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Köln mit anderen AugenDiese Bilder werden unsere Fotografen nie vergessen

8 min
14.05.2025, Köln: Yurii und Yevhen aus der Ukraine wurden durch eine Explosion einer Erdölraffinerie in der Ukraine schwerst verbrannt und in der Uniklinik Köln behandelt.
Im Bild v.l.n.r. Yurii und Yevhen.

Foto: Michael Bause

Michael Bause fotografierte Yurii (l.) und Yevhen, die in der Ukraine schwerst verbrannt und in der Uniklinik Köln behandelt wurden. 

Sie sind dabei, wenn Köln jubelt, trauert oder staunt. Fotoreporter und Fotoreporterinnen zeigen, welches Motiv sie besonders bewegt hat.

Michael Bause

Maurice besucht am Sonntagnachmittag 
Sr. Agnes im Herz Jesu Kloster in Köln und nimmt auch an der Vesper teil.

Maurice besucht am Sonntagnachmittag Sr. Agnes im Herz- Jesu- Kloster in Köln und nimmt auch an der Vesper teil.

„Ziemlich beste Freunde“ erzählt die Geschichte einer unwahrscheinlichen Freundschaft zwischen der Benediktinerin Sr. Agnes und dem autistischen Jungen Maurice. Das Leben schreibt immer noch die größten Geschichten. Die Geschichte von Sr. Agnes und Maurice zeigt, dass Menschlichkeit alle Grenzen überwinden kann.

Josef Wilms

Der Dichter Josef Wilms

Josef Wilms ist ein Mensch, den man leicht übersehen kann. Auch alles Äußere an ihm leitet einen fehl, da man ihn für einen armen Menschen halten kann. Dabei hat er sich das Kostbarste geleistet, was es auf der Welt gibt, und das ist Zeit. Völlig in sich und seiner Kunst versunken hat er vor allem nachts an seinen Gedichten gearbeitet und hinterließ ein reiches Werk.

14.05.2025, Köln: Yurii und Yevhen aus der Ukraine wurden durch eine Explosion einer Erdölraffinerie in der Ukraine schwerst verbrannt und in der Uniklinik Köln behandelt.
Im Bild v.l.n.r. Yurii und Yevhen.

Yurii (l.) und Yevhen aus der Ukraine wurden durch eine Explosion einer Erdölraffinerie in der Ukraine schwerst verbrannt und in der Uniklinik Köln behandelt. (14.05.2025)

Als ich Yurii und Yevhen zum ersten Mal traf, habe ich zwei traumatisierte ukrainische Jugendliche erwartet, die durch ihre Brandwunden gezeichnet sind. Getroffen habe ich zwei junge Erwachsene, die trotz ihrer Wunden eine unglaubliche Stärke ausstrahlen und offen und mit viel Zuversicht in ihre Zukunft schauen. Es ist eine Geschichte, die von Resilienz und Hilfsbereitschaft erzählt und zeigt, wie Menschen über sich hinaus wachsen können. Deshalb war es mir wichtig, sie im Bild nicht als Opfer zu zeigen, sondern ihre Stärke und Freundschaft in den Vordergrund zu stellen.

Max Grönert

Szene vom Köln-Halbmarathon

Szene vom Köln-Halbmarathon

Der als Regent verkleidete Läufer begrüßt Jahr für Jahr die Teilnehmer des Halbmarathons, bevor er selbst beim Marathon startet. Dat is Kölle: ein bisschen Selbstdarstellung, ein bisschen Hochstapelei und ein bisschen Selbstironie. Alles nit esu schlimm.

In der Corona-Zeit

In der Corona-Zeit

Das Foto aus der Corona-Zeit zeigt menschliche Wärme in harten Zeiten, Verschmitztheit, Sympathie, Einvernehmen.

Proklamation des Kinderdreigestirns Anfang der 1980er Jahre: Es wurde noch in Schwarz-Weiß fotografiert.

Proklamation des Kinderdreigestirns Anfang der 1980er Jahre: Es wurde noch in Schwarz-Weiß fotografiert.

Das Schwarz-Weiß-Foto entstand etwa Anfang der 1980er Jahre. Heute würde ein Auftritt im Rahmen der Proklamation des Dreigestirns so nicht mehr stattfinden beziehungsweise zu Recht Proteste zur Folge haben. Dieses Foto wurde übrigens, wie die beiden anderen ausgewählten auch, nie veröffentlicht.

Stefan Worring

Das Dreigestirn vor Seerosen

Das Dreigestirn vor Seerosen

Der Prinz des Dreigestirns 2007, Jacky Beumling, ist gelernter Trickfilmzeichner und Grafiker, arbeitete später als Hochschullehrer an der FH Köln am Institut für Restaurierung- und Konservierungswissenschaft. So gab es einen Termin im Wallraf-Richartz-Museum, wo das Trifolium einen Scheck übergeben sollte. Sehr banales, langweiliges Foto mit Museumsdirektor und großer Scheck-Attrappe. Ich wollte die drei aber gerne mit Kunst zeigen, und habe dann echt dafür kämpfen müssen, dass ich sie (Skandal: von hinten!) vor den Seerosen von Claude Monet ablichten durfte. Zumal ich das Bild alleine haben wollte. Es wurde dann das Titelbild für mein Karnevalsbuch mit Christine Westermann, das bei KiWi Köln erschienen ist, aber heute leider vergriffen ist.

