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FremdenverkehrKöln begrüßt so viele Gäste wie noch nie

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Köln: Der Dom und die Hohenzollernbrücke sind am Abend beleuchtet.

Am Rhein so schön: Dom und Hohenzollernbrücke am Abend

Die Stadt Köln profitiert vom ungebrochenen Trend zur Deutschlandreise. Noch nie kamen so viele Gäste wie in diesem Frühjahr. 

Trotz widriger klimatischer Umstände boomt der Fremdenverkehr in Deutschland. So viele Touristen in Deutschland wie noch nie im ersten Halbjahr meldete gestern nicht nur das Statistische Bundesamt. Auch die Köln Tourismus GmbH  hatte Rekorde zu berichten. Von Januar bis Mai 2026 verzeichnete die Stadt demnach 1,77 Millionen Gästeankünfte und 2,95 Millionen Übernachtungen, das sind so viele wie noch nie in diesem Zeitraum. Besonders stark war der Zustrom der ausländischen Gäste, hier gab es ein Plus von 10,2 Prozent.

„Die Nachfrage nach Köln als Reiseziel ist ungebrochen“, sagte die Geschäftsführerin von Köln Tourismus, Stephanie Kleine Klausing dieser Redaktion. Von Januar bis Mai seien die Ankünfte insgesamt um 9,2 Prozent und die Übernachtungen um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Besonders erfreulich sei, dass die Nachfrage sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland deutlich zugelegt habe. Das spreche für eine breite und stabile Nachfragebasis und nicht für einen einzelnen Sondereffekt.

Besucherstarke Events

Kleine Klausing ist zuversichtlich, dass der Fremdenverkehr auch in den kommenden Monaten wächst. Mit weiteren Messen und Kongressen sowie kulturellen Highlights stünden noch viele Anlässe an, um Gäste nach Köln zu bringen.

Im Frühjahr sei die Entwicklung einerseits von der generellen Attraktivität Kölns als Reiseziel, aber auch durch zahlreiche besucherstarke Veranstaltungen geprägt gewesen – vom Karneval über die lit.COLOGNE und internationale Messen wie FIBO und imm cologne bis zur Kusama-Ausstellung im Museum Ludwig. Das Rekordergebnis sei jedenfalls eine Gemeinschaftsleistung der gesamten touristischen Querschnittsbranche in Köln, von der Hotellerie und Gastronomie über Kultur- und Veranstaltungswirtschaft bis hin zu Einzelhandel und den vielen weiteren Akteurinnen und Akteuren. Sie alle prägten das touristische Angebot der Stadt und sorgten für die hohe Attraktivität als Reiseziel.

Frühes Pfingstfest belastet

Dennoch dürfte es nicht nur für Köln, sondern für den deutschen Tourismus insgesamt schwieriger werden, auf Rekordkurs zu bleiben. Denn bereits im Juni, so das Statistische Bundesamt, hatte der Tourismus einen Dämpfer erhalten. Die Hotels und andere Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten meldeten in dem Monat 48,9 Millionen Übernachtungen. Das waren 2,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Köln konnte diesen negativen Trend noch nicht bestätigen, denn das Statistische Landesamt liefert seine Zahlen mit Verzögerung.

Zwar machten die Statistiker des Bundes für die schwächeren Juni-Zahlen auch das in diesem Jahr sehr frühe Pfingstfest mitverantwortlich. Doch wirke sich auch eine getrübte Konsumlaune und die Folgen verschlechterter Verkehrsverbindungen negativ aus. Das zeige sich gerade an der Zurückhaltung deutscher Urlauber. Mögliche Rückgänge aufgrund der extremen Dürre konnten die Statistiker dabei noch gar nicht erfassen.

Storno wegen Niedrigwassers

Derzeit bekommt der Fremdenverkehr am Rhein die negativen Folgen von Dürre und Niedrigwasser unmittelbar zu spüren. So bestätigte die Köln Tourismus, dass aufgrund des Stornos eines Anbieters von Flusskreuzfahrten die Zahl der Stadtführungen deutlich zurückgegangen sei. KD-Chefin Nina Luig sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, dass die Ausflugsschiffe auf dem Mittelrhein bereits seit einiger Zeit nicht mehr führen. In Köln könne man allerdings einige Umsatzrückgänge auffangen, weil die Partyschiffe bei ihren Events niedrigwasserbedingt einfach am Anleger blieben. In Düsseldorf, wo zwei Schiffe fahren, gebe es dagegen keine Einschränkungen durch den niedrigen Rheinpegel. Mögliche Einbußen durch das Niedrigwasser ließen sich noch nicht beziffern, so Luig.

Der Fremdenverkehr in Deutschland steht nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) für fast vier Prozent der deutschen Brutto-Wertschöpfung. Mittelfristig erhoffen sich die Touristiker vom Klimawandel positive Effekte. Als Reiseziel könne Deutschland im Vergleich zum überhitzten Mittelmeerraum sogar gewinnen. Hinzu komme, dass Deutschland international immer noch als ausgesprochen sicheres Reiseland gelte.