Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 30. Teil der Serie geht es um Johannes Albers, Gewerkschaftler und Mitbegründer der CDU.
150 aus 150Johannes Albers engagierte sich im Widerstand

Johannes Albers
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Bedeutung
Der gelernte Schriftsetzer Johannes Albers arbeitete von 1919 bis 1931 als Geschäftsführer bei den christlichen Gewerkschaften in Köln. Bis 1933 hielt er in mehr als 1000 Versammlungen Vorträge vor bis zu 5000 Zuhörern. 1931 wurde er Direktor des städtischen Versicherungsamtes, zwei Jahre später wurde er von den Nationalsozialisten zum Geschäftsführer der städtischen Betriebskrankenkasse degradiert. Dies blieb er bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo im Oktober 1944 als Mitglied der Widerstandsgruppe um das katholische Ketteler-Haus. Albers wurde im KZ Ravensbrück inhaftiert und gefoltert. Kurz vor Kriegsende verurteilte ihn der Volksgerichtshof zu einer dreijährigen Zuchthausstrafe. Drei Wochen später befreite ihn die Rote Armee aus dem Zuchthaus Plötzensee. Albers war im Sommer 1945 Mitverfasser der „Kölner Leitsätze“ der neu gegründeten CDU. Innerhalb der Partei war er einer der herausragendsten Verfechter eines christlichen Sozialismus. Allerdings konnte sich diese Richtung nicht durchsetzen, da sie auch am entschiedenen Widerstand Konrad Adenauers scheiterte. Von 1946 bis 1950 war Albers Mitglied des NRW-Landtags, von 1949 bis 1957 des Bundestags. Von 1947 bis 1949 und von 1958 bis zu seinem Tod war er Vorsitzender der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA). Der Mitverfasser des „Ahlener Programms“ der CDU (1947) war mit dem Sozialdemokraten Hans Böckler, mit dem er auch befreundet war, Gründer der Einheitsgewerkschaft nach dem Krieg. Die Wiederbelebung der christlichen Gewerkschaften lehnte er ab.
Johannes Albers
Geboren: 8. März 1890 in Mönchengladbach
Gestorben: 8. März 1963 in Köln
Wirken in Köln
Albers gehörte in der Weimarer Republik zum Führungskreis der Kölner Zentrumspartei. 1924 bis 1933 war er Stadtverordneter. Er setzte sich für den Wohnungsbau und für ein Abendgymnasium ein. Nach seiner Rückkehr nach Köln im Juni 1945 richtete er im Kolpinghaus eine Anlaufstelle für Hilfsbedürftige ein. Ab 1945 saß Albers erneut für drei Jahre im Stadtrat und war bis 1962 Vorsitzender der Kölner CDU.
Bemerkenswert
Albers galt als gradlinig, honorig und ehrlich, aber auch als kantig und bisweilen grantig.
Spuren in der Stadt
In Heimersdorf erinnert eine Straße an den CDU-Politiker.
Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.