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Kommentar zum Motorenbauer DeutzDie Postenbesetzung nur mit Männern war fahrlässig

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Deutz Hauptsitz Köln

Hauptsitz des Kölner Motorenbauers Deutz in Köln-Porz

Köln – Die Eskalation des Streits beim Kölner Motorenbauer Deutz, in Folge dessen Vorstands- und Aufsichtsratschef ihre Posten räumen mussten, zeigt eindrucksvoll, wie wenig ernst das neue Gesetz zur Frauenquote in vielen Chefetagen genommen wird. Jahrelange Selbstverpflichtungen der Dax-Konzerne haben nicht dazu beigetragen, die Anzahl der weiblichen Top-Führungskräfte signifikant zu erhöhen.

Gesetzgeber schafft Fakten

Nun hat der Gesetzgeber Fakten geschaffen. Börsennotierte Unternehmen mit mehr als drei Vorständen müssen bei Nachbesetzungen sicherstellen, dass mindestens eine Frau im Vorstand vertreten ist. Obwohl sich die  Gesetzeslage damals schon klar abzeichnete, erweiterte der Deutz-Aufsichtsratschef den Vorstand auf vier Köpfe und besetzte zwei Positionen mit Männern. Das war fahrlässig und Bernd Bohr muss die Konsequenzen tragen. 

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Das Argument, es sei schwierig gewesen, eine Frau zu finden, weil es fast keine Kandidatinnen beim Thema Industriemotoren gebe, wirkt fadenscheinig. Sicherlich sind Studentinnen in Ingenieurfächern immer noch in der Minderheit. Hier sind die Frauen gefordert – sowohl bei der Studienwahl als auch bei der Karriereplanung. Aber grundsätzlich hat man nicht den Eindruck, dass es ansonsten bei der Besetzung von Top-Positionen jemals Schwierigkeiten gibt, einen (geeigneten) männlichen Kandidaten zu finden.

Das Gesetz bietet Frauen sehr gute Möglichkeiten zum Aufstieg ganz nach oben. Und vielleicht werden die  Vorgaben in einigen Jahren überflüssig sein. Hoffen darf man es zumindest.