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150 aus 150Hilde Domin schrieb politische Gedichte über Exil und Rückkehr

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Die Lyrikerin und Schriftstellerin Hilde Domin auf der Frankfurter Buchmesse (Archivfoto vom Oktober 1999).

Die Lyrikerin und Schriftstellerin Hilde Domin auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 1999. 

Das Werk der jüdischen Dichterin wurde in 26 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 42. Teil der Serie geht es um die Schriftstellerin Hilde Domin.

Bedeutung

Hilde Domin war eine bedeutende Lyrikerin. Die Tochter eines Rechtsanwalts wuchs als Hildegard Dina Löwenstein in Köln an der Riehler Straße auf. In Heidelberg, Köln, Bonn und Berlin studierte sie Jura. In Heidelberg lernte sie den Archäologiestudenten Erwin Walter Palm kennen, den sie im Herbst 1932 nach Italien begleitete. Nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten 1933 sahen die beiden jungen Juden keine Zukunft mehr in ihrem Heimatland und studierten in Italien weiter, wo Domin 1935 an der Universität Rom promovierte. 1936 heiratete sie Palm und nahm dessen Nachnamen an.


Hilde Domin

Geboren: 27. Juli 1909 in Köln

Gestorben: 22. Februar 2006 in Heidelberg


1939 emigrierte das Paar über Paris nach Großbritannien, von dort über Kanada in die Dominikanische Republik. Domin gab dort Sprachunterricht. In Santo Domingo begann sie 1951, Gedichte zu schreiben. 1953 ermöglichte ein Rückkehrprogramm die Übersiedlung nach Deutschland. Später benannte der Deutsche Akademische Austauschdienst ein Stipendienprogramm nach ihr. Es ermöglicht Studierenden, denen in ihren Herkunftsländern Bildungsrechte verweigert werden, ein Studium in Deutschland.

In Erinnerung an ihr Exilland trat Hilde Domin als Dichterin seit 1954 unter diesem Künstlernamen hervor. Ihre politische Lyrik thematisiert Exil und Rückkehr. Domins viel beachtete Werke wurden in 26 Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Ein Roman, autobiographische Texte und Essays erfuhren weniger Aufmerksamkeit. 1978 erklärte sie ihr Judentum als Zugehörigkeit zu einer Schicksalsgemeinschaft, die sie sich nicht habe aussuchen können, zu der sie sich aber in freier Wahl bekenne.

Wirken in Köln

1962 widmete Domin ihrer Heimatstadt ein Gedicht, in dem sie Köln als versunkene Stadt beschreibt. Die Flut stand für die Pogrome der Nationalsozialisten und die Kriegszerstörungen.

Bemerkenswert

In Lesungen trug Domin ihre Gedichte stets zweimal hintereinander vor. Ihr Grabstein trägt den von ihr verfassten Aphorismus „Wir setzten den Fuß in die Luft und sie trug“.

Spuren in der Stadt

2008 benannte die Stadt die Anlage am Neusser Wall um das Fort X mit Rosengarten in Hilde-Domin-Park um. Am Haus Riehler Str. 23 erinnern ein Stolperstein und eine Gedenktafel an sie.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.