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Preisschock an der ZapfsäuleIran-Krieg treibt Spritpreise und Inflation stark an

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Spritpreise

Die Kämpfe im Nahen Osten haben die Spritpreise deutlich anziehen lassen. (Archivbild)

Die Inflation in Deutschland ist im April auf 2,9 Prozent gestiegen. Grund sind die hohen Energiepreise durch den Iran-Krieg.

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind im April aufgrund des Iran-Kriegs erheblich gestiegen. Eine Teuerungsrate von 2,9 Prozent, der höchste Wert seit Januar 2024, wurde durch erhöhte Energiekosten verursacht. Diese vorläufigen Zahlen hat das Statistische Bundesamt nun mitgeteilt. Schon im Vormonat März war die Inflationsrate wegen des Nahost-Konflikts auf 2,7 Prozent geklettert, ausgehend von 1,9 Prozent im Februar.

„Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstärkt. Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar“, so die Aussage von Ruth Brand, der Präsidentin des Statistischen Bundesamtes.

Energiepreise treiben Kosten für Kraftstoffe und Heizöl

Die Kosten für Energie erhöhten sich im April um 10,1 Prozent, was auf die stark angestiegenen Rohölnotierungen zurückzuführen ist. Eine Preissteigerung von gut einem Viertel (26,2 Prozent) war bei Kraftstoffen zu verzeichnen. Leichtes Heizöl legte sogar um über die Hälfte (55,1 Prozent) zu. Demgegenüber verbilligten sich Strom (-4,5 Prozent), Erdgas inklusive der Betriebskosten (-3,0 Prozent) sowie Fernwärme (-1,1 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr.

Gemischte Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln und Services

Die Nahrungsmittelpreise verzeichneten im April ebenfalls eine leichte Steigerung. Merklich mehr kosteten zum Beispiel Zucker, Marmelade, Honig und sonstige Süßwaren (+6,6 Prozent), wovon Schokolade mit einem Zuwachs von 9,7 Prozent besonders betroffen war. Auch für Fleisch und Obst mussten Konsumenten mehr bezahlen (jeweils plus 3,6 Prozent). Im Kontrast dazu gaben die Preise für Speisefette und -öle nach (-13,9 Prozent), insbesondere bei Butter (-25,4 Prozent) und Olivenöl (-8,9 Prozent). Kartoffeln wurden ebenfalls preiswerter (-14,4 Prozent). Gleichzeitig kletterten die Eierpreise um beinahe 15 Prozent. Eine Verteuerung gab es überdies bei Produkten wie Kaffee, Tee und Kakao (+11,2 Prozent) und bei Tabakwaren (+6,2 Prozent). Preiswerter wurde dagegen Unterhaltungselektronik (-6,1 Prozent).

Dienstleistungen verteuerten sich im April um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. So stiegen die Preise für die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (+5,0 Prozent), für Restaurantbesuche (+3,2 Prozent) und die Nettokaltmieten (+1,8 Prozent). Nur wenige Dienstleistungen waren günstiger, darunter Pauschalreisen (-3,5 Prozent).

Fachleute befürchten weitreichende Teuerungswelle

Bislang sei die Teuerung nicht auf breiter Front zu beobachten, äußerte Silke Tober, die als Inflationsexpertin für das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung tätig ist. „Gelingt eine Beendigung des Iran-Kriegs und die Öffnung der Straße von Hormus in den kommenden Wochen, dürfte der Rohölpreis deutlich fallen und mit ihm die Inflation.“

Es besteht allerdings die Befürchtung, dass der Konflikt im Iran die komplette Volkswirtschaft beeinträchtigt, weil kostspielige Energie die Herstellungs- und Logistikkosten für Betriebe erhöht. In der Folge könnten auch die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und Services weiter zulegen. Informationen des Ifo-Instituts zufolge beabsichtigt eine steigende Anzahl von Unternehmen, ihre Preise zu erhöhen, beispielsweise im Gastgewerbe und im Einzelhandel. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.