Drohnensichtungen an Flughäfen kosten die Luftfahrt bis zu 160 Millionen Euro. Die Zahl der Störungen hat sich verdoppelt.
Millionenschaden durch DrohnenKosten an deutschen Flughäfen explodieren laut Studie

Der Flughafen München musste im Oktober wegen Drohnensichtungen mehrfach den Betrieb einstellen
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An Deutschlands Flughäfen verursachen zunehmende Sichtungen von Drohnen rapide anwachsende finanzielle Belastungen. Aus einer Auswertung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht hervor, dass im Vorjahr 226 solcher Zwischenfälle registriert wurden. An 25 Airports resultierten daraus 116 komplette oder teilweise Betriebsschließungen. Für den Flugbetrieb entstanden unmittelbare Aufwendungen von schätzungsweise 60 Millionen Euro. Wenn man zusätzlich die Konsequenzen aus Verspätungen, beeinträchtigten Rotationen und stornierten Flügen einbezieht, erhöht sich die Schadenssumme auf bis zu 160 Millionen Euro.
„Bereits kurze Störungen lösen im hochvernetzten Luftverkehrssystem beträchtliche Folgewirkungen aus“, erläutert Florian Linke, der als kommissarischer Direktor das DLR-Institut für Luftverkehr leitet. Die Ausgaben nehmen vor allem bei ausgedehnten oder sich wiederholenden Zwischenfällen exponentiell zu.
Gravierende Auswirkungen für Knotenpunkte wie Frankfurt und München
Die Untersuchung, welche auf Informationen des Luftfahrt-Bundesamts beruht, zeigt, dass 70 Prozent sämtlicher Umleitungen aufgrund von Drohnen auf größere Zwischenfälle an wichtigen Knotenpunkten wie München und Frankfurt zurückzuführen sind. Am Münchner Airport führten Drohnenüberflüge im Oktober 2025 zu mehrtägigen Behinderungen, was etwa 10.000 Reisende beeinträchtigte. Ein bedeutendes Ereignis fand überdies im Juli 2025 in Frankfurt statt.
Seit geraumer Zeit repräsentieren Drohnen eine beträchtliche Gefahr für die Sicherheit, weil eine Kollision mit einem Flugzeug, selbst mit einem Amateurgerät, bei hohem Tempo gravierende Schäden verursachen kann. Zum Vergleich: Für das Jahr 2024 meldete das DLR 118 Störungen, von denen neun eine komplette Unterbrechung des Flugverkehrs zur Folge hatten. Die Schadenssumme belief sich zu diesem Zeitpunkt auf eine halbe Million Euro, und es gab keine Vorfälle von der Tragweite des Jahres 2025.
Beträchtliche Aufwendungen für Fluglinien und Airports
Laut DLR reichen die Auswirkungen unerlaubter Drohneneinsätze von Verspätungen und dem Kreisen in Warteschleifen über Flugumleitungen bis zur kompletten Betriebseinstellung. Aufwendungen für Luftfahrtunternehmen resultieren aus verlängerten Flugdauern, einem Mehrverbrauch an Treibstoff sowie der Versorgung von Reisenden und der Organisation von Alternativflügen. Besonders Flugstreichungen treffen die Airports, weil dadurch Gebühreneinnahmen entfallen. Das DLR entwickelt selbst Techniken, um Drohnen aufzuspüren und abzuwehren.
Häufig gehen die Berichte über unbemannte Flugobjekte im Umfeld von Flughäfen auf Piloten und Fluglotsen im Tower zurück. Ergänzend dazu liefern die Erfassungssysteme der Bundespolizei Indizien. Die Identität der steuernden Personen kann in den meisten Fällen allerdings nicht ermittelt werden. Als Urheber werden von den Behörden neben ahnungslosen Amateur-Piloten ebenfalls Akteure mit nachrichtendienstlichem oder terroristischem Motiv in Betracht gezogen.
Drastische Sanktionen bei unzulässigen Flügen
Der Einsatz von Drohnen ist in einem Radius von 1,5 Kilometern um Airports per Gesetz untersagt. Zuwiderhandlungen können Freiheitsstrafen nach sich ziehen, die bis zu ein Jahrzehnt andauern. (dpa/red)
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