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GamescomVon Fantasy bis familientauglich – die neuesten Spiele im Überblick

6 min
Hände, die einen Controller halten

Milliarden Menschen weltweit zocken Videospiele.

Bei der Gamingmesse in Köln stellen Entwickler wie Nintendo und Indie-Studios die aktuellsten Titel auf dem Gaming-Markt vor. Wir haben uns einige Highlights angeschaut.

Videospiele gibt es seit den 50ern, die Anfänge der kommerziellen Gamesindustrie gehen auf die frühen 70er-Jahre zurück. Die Leidenschaft für digitale Unterhaltung ist also längst nicht mehr auf ein bestimmtes Alter oder eine Bevölkerungsgruppe beschränkt, immer mehr Menschen sind mit diesem Medium aufgewachsen.

Auf 3,6 Milliarden schätzt der „Global Games Market Report“ die Gesamtzahl der Spielerinnen und Spieler weltweit. Das ist nur möglich, weil Videospiele eine riesige Bandbreite an Interessen abdecken.

Spielen kann man zur Entspannung oder um in fantastische Welten abzutauchen, man kann sich kreativ ausleben, sich Geschichten erzählen lassen und selbst ein Teil davon werden. Man kann etwas dabei lernen oder sich mit ernsten Themen auseinandersetzen, wie die in diesem Jahr als bestes deutsches Spiel ausgezeichnete interaktive Geschichtsstunde „The Darkest Files“ beweist.

Vor allem aber sind Games auch ein kommunikatives Medium. Man tauscht sich online über Kanäle wie Twitch darüber aus, bewegt sich gemeinsam durch interaktive Welten wie „Minecraft“ oder „Roblox“ oder spielt im Freundes- und Familienkreis. Unter den Tausenden Neuerscheinungen jährlich findet jeder das Passende.

Ab kommender Woche können sich Interessierte auch ganz direkt über Trends austauschen, mit Entwicklern diskutieren und die neuesten Titel ausprobieren. Wir haben uns einige Highlights der Gamescom 2026 bereits angeschaut.

Fantastische Welten erkunden

In Südkorea wurde die gigantische, sich ständig erweiternde Spielwelt von „Crimson Desert“ (Pearl Abyss, Halle 9) erschaffen, in der man vom Angeln, Jagen und Kochen bis hin zur Schatzsuche und zum Kampf gegen Drachen so ziemlich alles machen kann, wonach einem der Sinn steht. Die Möglichkeiten sind so zahlreich, dass man in den ersten zehn Stunden kaum weiß, was man zuerst tun soll. Später zieht man oft mit einem konkreten Plan los, macht am Ende aber etwas ganz anderes.

Screenshot aus „Crimson Desert“: Ein Mann trägt ein Schwein auf seinen Schultern

Angeln, Jagen, Kochen, Drachen bekämpfen: Die Spielwelt von „Crimson Desert“ erweitert sich ständig.

„Open Worlds“ frei erkundbare Abenteuerspielplätze für ein erwachsenes Publikum sind 2026 so präsent wie nie. Das liegt auch an dem für den November angekündigten Gangster-Epos „GTA VI“ (Rockstar Games), in dessen Schatten sich die auf der Gamescom gezeigten Titel behaupten müssen.

Die Zukunft retten

In der „Metro“-Romanreihe des russischen Dissidenten Dmitry Glukhovsky hat die Menschheit das Ende der Welt eigentlich schon hinter sich. Doch obwohl die Erde kein lebenswerter Ort mehr ist, kämpft eine Handvoll Unbeugsamer für eine bessere Zukunft. „Metro 2039“ (Plaion / Deep Silver, Halle 9 + Microsoft Xbox / Halle 7), der neueste Teil der Videospieladaption, führt zurück in die Moskauer U-Bahn, wo eine packende Rachestory ihren Anfang nimmt. Mit allen künstlerischen Mitteln werden Spieler in das Geschehen hineingezogen, im Fachjargon „Immersion“ genannt. Das geht bis zu den Filtern der Gasmaske, die man regelmäßig austauschen muss. Das Spiel wurde zu großen Teilen in der Ukraine entwickelt, politische Anspielungen könnten daher enthalten sein.

Szene aus dem Spiel „Metro“: Eine Landschaft mit einer zerstörten Brücke beim Sonnenuntergang

„Metro“ basiert auf der Romanreihe der russischen Dissidenten Dmitry Glukhovsky und erzählt eine packende Rachestory.

Im Action-Rollenspiel „Control: Remnant“ (Level Infinite / Remedy, Halle 6) wird Manhattan von übernatürlichen Wesen heimgesucht. Mit einer anpassbaren Multifunktionswaffe namens „The Aberrant“ rücken Spieler ihnen zu Leibe. Der aktuelle KI-Boom hat in dieser futuristischen, in ständiger Veränderung begriffenen Spielwelt deutliche Spuren hinterlassen.

Ferne Länder entdecken

Das mittelalterliche Kyoto ist Schauplatz von „Onimusha: Way of the Sword“ (Capcom, Halle 9). In der Rolle eines furchtlosen Schwertkämpfers haben die Spieler dieses Grusel-Adventures zahlreiche Herausforderungen zu bestehen. Die japanischen Entwickler kennen sich bestens auch in der fernöstlichen Mythologie voller Geister und Dämonen, die hier virtuos in Szene gesetzt wird, aus. Neben viel Fingerfertigkeit am Controller müssen Spieler ihre Kombinationsgabe beweisen und diverse Rätsel lösen, um die verängstigte Bevölkerung zu beschützen.

Das mittelalterliche Kyoto ist Schauplatz von „Onimusha: Way of the Sword“ von Capcom. Screenshot einer Szene, ein Mann läuft durch die alte Stadt.

