Der Drittligist empfängt am Samstag den Zweitliga-Tabellenführer Nürnberg. Trainer Marian Wilhelm fordert Disziplin.
Viktoria KölnBereit für den nächsten Pokal-Coup in Höhenberg

Unbändige Freude nach dem Pokal-Coup gegen Bremen im Sommer 2023 beim damaligen Trainer Olaf Janßen (l.) und Sportvorstand Franz Wunderlich
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Vor seinem zweiten DFB-Pokalspiel als Cheftrainer erinnert sich Marian Wilhelm an seine Premiere im traditionsreichen Wettbewerb. „Trotz allem war es für mich ein sehr, sehr packendes Spiel“, sagt der Coach des FC Viktoria Köln. Gegen den späteren Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn hatten die Höhenberger im heimischen Sportpark einen denkbar schlechten Start erwischt und lagen bereits nach acht Minuten 0:2 hinten. Alle Hoffnungen auf einen heroischen Pokalfight waren früh dahin – selbst wenn die Kölner eine gute zweite Halbzeit folgen ließen. „Hintenraus haben wir unser wahres Gesicht gezeigt und das Stadion mitgenommen“, lobt Wilhelm die Leistung bei der 1:3-Niederlage.
Ein Jahr später soll es gegen den Zweitligisten 1. FC Nürnberg (15.30 Uhr/Sky) vor allem zu Beginn anders laufen. „Am besten darf es nicht 0:3 zur Halbzeit stehen, das würde helfen“, sagt der Trainer mit einem Lächeln. „Wir müssen diszipliniert auftreten und für die kleinen Momente, die in jedem Spiel entstehen, bereitstehen.“ Auch im Falle eines Gegentores dürfe seine Mannschaft nicht nachlassen. „Alles investieren. Danach gibt es kein Zurück mehr – du spielst das Ding nur einmal“, sagt Wilhelm.
Viktoria will an die Stuttgart-Leistung anknüpfen
Beim Drittliga-Auftakt gegen Regensburg (2:5) hatte sich die Viktoria nach Gegentoren labil präsentiert und viel Selbstvertrauen eingebüßt. Beim 3:1 gegen Stuttgart II wurde der zwischenzeitliche Ausgleich kurz nach der Pause hingegen einfach weggesteckt. „Das Gegentor in Stuttgart hat nicht so viel mit der Mannschaft gemacht, da haben wir mit mehr Ruhe agiert“, lobt Wilhelm. „Wir wollen an die Stuttgart-Leistung anknüpfen und in gewissen Bereichen nochmal besser auftreten.“ Natürlich sei Nürnberg ein anderes Kaliber, „aber wir werden versuchen, die Lehren möglichst gut mitzunehmen.“
Die Viktoria möchte auch gegen den Zweitliga-Tabellenführer nicht auf attraktiven Fußball verzichten. „Wir stehen für eine bestimmte Art und Weise des Spiels“, sagt Wilhelm. „Aber wir sind ja nicht naiv, natürlich geht es auch um die Details des Gegners.“ Und da sei ein Unterschiedsspieler nur schwer zu übersehen: Mohamed Alì Zoma, der 22 Jahre alte Shootingstar des Klubs. Der Italiener vereint Dribbelkünste, Tempo und Abschlussstärke – und wurde bereits mit einem 20-Millionen-Euro-Preisschild versehen. „Das wird eine große Aufgabe. Allein wird man es nicht schaffen, wir müssen uns als Gruppe was Gutes überlegen. Einen Plan haben wir, die Frage ist, wie wir ihn umsetzen“, sagt Wilhelm mit Blick auf das notwendige Einengen von Zomas Wirkungsradius.
Pascal Fallmann zurück nach Außenbandriss
Sollte dies gelingen, wäre es ein erster Schritt auf einem weiten Weg hin zur Pokal-Überraschung. Immerhin kann die Viktoria personell wieder aus dem Vollen schöpfen. Mit Ausnahme des langzeitverletzten Kapitäns Christoph Greger stehen alle Profis zur Verfügung. Auch Pascal Fallmanns Knöchel hält dank Tapeverband – der Flügelspieler hatte sich gegen Regensburg ein Außenband gerissen. Dass er gegen den Club direkt ins Team rutscht, ist aber unwahrscheinlich. Zumal die Außen gegen die Stuttgarter Reserve auch ohne ihn hervorragend funktionierten. Auf der rechten Schiene sorgte Alexander Prokopenko für viel Betrieb und erzielte ein Traumtor, für ihn kam Jannick Tonye ins Spiel – und bereitete einen Treffer vor. „Proko fühlt sich auch in den Zwischenräumen wohl, auch wenn er auch Stärken an der Außenlinie hat. Er ist für die Gegenspieler schwer zu greifen“, sagt Wilhelm. Tonye gilt, sollte die Muskulatur höherer Belastung besser standhalten als zuletzt, als potenzieller Erstliga-Profi.
Die Höhenberger erwarten am Samstagnachmittag bis zu 8000 Fans im Sportpark, die Heimstätte soll Schauplatz einer weiteren rechtsrheinischen Pokal-Überraschung werden. „Wenn so viele Zuschauer im Sportpark sind, dann ist das ein Ort, der eine Kraft und Energie entwickeln kann“, sagt Sportchef Valentin Schäfer. 2015 wurde der damalige Zweitligist Union Berlin ausgeschaltet (2:1), 2023 hatte Bundesligist Werder Bremen in Höhenberg das Nachsehen (3:2). Auch Nürnberg war schon einmal im Pokal bei Viktoria zu Gast: 2016 zitterte sich der Favorit im Elfmeterschießen (6:5) in Runde zwei.
Viktoria: Schulz - Sponsel, Eisenhuth, Kloss - Prokopenko, Duman, Swider, Jakob - Castelle, Wolf - D. Otto. – Nürnberg: Reichert - Janisch, Kalogeropoulos, F. Otto, Porstner - Markhiev, Fernandez - Justvan - Moustfa, Scobel, Zoma. – Schiedsrichter: Weisbach (Halle).
