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Entlassung in WolfsburgBauer muss gehen – Erfolgs-Trainer steht als Nachfolger bereit

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Auf der Wolfsburger Bank sitzen Peter Christiansen und Daniel Bauer.

Peter Christiansen und Daniel Bauer müssen beim VfL Wolfsburg gehen.

Der VfL Wolfsburg geht ohne Trainer Daniel Bauer und Sport-Boss Peter Christiansen in die finalen Wochen im Bundesliga-Abstiegskampf.

Der kriselnde Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg hat sich von Trainer Daniel Bauer und Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen getrennt. Dies verkündeten die Wölfe am Tag nach der 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den Hamburger SV am Samstag.

Als Nachfolger für Bauer steht Ex-Coach Dieter Hecking bereit. Der aktuelle Tabellensiebzehnte der Bundesliga machte die Verpflichtung des Routiniers am Sonntagnachmittag offiziell.

Wolfsburg reagiert auf dramatische Lage im Abstiegskampf

„Dieter Hecking bringt genau die Erfahrung mit, die wir in der aktuellen Situation brauchen. Er kennt den Verein, das Umfeld und auch die Anforderungen der Bundesliga sehr genau“, sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler zur Verpflichtung von Hecking, der nach zehn Jahren nach Wolfsburg zurückkehrt. „Wir sind überzeugt, dass er der Mannschaft mit seiner Ruhe, seiner Expertise und seiner klaren Linie die nötige Stabilität geben wird, um unser gemeinsames Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen.“

Mit den personellen Radikalmaßnahmen holen die Verantwortlichen um den zuletzt zaudernd wirkenden Aufsichtsratsboss Sebastian Rudolph das nach, was eigentlich bereits im Anschluss an das desaströse 0:4 beim VfB Stuttgart eine Woche zuvor erwartet worden war. Doch danach hatte sich Christiansen ein letztes Mal durchsetzen und Bauer noch ein persönliches Endspiel gegen den HSV verschaffen können.

„Diese Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen“, sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler zur Trennung von Bauer: „Wir haben gehofft, die Wende gemeinsam hinzubekommen. In der Analyse der Gesamtsituation sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir der Mannschaft einen neuen Impuls geben müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen.“

Unter dem vorherigen U19-Trainer Bauer, der erst im November das Amt von Paul Simonis übernommen hatte, kassierten die Wölfe in 15 Spielen neun Niederlagen. Seit acht Partien wartet der VfL auf einen Sieg, es ist die schlechteste Saison in der Vereinsgeschichte seit dem Aufstieg 1997. Als Tabellen-17. droht der erstmalige Abstieg aus der Bundesliga.

Der sportliche Negativtrend kostete auch Christiansen den Job. „Als Geschäftsführer Sport hat er den personellen Umbruch im Frauenfußball gemeinsam mit unserer sportlichen Leitung erfolgreich gemeistert. Bei den Männern fehlten leider die sportlichen Ergebnisse“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Sebastian Rudolph: „Deswegen haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden.“

Die Lage bei den Niedersachsen ist kritisch. Am Samstag entlud sich der Frust der Fans in Gesängen („Wir haben die Schnauze voll“) und im Zünden von Pyrotechnik. Auch die Mannschaft wurde beschimpft. Kapitän Maximilian Arnold sprach von „Frustration pur“.

Dieter Hecking auf einer Fotomontage vor dem Logo des VfL Wolfsburg.

Dieter Hecking soll beim VfL Wolfsburg übernehmen.

Bauer hatte bereits nach der 0:4-Niederlage beim VfB Stuttgart in der Vorwoche von internen Schwierigkeiten gesprochen. „Fakt ist, dass wir viele Strukturen ändern müssen, dass die Atmosphäre, die Kultur innerhalb des Klubs aktuell auch nicht bundesligatauglich ist“, hatte der Coach erklärt.

Nun folgt, er arbeitete bereits von 2013 bis 2016 in Wolfsburg. Unter dem Trainerroutinier gewannen die Autostädter den DFB-Pokal und den Supercup. Im September des vergangenen Jahres war Hecking beim Zweitligisten VfL Bochum entlassen worden. Auch beim Revierklub war der 61-Jährige als „Feuerwehrmann“ installiert worden, den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffte Hecking allerdings nicht.

„Zum VfL Wolfsburg zurückzukehren, bedeutet mir viel. Ich habe hier eine intensive und erfolgreiche Zeit erlebt und weiß, welche Qualität und Energie in diesem Verein steckt“, sagte Hecking, der an diesem Montag offiziell vorgestellt werden soll. Über die Vertragslaufzeit machte der Klub noch keine Angaben. „Jetzt gilt es, den Fokus voll auf die kommenden Aufgaben zu richten und gemeinsam alle Kräfte zu bündeln, um in der Bundesliga zu bleiben.“ Am Samstag geht es für den VfL nach Hoffenheim. (sid/dpa9