Der Kurs der Lanxess-Aktie ist nach Bekanntwerden der schlechten Zahlen im ersten Quartal zwischenzeitlich um zehn Prozent eingebrochen.
Aktienkurs auf TalfahrtChemiekonzern Lanxess startet schwach ins Jahr 2026

Für das zweite Quartal rechnet Lanxess-Chef Matthias Zachert mit einer Belebung des operativen Gewinns.
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Der Spezialchemiekonzern Lanxess ist schwach in das Jahr 2026 gestartet. Belastet wurde das Kölner Unternehmen weiterhin von der mauen Konjunktur, geopolitischen Unsicherheiten sowie den Auswirkungen früherer Portfolioverkäufe. Der Umsatz sank im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,9 Prozent auf 1,378 Milliarden Euro.
Lanxess hat die zuletzt hohen Markthoffnungen auf eine stärkere Geschäftsbelebung am Donnerstag enttäuscht. Für das zweite Quartal rechnet Lanxess-Chef Matthias Zachert zwar mit einer Belebung des operativen Gewinns, Branchenexperten hatten sich allerdings mehr erhofft. Der Aktienkurs ging auf Talfahrt.
Auch beim operativen Ergebnis musste das Unternehmen Rückgänge hinnehmen. Der Gewinn vor Sondereinflüssen fiel von 133 Millionen auf 94 Millionen Euro und lag damit 29,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die entsprechende Marge verringerte sich von 8,3 auf 6,8 Prozent. Der Nettoverlust erhöhte sich von 57 auf 141 Millionen Euro.
Der Kurs brach zum Handelsstart prozentual um mehr als zehn Punkte ein. Am Nachmittag war die Lanxess-Aktie mit einem Minus von noch 8,75 Prozent auf 16,48 Euro größter Verlierer im Index der mittelgroßen Werte, dem MDax.
Rückenwind seit März 2026
Damit rutschte der Kurs auch aus der jüngst engen Handelsspanne, in der er seit der Erholung gegen Ende März feststeckte. Zuvor war er im März bis auf fast elf Euro gefallen - ein Tief seit der Weltfinanzkrise 2009. So machen die träge Weltwirtschaft und seit einiger Zeit auch vermehrt Konkurrenz aus Asien Chemiekonzernen wie Lanxess das Leben schwer.
Hinzu kam dann der Iran-Krieg und damit die faktische Sperrung der Straße von Hormus, durch die sonst rund ein Fünftel des Weltölhandels läuft. Da aber vor allem Asien von den Lieferungen aus Nahost abhängig ist, steigen die Einkaufpreise für dortige Chemieunternehmen sehr stark, teils gibt es Versorgungsprobleme. Davon wiederum profitieren Hersteller aus Europa, die Kunden weiter verlässlich beliefern können und sogar die Preise teils deutlich anhoben.
In diesem Umfeld rechnet Lanxess mit weiterem Rückenwind durch die Geschäftsbelebung seit März und kalkuliert für das zweite Quartal mit 130 bis 150 Millionen Euro operativem Gewinn. Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan findet allerdings ein Haar in der Suppe: Während das erste Jahresviertel besser gelaufen sei als befürchtet, liege der Ausblick für das zweite in der Mitte der Spanne zwölf Prozent unter der mittleren Markterwartung und sogar 25 Prozent unter seiner Prognose.
Nach einem Jahresverlust von 577 Millionen Euro verschärfte Lanxess nach der Präsentation der Bilanz seinen Sparkurs. 550 Stellen fallen weg, ein Großteil davon in Köln und Leverkusen. Auch die übrige Belegschaft ist betroffen. Genauere Angaben zu einzelnen Standorten machte das Unternehmen noch nicht. Köln und Leverkusen seien aber als größte Verwaltungsstandorte in Deutschland „vornehmlich“ von den Stellenkürzungen betroffen, so Zachert im März.