Blick vom Messeturm

Blick vom Messeturm

Eine meiner Spezialitäten war, sogenannte Schmuckbilder zu machen. Dafür kennen mich heute noch viele Leser und Leserinnen des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Köln so zeigen, wie es ist, in seiner ganzen Bandbreite zwischen traumhaft schön und superhässlich, Stadt zwischen Dreck, Baustellen, Sunnesching un Rhing, feierfreudig und zu Tode betrübt, mit seinen wunderbaren Menschen. Ambivalenz in Bildern, möglichst mit Humor gesehen. Manchmal auch einfach schön. Der Schriftzug auf dem Messeturm hängt da ja schon lange nicht mehr, und eigentlich kam man auf den Turm auch nicht mehr hoch. Aber die Schrift von hinten und seitenverkehrt, das stellte ich mir super vor und habe es dann geschafft, hoch zu kommen. Ein Privileg, aber so konnten viele Kölner daran teilhaben, ohne je da gewesen zu sein. Und heute ist es ein historisches Bild.

Veronica Ferres

Veronica Ferres

Das Foto von Veronica Ferres entstand am 15. Januar 1997 im Hotel im Wasserturm. Es war ein Promo-Termin für die Komödie „Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ von Helmut Dietl. Während des Interviews durfte nicht fotografiert werden. Nach dem Gespräch hatte ich kaum Zeit, der Interview-Raum war mit Vorhängen abgedunkelt, und ich habe dann einen beiseitegezogen und die Ferres im Streiflicht des trüben Januarlichts fotografiert.

Sie war der aufgehende Stern des deutschen Kinos damals, hatte 1996 mit „Superweib“ reüssiert. Ich wollte halt unbedingt ein gutes Bild von ihr, also bin ich nah dran… Ich durfte das Bild nur unter Vorbehalt machen, denn eigentlich wollten die Filmproduzenten etc. ihre eigenen Rossini-Bilder und den entsprechenden Style abgedruckt haben. So ist es dann auch gekommen im Blatt. Weil ich das Bild aber sehr stark fand, habe ich weiter insistiert.

Irgendwann hat Frau Ferres mich dann angerufen (ich muss echt genervt haben!) und mit erklärt, das Bild könne man nicht drucken, weil „das ist ja so, als würden Sie in mich hinein gucken“. Ich habe geantwortet: „Aber ein größeres Kompliment können Sie mir ja gar nicht machen.“ Naja, in die Kampagne würde es ja auch nicht passen, meinte sie dann. Ich bekam aber die Erlaubnis, das Bild irgendwann mal für eine Ausstellung zu benutzen. Was ich dann vor zwei Jahren in Lippstadt auch gemacht habe.

Martina Goyert

Regenbogen über der Stadt

Regenbogen über der Stadt

Das Bild vom doppelten Regenbogen entstand im August 2014. Zum Glück war ich mit dem Rad in der Stadt unterwegs, als ich diesen außergewöhnlichen Regenbogen über mir entdeckte. Schnell überlegte ich, wo in der Nähe eine Brücke war und fuhr Richtung Mediapark. Von dort aus gelang mit diese Aufnahme in die Gladbacher Straße in Richtung Innenstadt. Schaut man genau hin, bemerkt man über dem Hauptbogen einen weiteren an der rechten Seite.

Tanzen zu Corona-Zeiten

Tanzen zu Corona-Zeiten

Tanzen auf der Uniwiese zu Corona-Zeiten im Sommer 2021. Die Klubkomm, der Verband der Kölner Klubs und Veranstalter, initiierte eine Tanzdemo. Dazu wurden Parzellen abgetrennt, in denen man tanzen durfte.

Olympiabeleuchtung an der Hohenzollernbrücke

Olympiabeleuchtung an der Hohenzollernbrücke

Bunt beleuchtet war die Hohenzollernbrücke im April 2026, am Abend des Bürgerentscheids über die Olympiabewerbung Köln-Rhein-Ruhr. Köln hat es an diesem Abend nicht geschafft, die einzelnen Bezirke auszuzählen, aber das Gesamtergebnis stand fest. Deswegen wurden die Bögen der Hohenzollernbrücke bunt beleuchtet wie Olympiaringe.

Thomas Banneyer

Corona-Ratssitzung

Corona-Ratssitzung

Das Corona-Bild ist vom 5. November 2020. Es war die erste Ratssitzung während der Pandemie. 

