Der Südstadt-Klub marschiert sportlich Richtung Aufstieg. Die Vorbereitung auf die Dritte Liga läuft im Hintergrund.
TV-Gelder, Parkplätze, StadiondachSo plant Fortuna Köln für die Dritte Liga

Auf der Geschäftsstelle von Fortuna Köln sind die Mitarbeiter mit den Vorbereitungen für einen potenziellen Aufstieg beschäftigt.
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Für den Fußball-Regionalligisten SC Fortuna Köln verläuft die Spielzeit 2025/26 enorm erfolgreich. Mit dem 2:0 beim Außenseiter Velbert hielt die Mannschaft von Trainer Matthias Mink den Vorsprung von acht Punkten in der Regionalliga West auf Verfolger Rot-Weiß Oberhausen stabil. Die Zollstocker spielen konstant auf hohem Niveau, holen verlässlich ihre Punkte – und mussten sich bislang nur ein einziges Mal geschlagen geben: am dritten Spieltag beim 2:3 gegen Borussia Mönchengladbach II. Seither ist die Fortuna unbesiegt, stellt die beste Offensive und Defensive der Liga und setzte im Mittelrheinpokal ein Ausrufezeichen: Im Viertelfinale bezwang sie den Drittligisten Alemannia Aachen mit 1:0.
Fortuna Köln plant für den Aufstieg
Ob das zum Aufstieg reicht, bleibt offen – die Richtung ist allerdings klar. Das wissen auch die Verantwortlichen. Im Hintergrund laufen längst die Vorbereitungen auf den Fall der Fälle. Die Lizenzunterlagen für die Dritte Liga hat die Fortuna fristgerecht beim DFB eingereicht; eine Rückmeldung wird Anfang April erwartet. Unabhängig davon bleiben die zentralen Fragen: Finanzierung, Etatplanung, Sponsoren, dazu das seit Monaten diskutierte Dach über der Gegengeraden im Südstadion. Es sind viele Baustellen, die bei einem Aufstieg nicht kleiner, sondern dringlicher werden.
Sportlich wäre die Fortuna in der Dritten Liga, gemessen am üblichen Wettbewerb, voraussichtlich ein Klub mit vergleichsweise geringem Etat. Präsident Hanns-Jörg Westendorf gibt sich dennoch gelassen. „Wir haben natürlich Ideen, wie wir uns finanziell besser aufstellen können“, sagt er – und nennt drei Hebel: den Anteil an Fernsehgeldern, eine höhere Attraktivität für überregionale Sponsoren durch nationale Vermarktung via Live-Übertragungen sowie einen steigenden Zuschauerschnitt, zu Hause wie auswärts. „Das sind die drei Bausteine.“
Bausteine, die zunächst ein Grundgerüst skizzieren. Denn im Kölner Süden stellt sich ebenso die Frage, inwieweit die Fortuna ihre Mannschaft im Aufstiegsfall zusammenhalten kann. Auch hier bleibt Westendorf zuversichtlich: „Wir könnten beim Aufstieg keine Kopfstände machen, aber wir werden in der Lage sein, das Team zusammenzuhalten, so wie es der Trainer will.“ Und mehr noch: „Wir würden ebenfalls in der Lage sein, uns sicherlich auch auf dem Transfermarkt zu verstärken.“
Fortuna Köln bemüht um Parkplätze
Neben dem Finanziellen geht es um Organisation und Infrastruktur. Das Dach auf der Gegengeraden im Südstadion ist seit Langem geplant; derzeit hapert es an der Finanzierung, die Westendorf jedoch klar umrissen sieht. „Das wird eine Mischung aus Fördermitteln, Crowdfunding, Namensrechten und Werbepartnern. Das ist ein bunter Strauß“, sagt der 61-Jährige. Noch immer hofft er auf eine Fertigstellung vor der nächsten Saison: „Wir haben immer noch im Kopf, dass das Dach zur neuen Saison steht. Die Bauarbeiten gehen schnell. Die Elemente werden vorgebaut, ins Stadion gefahren und aufgestellt.“
Ein weiteres Thema: die Parkplatzsituation bei Heimspielen. Je nach Gegner ist die mitunter prekär. Im Pokalspiel gegen Aachen waren die Flächen auf dem Ascheplatz bereits 90 Minuten vor Anpfiff nahezu belegt; Ausweichmöglichkeiten sind in Zollstock begrenzt. Auch wenige Tage später, im Derby gegen den Bonner SC (0:0), war der Parkplatz vor dem Stadion voll. In der Drtitten Liga, so die naheliegende Sorge, könnten solche Zustände, inklusive Verkehrschaos im Kölner Süden, im Zwei-Wochen-Rhythmus auftreten.
Der Klub sucht nach Lösungen – und setzt auf Gespräche mit der Stadt. „Wir sind im Austausch mit der Stadt Köln. Am Freitag haben wir einen Termin mit Oberbürgermeister Torsten Burmester. Da geht es um eine Bandbreite an Themen, auch wie man die Parkplatzsituation entschärfen kann. Es gibt da sehr positive Ansätze. Wir fühlen uns beim Oberbürgermeister gut aufgehoben, der Austausch ist bisher sehr gut“, sagt Westendorf. Denkbar seien etwa umfunktionierte Flächen an Spieltagen oder zusätzliche Parkmöglichkeiten, etwa in Parkhäusern in der Umgebung.
Mit einem Aufstieg würde sich auch für die Fans nach vielen Jahren eine neue Wirklichkeit einstellen. In der Regionalliga West liegen die Fahrtzeiten – ohne Stau – meist bei maximal zwei bis drei Stunden. In der Dritten Liga wären dagegen Strecken von fünf, sechs oder gar noch mehr Stunden an der Tagesordnung. Auch hier will der Verein, wie Westendorf betont, etwas zurückgeben: „Wir dürfen unsere Fans nicht vergessen. Für die werden wir etwas machen und planen, falls das mit dem Aufstieg funktionieren sollte. Sie tragen so viel zur derzeitigen Saison bei.“
Sportlich kann die Fortuna am Samstag im Aufstiegsrennen nachlegen: Der SV Rödinghausen gastiert im Südstadion (14 Uhr). Mink und seine Mannschaft werden alles daran setzen, die nächsten Punkte einzufahren – und damit die organisatorischen Fragen, die im Hintergrund längst mitlaufen, weiter zuzuspitzen.


