Fly MRT. Warum von Köln/Bonn bald Billigflieger für Kassenpatienten abheben und der Flachmann an Bord zurückkehrt.
Satirischer WochenrückblickBilligflieger für Kassenpatienten


Alles darf im Koffer bleiben. Der Flughafen Köln/Bonn scannt Passagiere und Koffer mit neuer Technik.
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Was glauben Sie? Was bewegt die Mehrzahl Kölnerinnen und Kölner vor dem Beginn der Sommerferien? Der Stau. Was sonst? Der kann einen überall erwischen. Vor allem, wenn man glaubt, man habe sich akribisch vorbereitet und die ADAC-Reisetipps auswendig gelernt. Was alle anderen auch getan haben und ebenfalls antizyklisch losgefahren sind. Wir sehen uns dann! Auf der A 4. Vor der neuen Lkw-Schranke am Eifeltor.
Für alle, die am Flughafen in Köln/Bonn in den Flieger steigen, habe ich eine gute Nachricht. Statt der Kontrollspuren – 17 an der Zahl und dem Ansturm dennoch nicht gewachsen – gibt’s jetzt elf Scanner, die mit Computertomographen bestückt sind. Der Vorteil: Der Scanner durchleuchtet den Koffer, sodass Passagiere ihre Laptops vor der Kontrolle nicht mehr auspacken und aufs Band legen müssen. Dabei haben Laptops im Urlaubsgepäck doch gar nichts verloren.
Wenn der Fortschritt weiter so rasch voranschreitet, wird es bald eine neue Billigfluggesellschaft geben – ausschließlich für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen. Fly MRT. Mein-Reise-Traum. Natürlich auf Rezept, das bald 7,50 Euro kostet. Dafür wird auf Wunsch das schmerzende Knie des Beitragszahlers durchleuchtet. Oder die Hüfte. Schließlich müssen Ärzte auch mal Urlaub machen.
Der Flachmann kehrt an Bord zurück
Für eine kleine Zuzahlung, die sogenannte Fliegel-Leistung, dürfen alle, die es ganz bequem haben wollen, in ihrem Handgepäck wieder Getränkeflaschen und andere Flüssigkeiten mitnehmen. Bis zu zwei Liter pro Behältnis. Das Allheilmittel gegen Flugangst, der Flachmann, kehrt an Bord zurück.
Also ich werde mit der Bahn verreisen. Zum Wandern in die Alpen. Sechs Tage Hüttentour. Angeblich soll es da viele Bettwanzen geben. Aber das juckt mich nicht, weil diese Horrorgeschichte in jedem Sommerferien irgendwo auftaucht. Wie die Stautipps des ADAC.
Ich fahre zum Glück erst Ende der Woche. Wenn es der Deutschen Bahn bis dahin nicht einfällt, nach der 800 Millionen Euro teuren Korridorsanierung zwischen Hagen und Köln, die im Brückendesaster von Opladen endete, zur Abwechslung mal den Kölner Hauptbahnhof vom Verkehr abzuklemmen. Von Berlin ist Köln momentan zumeist nur über Düsseldorf zu erreichen. Also gar nicht.
Nach Innsbruck fährt man zum Glück über Bonn oder über die Rennstrecke Richtung Frankfurt. Ich würde zur Not auch in Bonn Urlaub machen, aber da kommt man ja leider nicht mehr hin. Die Nordbrücke gesperrt. Rechtsrheinisch wird der Korridor Troisdorf-Wiesbaden nach dem Opladen-Modell saniert, linksrheinisch fährt ab und an der Regionalzug einer Sardinenbüchsen-Bahngesellschaft.
Zur Not packe ich meinen Sieben-Tage-Wanderrucksack und gehe zu Fuß. Oder bleibe zuhause und saniere meinen Korridor. Schöne Ferien!