Ein Antikriegsbündnis will in einem Demozug auch in Meerbusch protestieren, wo der Konzernchef von Rheinmetall wohnt.
Wohnort des Konzern-ChefsRheinmetall-Demozug in Meerbusch darf nur „20 Meter in die Gefahrenzone“

Nach einer Demo in Köln ist ein umstrittener Protestzug in Meerbusch geplant
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Ein umstrittener Protestzug des Aktionsbündnisses „Rheinmetall Entwaffnen“ darf am Donnerstag (28. August) in Meerbusch nicht bis zum privaten Wohnhaus des Rheinmetall-Konzernchefs ziehen.
Die rund 200 angemeldeten Teilnehmenden müssten bereits an der Kreuzung zu der Straße umdrehen, in der das Privathaus des Rüstungskonzern-Chefs Armin Papperger liegt, teilte ein Sprecher der Kölner Polizei auf dpa-Anfrage mit. Sie dürften bis zu der fraglichen Straße gehen, aber nicht in die Straße hinein.
Rheinmetall-Chef gilt als besonders gefährdet
Ein Großaufgebot der Polizei wird den Demonstrationszug am Wohnort von Rheinmetall-Chef Armin Papperger begleiten. Berichten aus dem vergangenen Jahr zufolge hatte Russland die Ermordung Pappergers geplant. US-Geheimdienste sollen von dem Mordkomplott erfahren und die deutsche Seite gewarnt haben. Der Kreml hatte ein solches Komplott bestritten.
Rheinmetall ist einer der wichtigsten Waffenlieferanten der Ukraine. Der deutsche Rüstungskonzern liefert dem Land Artilleriemunition, Flugabwehr und Panzer. Damit wehrt sich die Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg.
Rheinmetall-Demo darf nur „20 Meter in die Gefahrenzone“
Das Aktionsbündnis „Rheinmetall Entwaffnen“ wollte ursprünglich bis zum Privathaus des Konzernchefs ziehen. Eine Bündnissprecherin sagte nun der dpa, man dürfe lediglich „20 Meter in die Gefahrenzone“ hineingehen.
Auf die Veranstaltung in Meerbusch (Rhein-Kreis Neuss) bereitet sich die Polizei intensiv vor. Am Donnerstagnachmittag sollten mehrere Hundert Einsatzkräfte vor Ort sein. Gewalt oder unfriedliche Aktionen würden nicht geduldet, hieß es in einer Mitteilung. Bei Straftaten oder Verstößen gegen Auflagen werde man konsequent und frühzeitig einschreiten.
In Köln war ein Protestcamp des Protestbündnisses „Rheinmetall Entwaffnen“ im Grüngürtel vom 26. bis zum 30. August durch die Polizei und das Verwaltungsgericht verboten worden. Offenbar rechnet man mit ähnlicher Randale wie bei Kundgebungen in Kassel 2022 und in Kiel 2024. (jv/dpa)