Köln – Entgegen dem Bundestrend ist die Zahl der Arbeitslosen in Köln im vergangenen Monat leicht gesunken. „Im Februar haben sich erste Schritte einer Frühjahrsbelebung gezeigt“, sagte Johannes Klapper, Chef der Kölner Arbeitsagentur, am Dienstag. „Mehr Arbeitsaufnahmen als im Februar 2020 und weniger Entlassungen als vor einem Jahr lassen mich vorsichtig zuversichtlich auf das Jahr blicken.“
Insgesamt waren im Februar in Köln 59.449 Menschen arbeitslos gemeldet – 406 beziehungsweise 0,7 Prozent weniger als im Januar. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 9,8 Prozent. Im Vorjahresmonat – vor der ersten Corona-Welle und vor dem Lockdown – waren beide Werte noch deutlich niedriger. Damals gab es 26,4 Prozent weniger Arbeitslose, die Arbeitslosenquote betrug 7,9 Prozent.
Vor allem Fachkräfte gesucht
Klapper verwies dabei auf eine Diskrepanz zwischen Arbeitssuchenden und den Bedürfnissen der Betriebe: Arbeitgeber suchten derzeit vor allem Fachkräfte. „Das deckt sich oft nicht mit den Qualifikationen der arbeitslos gemeldeten Personen.“ Daher biete man gezielt Angebote zur Weiterbildung und Qualifizierung an.
Außerdem zeigten angesichts des anhaltenden Lockdown weiterhin viele Betriebe Kurzarbeit an: Im Februar waren es 614 für insgesamt 8859 Beschäftigte. Seit letztem Jahr haben insgesamt mehr als 18 000 Kölner Betriebe Kurzarbeit für rund 246.000 Beschäftigte angezeigt.
Besser als der Bundesschnitt
Der Februar am Kölner Arbeitsmarkt verlief dabei grundsätzlich etwas besser als im NRW- und Bundesschnitt. In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht um 0,2 Prozent auf rund 770.000 Menschen. Das waren 17,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent. Der „Corona-Effekt“ habe wieder etwas stärker durchgeschlagen, hieß es bei der zuständigen NRW-Regionaldirektion. „Die Arbeitslosigkeit ist in NRW im Februar gegen den Trend der vergangenen Jahre gestiegen“, sagte der Vorsitzende der dortigen Geschäftsführung, Torsten Withake. „Das aber nach dem Winter nur noch geringfügig: Wir sehen eine beginnende Frühjahrsbelebung, doch diese fällt als Auswirkung der Pandemie schwächer aus.“ Dennoch sei der Arbeitsmarkt weiterhin „robust“.
Auch im Bundesschnitt stieg die Zahl der Arbeitslosen leicht um 4000 auf 2,9 Millionen Menschen an. Das waren 509.000 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 6,3 Prozent.
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Köln als Großstadt hat traditionell eine höhere Arbeitslosenquote als der Bundesschnitt. Als Touristenmetropole ist sie darüber hinaus besonders stark von den Auswirkungen der Pandemie getroffen – was sich zum Beispiel am stärkeren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vorjahr zeigt. Dass die Frühjahrsbelebung hier nun etwas besser ansprang als im Rest des Landes führt die Kölner Agentur für Arbeit darauf zurück, dass es in der Stadt einen starken Dienstleistungssektor gibt, in dem auch derzeit noch Stellen ausgeschrieben werden.




