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Essen, Tanken, HeizenNeun von zehn Deutschen erwarten steigende Lebenskosten

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Inflation

Viele Lebensmittel sind teurer geworden. (Symbolbild)

Eine aktuelle Erhebung belegt eine weitverbreitete Sorge vor Preiszuwächsen in Deutschland. Internationale Spannungen könnten die Teuerung weiter beschleunigen.

Hohe Preissteigerungen erwartet: Fast alle Deutschen fürchten um Lebenshaltungskosten Wie die dpa meldet, antizipieren neun von zehn Personen in Deutschland in den kommenden Monaten einen Anstieg der Kosten für den Lebensunterhalt. Eine Erhebung des Instituts YouGov für die Postbank unter 2.028 Erwachsenen im März ergab, dass sich fast ein Drittel (32,2 Prozent) auf signifikant höhere Preise vorbereitet.

„Viele Menschen erinnern sich noch gut daran, wie stark der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Jahr 2022 die Preise getrieben hat“, ordnet Ulrich Stephan ein, Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört. „Die aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten zeigen, dass geopolitische Konflikte erneut das Potenzial haben, die Inflation über steigende Energiepreise anzuheizen.“

Zahlreiche Ökonomen prognostizieren ebenfalls einen Anstieg der Inflationsrate in den kommenden Monaten, bedingt durch merklich erhöhte Kosten für Öl und Gas. Das Ausmaß des Anstiegs sei von der Länge des Konflikts mit dem Iran abhängig. Die Teuerung in Deutschland war im Februar mit 1,9 Prozent wieder unter die Zwei-Prozent-Schwelle gefallen. Das Statistische Bundesamt wird an diesem Montag (30.3.) eine vorläufige Berechnung für März bekannt geben.

Spritpreise

Der Iran-Krieg hat die Preise für Öl und Gas nach oben getrieben, das bekommen Autofahrer an den Tankstellen zu spüren. (Archivbild)

Finanzielle Engpässe in zahlreichen Haushalten

Mit einer steigenden Inflationsrate sinkt die Kaufkraft des Euro. Laut der Postbank-Erhebung kann schon jetzt eine von acht Personen (12,8 Prozent) die alltäglichen Ausgaben nur mit Mühe decken. Bei Haushalten, deren Nettoeinkommen weniger als 2.500 Euro beträgt, trifft diese Aussage sogar auf beinahe jeden vierten Umfrageteilnehmer (23,5 Prozent) zu.

Bereits der im Februar 2022 gestartete russische Angriff auf die Ukraine führte zu einem rapiden Anstieg der Kosten für Energie und Nahrungsmittel. Die Inflationsrate in Deutschland erreichte im Jahresdurchschnitt 2022 einen Wert von 6,9 Prozent und lag 2023 bei 5,9 Prozent. In der Konsequenz sind zahlreiche Preise auf einem permanent höheren Niveau verblieben.

Hohe Lebensmittelkosten als größte Sorge

Insbesondere die Verteuerung von Lebensmitteln bereitet den Befragten laut der Erhebung Probleme. Auf die Frage nach der momentan größten finanziellen Bürde gaben 69,4 Prozent der Befragten diesen Sektor an. Zu den Ausgabenbereichen, die von den Teilnehmenden am häufigsten unter die Top drei der finanziellen Belastungen gewählt wurden, gehören zudem Energie (48,7 Prozent) und Mobilität (45,6 Prozent).

„Dass inzwischen mehr als jeder Zweite seine finanzielle Situation schlechter bewertet als vor einem Jahr und viele kaum mit Entlastung rechnen, ist auch eine Folge der Inflationsphase von 2022“, sagt Deutsche-Bank-Experte Stephan. „Das Preisniveau stieg damals deutlich und ist für viele bis heute im Alltag spürbar. Neue Krisen verstärken diese Wahrnehmung zusätzlich.“ (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.