Löring wurde 1966 zum Präsidenten von Fortuna Köln gewählt. 1973 spielte der Verein eine Saison in der Bundesliga, danach 26 Jahre lang in der 2. Liga.
150 aus 150Hans „Jean“ Löring führte Fortuna Köln in die Bundesliga

Hans „Jean“ Löring war erst Fußball-Profi, dann Profi-Trainer und ab 1966 Präsident von Fortuna Köln. (Archivbild vom 18.6.1997)
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Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 78. Teil der Serie geht es um den ehemaligen Präsidenten des SC Fortuna Köln Jean (Hans) Löring.
Bedeutung
„Schäng“ Löring war Präsident des SC Fortuna Köln. Nach Elektrikerlehre und Meisterprüfung machte er sich im Elektro- und Rohrleitungsbau selbstständig. Das Unternehmen hatte zeitweise 300 Beschäftigte. Für kurze Zeit verkaufte er Versicherungen, später Immobilien. Am Firmensitz in Zollstock erbaute er eine Tennishalle. Seit seiner Kindheit spielte er Fußball. 1955 bis 1962 kickte er als Vertragsspieler bei Preußen Dellbrück, SC Viktoria 04 und Alemannia Aachen.
Jean (Hans) Löring
Geboren: 16. August 1934 in Köln
Gestorben: 6. März 2005 in Köln
Bei Fortuna war Löring zuerst Trainer, dann stieg er als Mäzen ein. 1966 wählten ihn die Mitglieder zum Präsidenten. Bis 1971 sprang der Präsident schon mal als Spieler ein. Den Verein führte er patriarchalisch, aber erfolgreich. Es ging aus der Bezirksliga heraus und 1973 für eine Saison in die Bundesliga, danach 26 Jahre in die 2. Liga. Zum beinah größten Erfolg kam es 1983 im Pokalendspiel: Fortuna verlor unglücklich mit 1:0 gegen einen schwachen 1. FC Köln.
Weltweit Aufsehen erregte Lörings Rausschmiss von Trainer Toni Schumacher am 15. Dezember 1999 in der Halbzeitpause wegen Rückstands gegen Waldhof Mannheim. „Ich als Verein musste reagieren“, meinte er später. Das sagte viel über sein Selbstverständnis aus. Die Angaben über die Summen, die er in den Verein gesteckt haben soll, schwanken zwischen 15 und 40 Millionen Mark. 2000 geriet Löring in finanzielle Schwierigkeiten, was auch Auswirkungen auf den Verein hatte. 2001 war er bankrott und trat von seinem Amt zurück.
Wirken in Köln
Unter Löring baute die Fortuna den Jugendfußball aus, der neben der sportlichen Bedeutung auch soziale Funktion hatte. Mehr als 500 Jugendliche aus 28 Nationen spielten in den Mannschaften.
Bemerkenswert
Als die Fortuna in die Bundesliga aufstieg, schenkte Löring dem Kölner Zoo einen Gepard mit dem Namen des Vereins. Er lebte mit seiner Frau Katharina auf einem Schloss in Nideggen, wo es oft rauschende Feste mit seinen Profikickern gab.
Spuren in der Stadt
Am Clubheim erinnert eine Gedenktafel an ihn. Die Bezirkssportanlage Süd wurde 2020 in „Jean-Löring-Sportpark“ umbenannt. Seine Grabstätte ist auf dem Südfriedhof. Der Fan-Club „Schäng Gäng“ hisst bei Heimspielen eine Fahne mit Lörings Konterfei.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biografien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.
