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Kommentar

Mitgliederzahlen
Die Kölner SPD handelt intransparent, unprofessionell und bockig

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Die SPD-Wahlkreisdelegiertenkonferenz im Bürgerzentrum Chorweiler.

Die SPD-Wahlkreisdelegiertenkonferenz im Bürgerzentrum Chorweiler. 

Ist die Kölner SPD die mitgliederstärkste Partei in Köln? Das bleibt unklar, weil die Partei sich dazu nicht wie angefragt äußert.

Die Kölner SPD hat gegenüber dieser Redaktion betont, sie sei der größte SPD-Unterbezirksverband in NRW – man kann nur hoffen, die anderen Verbände nehmen sich die fehlende Transparenz und Bockigkeit der Kölner nicht zum Vorbild.

Eine handelsübliche Abfrage zu den Mitgliederzahlen gerät bei der Kölner SPD zur Never-ending-Story, im Gegensatz zu allen anderen Parteien nennt sie nur eine der vier angefragten Mitgliederzahlen und die nicht mal zum angefragten Datum. Dadurch bleibt die Vergleichbarkeit auf der Strecke. Was soll das, liebe SPD?

Auch zu den Gründen schweigt sich die Partei aus, es bleiben einem nur Spekulationen übrig: Hat die Partei Angst, nicht mehr vor den Grünen zu liegen, nicht mehr auf dem Spitzenplatz zu sein? Wenn dem so wäre, ist Verschweigen sicher keine gute Alternative – es wirkt stattdessen peinlich und unprofessionell wie die gesamte Kommunikation der Partei in dieser Angelegenheit.

SPD blickt aktuell auf schlimme Umfragewerte

Nächstes Jahr sind in NRW Landtagswahlen, die SPD blickt aktuell auf für sie schlimme Umfragewerte, ihren Spitzenkandidaten, Jochen Ott aus Köln, kennt demnach kaum jemand.

Die Partei hat viele Aufgaben vor sich, auch in Köln. Aus 26 Sitzen im Rat im Jahr 2014 wurden sechs Jahre später nur noch 19. Aktuell sind es 18, so viele wie bei der CDU, die die SPD bei den Kommunalwahlen im vergangenen Herbst aber knapp auf Platz drei verwies. 

Der überraschende Sieg ihres Oberbürgermeisterkandidaten Torsten Burmester mag einiges kaschiert haben, unter dem Strich bleibt aber: Auch der SPD laufen in Köln die Wählerinnen und Wähler weg. Das sollte ihr zu denken geben – Oberbürgermeister hin oder her.

Diese Stadt, dieses Bundesland und auch dieses Land suchen gerade händeringend nach Lösungen, wie sie Krisen bewältigen sollen, woher sie Geld nehmen sollen. Dafür braucht es Mut zur Ehrlichkeit, Mut zur Klarheit. Das gilt auch für die Kölner SPD.