ausbildungscharakter seit dem Ende der Winterpause noch stärker in den Vordergrund gerückt. So verhalf Sbonias in den vergangenen Wochen reihenweise Spielern aus der U 19 zu ihren Debüts in der Regionalliga West.

Auch gegen Fortuna Köln werde mit Jonathan Friemel wieder mindestens ein U-19-Spieler dabei sein, sagte der Coach. „Wir haben den Luxus und den haben wir uns nicht ergaunert, sondern hart verdient. Das Punktepolster haben wir wieder früh in der Saison erreicht, um dann genau solche Entwicklungsschritte zu sehen und solche Jungs vorzubereiten für die nächste Saison und für andere Aufgaben. Eigentlich müssen wir uns glücklich schätzen, dass wir so damit umgehen können“, erklärte der Trainer.

Offensivspieler des 1. FC Köln befinden sich in der Formkrise

Die Niederlagen in Siegen und Bonn etwa sind auch zweifelsfrei der Unerfahrenheit der Mannschaft zuzurechnen, ebenso der Last-Minute-Ausgleich in Wiedenbrück. Allerdings gelingt es der Mannschaft zuletzt auch auffallend selten, das zweifellos vorhandene Potenzial in der Offensive zu entfalten. Hier bleiben bislang insbesondere Fynn Schenten und Youssoupha Niang hinter den Erwartungen zurück. Dem Duo gelang es noch nicht, sich in der U 21 für höhere Aufgaben zu empfehlen.

Mit Marvin Ajani war es zuletzt der Zweitälteste im Kader, der als Flügelspieler für Gefahr nach vorne sorgte. Auch Safyan Toure befindet sich seit der Winterpause im Leistungstief. Die Talente, die von einer Karriere im Profi-Fußball träumen, sind im Saison-Endspurt noch einmal gefordert – und dann dürften auch wieder Punkte auf das U-21-Konto wandern. Vielleicht schon im Derby gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner.