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150 aus 150Gustav von Mevissen zählt zu den bedeutendsten Unternehmern des 19. Jahrhunderts

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Porträt von Gustav von Mevissen

Gustav von Mevissen war unter anderem Präsident der Rheinischen Eisenbahn.

Mevissen gründete Banken, Versicherungen, Bergbau- und Industrieunternehmen und war Präsident der Rheinischen Eisenbahn.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 41. Teil der Serie geht es um den Unternehmer Gustav von Mevissen.

Bedeutung

Gustav von Mevissen zählt zu den bedeutendsten Unternehmerpersönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Sein Wirken reichte weit über Köln hinaus. Er war von 1844 bis zur Verstaatlichung 1880 Präsident der Rheinischen Eisenbahn. 1848 ernannte die Regierung ihn zum Staatskommissar der angeschlagenen Bank A. Schaaffhausen. Die erste Aktienbank Preußens spielte für die Industriefinanzierung eine wesentliche Rolle. Mevissen gründete Banken, Versicherungen, Bergbau- und Industrieunternehmen, unter ihnen die Kölnische Maschinenbauanstalt sowie die Kölnische Bauwollspinnerei und -weberei. Er war vor und in der Revolution 1848/49 einer der führenden Rheinischen Liberalen. In der Frankfurter Nationalversammlung noch Wortführer, zog er sich in der anschließenden Restaurationszeit aus der Politik zurück.


Gustav von Mevissen

Geboren: 20. Mai 1815 in Dülken

Gestorben: 13. August 1899 in Godesberg


Wirken in Köln

1828 bis 1830 ging Mevissen in Köln zur Schule und kehrte 1841 als Unternehmer in die Stadt zurück. Er engagierte sich bei der Rheinischen Zeitung, die Karl Marx als Redakteur verpflichtete. 1845 trat er in die Handelskammer ein, 1856 bis 1860 war er ihr Präsident. Seit 1865 vertrat er die Stadt Köln im Preußischen Herrenhaus. 1879 stiftete er 100.000 Mark für den Aufbau einer Handelshochschule. Durch Zustiftungen erhöhte sich das Kapital auf eine Million Mark. Die Gründung 1901 erlebte Mevissen nicht mehr. Die Hochschule war eine der Keimzellen der 1919 eröffneten Universität.

Bemerkenswert

Zeitlebens bildete sich Mevissen in Literatur, Geschichte und Philosophie fort und unterhielt eine Privatbibliothek mit 25.000 Bänden, die sich heute in der Universitäts- und Stadtbibliothek befinden. Der Vater von fünf Töchtern war Initiator der 1881 gegründeten Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde. 1884 erhielt er den preußischen Adelstitel. Die Stadtverordneten ernannten ihn 1895 zum Ehrenbürger.

Spuren in der Stadt

Der schriftliche Nachlass befindet sich im Historischen Archiv. In der Neustadt-Nord ist eine Straße nach ihm benannt, und in der Technischen Hochschule an der Claudiusstraße, ehemals Handelshochschule, hängt ein Porträt im Treppenhaus. Die Grabstätte befindet sich auf Melaten. Am Ratsturm ist Mevissen als Figur zu sehen.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.