Der Dom im Winter

Der Dom im Winter

Den Dom mit Schnee habe ich im Januar 2021 aufgenommen. Wegen der frühmorgendlichen Lichtstimmung.

Beim Triathlon

Beim Triathlon

Das Bild ist beim Köln-Triathlon am 8. September 2024 entstanden. So viele Schwimmer sieht man nicht immer im Rhein.

Thilo Schmülgen

Fliehende Wasservögel bei den „Kölner Lichtern“

Fliehende Wasservögel bei den „Kölner Lichtern“

Als Fotograf zu den „Kölner Lichtern“ – ein vermeintlich dankbarer Job. Doch als Fotojournalist reichen nicht allein die spektakulären Bilder des Feuerwerks über dem Rhein, ich muss auch die problematischen Aspekte und Geschichten hinter dem Großevent fotografieren: Wie wird die Sicherheit der Besucher garantiert? Welche Folgen hat das Event für Klima und Umwelt? Wie reagieren Tiere am Wasser auf Lichter und Lärm? So entstand dieses Bild von fliehenden Wasservögeln, das auf den Social-Media-Kanälen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ in vielen Beiträgen kontrovers diskutiert wurde.

Eines der letzten Fotos von Gerhart Baum

Eines der letzten Fotos von Gerhart Baum

Im Dezember 2024 sollte ich den FDP-Politiker und früheren Bundesinnenminister für ein Interview des „Kölner Stadt-Anzeiger“-Kollegen Uli Kreikebaum fotografieren. Ich freute mich auf die Begegnung und besuchte Gerhart Baum in seiner Wohnung in der Kölner Südstadt. Wir hatten den Termin schon einmal verschoben, weil er sich am Vortag nicht wohl fühlte. Es fiel ihm nicht mehr leicht, sich für das Portrait im Wohnzimmer zu postieren, und ich beließ es bei einigen wenigen Auslösungen. Es war eines seiner letzten Fotos, Gerhart Baum verstarb knapp zwei Monate später im Alter von 92 Jahren.

Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ 2014

Demonstration „Hooligans gegen Salafisten“ 2014

Im Oktober 2014 demonstrierten Hooligans und Rechtsextreme aus ganz Deutschland unter dem Slogan „Hooligans gegen Salafisten“ in Köln. Die Demonstration auf dem Breslauer Platz endete in schweren Krawallen zwischen Demonstrierenden und der Polizei. Ich hatte mir einen erhöhten Standpunkt gesucht, um eine Übersicht über den Platz und die Menge zu fotografieren, als die Situation eskalierte und ein Polizeibus umgeworfen wurde.

Costa Belibasakis

Prinzenproklamation 2015

Prinzenproklamation 2015

2015 fotografierte ich meine erste Prinzenproklamation und war entsprechend aufgeregt. Wir warteten auf das traditionelle Gruppenfoto des Dreigestirns auf der Bühne, mit dem Publikum im Hintergrund. Jungfrau, Bauer und Prinz kamen mit etwas Abstand nacheinander auf die Bühne. Während der Prinz noch auf dem Weg dorthin war, schaute ich gerade auf meine Kamera und selektierte schon die ersten Bilder. Plötzlich: links, rechts, patsch, patsch, die Federn im Gesicht. Kamera hoch, zack. Das Foto war im Kasten. Die Perspektive mit 14 mm Brennweite war geplant. Zuvor hatte ich den Bauern aus derselben Position schon genauso gut getroffen. Dass beim Prinzen die Federn dann so perfekt lagen, war allerdings pures Glück.

KEC-Fan Kätchen

KEC-Fan Kätchen

2013 durfte ich Katharina „Kätchen“ Stein fotografieren, eine echte Institution bei den Kölner Haien. Jahrzehntelang gehörte sie zu den treuesten Anhängerinnen des KEC und war bei Fans und Spielern gleichermaßen bekannt. Für das Foto zog sie gerade den Vorhang zur Seite, um mir stolz die KölnerHaie-Flagge zu zeigen, die sie an ihrem Fenster angebracht hatte. Eine kleine Szene, die für mich sehr schön zeigt, wie sehr die Haie zu ihrem Leben gehörten.

Kollegen bei den Schull- un Veedelszöch

„Kollegen“ bei den Schull- un Veedelszöch

2023 fanden die Schull- un Veedelszöch nach längerer coronabedingter Pause endlich wieder statt. Die Stimmung war entsprechend großartig, wie man sieht, auch bei der Polizei. Am Zugweg liefen eine Mutter und ihr als Polizist verkleideter Sohn an zwei Polizisten vorbei. Der Kleine winkte ihnen ganz selbstverständlich zu, fast so, als würde er seine Kollegen grüßen. Die beiden winkten zurück. Ich war gerade in Eile und habe die Szene im Vorbeilaufen aus der Hüfte fotografiert. Solche Begegnungen kann man nicht planen und genau deshalb mag ich dieses Bild bis heute besonders gern.