Das mittelalterliche Kyoto ist Schauplatz von „Onimusha: Way of the Sword“ von Capcom

Wem mehr der Sinn nach dem realen, zeitgenössischen Japan steht, der kann in „Forza Horizon“ 6 (Microsoft Xbox, Halle 7) den Großraum Tokyo per Auto erkunden. Die bislang größte Karte der Rennspiel-Reihe umfasst die Metropole mit ihren zahlreichen Stadtautobahnen wie auch das ländliche Umland mit seinen Küsten und Bergen.

Spaß mit der ganzen Familie haben

Kein anderes Unternehmen steht so für familienkompatiblen Spielspaß wie Nintendo. Am Stand in Halle 9 kann man aktuelle Games wie die Lebenssimulation „Pokémon Pokopia“, einen Ableger der berühmten Pokémon-Reihe, oder den gewaltfreien Farb-Shooter „Splatoon Raiders“ ausprobieren. Die Anfang 2025 erschienene Konsole Switch 2, die man am heimischen TV wie auch unterwegs nutzen kann, hat großen Anteil daran, dass der Umsatz mit Games-Hardware in Deutschland im vergangenen Jahr um 12 Prozent gestiegen ist.

Screenshot aus Splatoon-Raiders: Eine Figur mit spitzen Ohren und grünen Haaren hält eine Waffe gefüllt mit grüner Farbe in den Händen.

Der gewaltfreie Farb-Shooter „Splatoon Raiders“ von Nintendo ist ein Spiel für die ganze Familie

Eines der besten Jump-and-Run-Spiele kommt mit „Rayman Legends Retold“ (Ubisoft, Halle 6) zurück. Der Held mit den Propellerohren springt und rennt durch aberwitzige Umgebungen, was besonders im Team Spaß macht. Ein weiterer ikonischer Held ist der blaue Igel Sonic, der in dem Spaßracer „Sonic Racing: CrossWorlds“ (SEGA, Halle 7) an den Start geht und Nintendos „Mario Kart World“ Konkurrenz macht.

Das echte Leben nachspielen

Bei der hiesigen Infrastruktur liegt vieles im Argen. Ein kleines Schweizer Studio gibt uns in „Transport Fever 3“ (Urban Games / Paradox, Halle 8) die Möglichkeit, es besser zu machen. Ihre Wirtschaftssimulation ist unfassbar realistisch und vielschichtig. Wer ein Faible für Modelleisenbahnen, aber nicht genug Platz dafür hat, wird hier ebenso glücklich wie alle, die ihren Ehrgeiz gern in funktionierende und profitable Transportketten investieren wollen. So mancher Verkehrspolitiker könnte sich hier abschauen, wie es richtig geht.

Szene aus „Transport Fever 3“: Eine blaue Eisenbahn in einer Waldlandschaft

Wer ein Faible für Modelleisenbahnen, aber nicht genug Platz dafür hat, der kommt bei „Transport Fever 3“ auf seine Kosten.

In den Untergrund geht es bei Aerosoft in Halle 9 – und zwar im wörtlichen Sinne. In „Bergwerk: A Mining Sim“ simuliert man die Arbeit unter Tage und steuert zahlreiche realistisch nachgebaute Bergbaumaschinen. Im Jahr 2026 ist das durchaus auch als eine Art Zeitreise zu verstehen.

Einfach mal selber machen

Um mit Games erfolgreich zu sein, braucht man heute keinen großen Konzern mehr – manchmal reichen eine gute Idee, Fleiß und etwas Glück. Das lässt sich am besten in der „Indie Arena“ in Halle 10.2 beobachten, wo auf 2000 Quadratmetern unabhängige Entwicklerinnen und Entwickler aus mehr als 40 Ländern ihre Werke zeigen. „Dwarves: Glory, Death And Loot“ (Sidekick Publishing) ist aus einem launigen Einfall eines einzelnen Kreativen entstanden und feiert gerade auf der digitalen Vertriebsplattform Steam große Erfolge.

Cover des Spiels Wodoo von „Daedalic Entertainment“ mit einer Illustration eines hasenähnlichen Holzspielzeugs, um das Gegenstände wie Bücher und Kopfhörer fliegen

„Woodo“ vom Indie-Studio Daedalic Entertainment aus Hamburg gehört zur Gattung der sogenannten „Cozy Games“

„Dungeon Clawler“ (Stray Fawn Studio) verfolgt den irrwitzigen Einfall, klassische Greifautomaten mit dem Prinzip von Sammelkarten und wilden Monsterkämpfen zu verknüpfen. Zu den „Indies“ gehören auch die meisten „Cosy Games“, die nicht fordernd, sondern einfach nur angenehm und entspannend sein wollen. Dazu gehört „Woodo“ von Daedalic Entertainment aus Hamburg. Hier geht es nicht um böse Zauber, sondern um Dioramen, die man aus Holzspielzeug zusammensetzt. Ein „3D-Malbuch zum Anfassen“, so die Entwickler.

Bei „Food Truck Empire“ (Lichthund / Fireshine Games) dürfen wir dann endlich das tun, was wir alle insgeheim wollen: ein Imbiss-Imperium mit leckeren, selbst entwickelten Rezepten aufbauen!


Die Gamescom ist das weltweit größte Gaming-Event. Vom 24. bis 30. August 2026 kommen Studios und Publisher, Fachleute und Gamer aus aller Welt vor Ort in Köln und online zusammen. Den Auftakt macht am 24. August die Entwicklerkonferenz Gamescom Dev. Mit der Eröffnungsshow Gamescom Opening Night Live startet am Abend des 25. August die Gamescom für Privatbesucher. 2025 besuchten 357.000 Menschen die Veranstaltung, Millionen verfolgen die Messe im Netz.