Abo

Unrat im IndustriegebietPolitik fordert Abhilfe gegen wilde Müllkippen in Niehl

3 min
An vielen Stellen auf dem früheren Esso-Raffineriegebiet türmen sich wilde Müllablagerungen.

An vielen Stellen auf dem früheren Esso-Raffineriegebiet türmen sich wilde Müllablagerungen.

Die BV Nippes fordert, dass die Stadt den Müll auf dem früheren Esso-Raffinerie-Areal beseitigen soll. Ein Radweg-Antrag in dem Gebiet scheitert.

Auf den rund 2,4 Kilometern Wegstrecke entlang des Nordrandes des früheren Esso-Raffineriegeländes im Niehler Industriegebiet bietet sich ein Bild der Tristesse: An den Seitenstreifen von Bernhard-Günther-Straße und Scarletallee türmt sich der Müll und Unrat, teils ist er in der Umgebung vom Winde verweht. Viele Lkw-Fahrer nutzen das Gebiet, in dem sich einzelne Entsorgungsunternehmen angesiedelt haben und ein Rewe-Zentrallager seinen Sitz hat, als Rastplatz während der Ruhezeiten und am Wochenende. Um dem Problem der wilden Müllablagerungen zu begegnen, hat die Stadt an einzelnen Stellen große Container aufgestellt, in denen der Unrat entsorgt werden kann.

Bereits 2016 gab es einen Antrag zum Thema

Doch diese scheinen weitere Müllablagerungen anzuziehen: Offenbar wird das Gebiet gezielt angesteuert, um große Mengen von Unrat, wie Bauschutt oder Großküchenabfälle loszuwerden – auch abseits der Container. „Big Bags mit Mineralwolle und kübelweise entsorgte Küchenreste sind die Spitze des Eisberges“, schreibt ein Bürger in seinem Antrag, über den nun die Bezirksvertretung Nippes beriet. „Auch wird das Ganze durch die Erstellung von Unterkünften per alter Wohnwagen, vor denen dann ebenfalls Müll und Gebrauchsgegenstände gelagert werden, gesteigert.“ Er fordere die Stadt zum Handeln auf, damit Köln nicht immer weiter vermüllt.

Bereits vor knapp zehn Jahren, Ende 2016, hatte sich die Bezirksvertretung schon mal mit einer ähnlichen Problematik in dem Gebiet befasst – an der Franz-Greiß-Straße, die im Süden des ehemaligen Raffinerie-Geländes, nahe der Geestemünder Straße, liegt. Auch dort wimmelt es auf den Seitenstreifen und in einem Graben neben der Straße von Abfällen; seit dem Beschluss, die Situation dort zu verbessern, ist nichts Nennenswertes passiert. Nun beschloss die Bezirksvertretung Nippes einstimmig die Forderung an die Verwaltung, den damaligen Beschluss für mehr Sauberkeit endlich umzusetzen; zudem wurde er auf die Bernhard-Günther-Straße erweitert. 

„Einen ausdrücklichen Dank an den Antragsteller. Wir hatten vor zehn Jahren schon mal einen Antrag zu dieser Thematik“, erinnerte CDU-Fraktionschef Christoph Schmitz an den damaligen Beschluss. Überhaupt gelte es zu prüfen, ob die Arbeitsbedingungen der Lkw-Fahrer noch mit deutschem Recht vereinbar seien. 

Absage an Radweg durch früheres Raffineriegebiet

Keine Mehrheit fand dagegen ein Antrag der SPD-Fraktion, durch dieses Gebiet – Paul-Reifenberg-Straße, Bernhard-Günther-Straße und Emdener Straße – einen Radweg anzulegen, der Neusser Landstraße und Emdener Straße miteinander verbinden soll. Dieser hätte laut SPD-Fraktionschef Ulrich Müller vor allem Merkenich besser anbinden sollen, und nebenbei das Potenzial gehabt, das Erscheinungsbild im Industriegebiet etwas zu verbessern, so Müller.

CDU-Fraktionschef Schmitz erinnerte an die Haushaltslage der Stadt, die einen Radwegbau an jener Stelle de facto ausschließe. Laut Michael Breiman (Grüne) gebe es zudem eine Rad-Querverbindung entlang der Oranjehofstraße, eine sozusagen doppelte Fahrrad-Verkehrsführung sei nicht sinnvoll. Das Ansinnen wurde, gegen die SPD-Stimmen und bei Enthaltung der Linken, mehrheitlich abgelehnt.