Obwohl nicht besonders gläubig, plädiert Wolfgang Niedecken fürs Beten. Wichtig sei ihm Nächstenliebe.
BAP-FrontmannWolfgang Niedecken bezeichnet sich als „restkatholisch“

Wolfgang Niedecken in der Kölner Südstadt (Archivbild)
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Wolfgang Niedecken (75), Künstler und Frontmann der Band BAP, hält Beten für eine gute Übung. „Ich bin katholisch erzogen worden und ich bezeichne mich als restkatholisch und auch als hoffenden Agnostiker“, sagte Niedecken am Wochenende in der Sendung „Meine Playlist“ auf domradio.de.
„Wenn also mein agnostisches Beten darin besteht, dass ich manchmal abends den, so nenne ich ihn, ‚Chef‘ frage, dann ist das ehrlich.“ Das Beten lohne auf alle Fälle, unterstrich der Musiker. „Wenn du andächtig betest, lernst du dich selbst besser kennen.“
Kirchen als Meditationsräume
Ähnlich verhalte es sich mit einem Gang in die Kirche. „Das ist ein Raum der Meditation, in dem du auf andere Gedanken kommst als in deinem normalen Alltag“ so Niedecken. „Das ist schon gut und es tut mir gut.“
Dankbar zeigte sich der BAP-Frontmann für die christlichen Werte wie die Nächstenliebe, die ihm seine Eltern mitgegeben hätten. „Die beste Erziehung ist das, was man vorgelebt bekommt. Nächstenliebe funktioniert nicht einfach so, es geht um das Vorleben.“
Auf die Frage, was Gott wohl dereinst über ihn sagen könnte, antwortete Niedecken: „Der liebe Gott? Wenn der sagen würde ‚do bes ene Joode‘, wäre ich zufrieden.“
Niedecken warnt vor Populismus
Der weltweite Aufstieg von Populisten bereitet Niedecken große Sorgen. „Das ist furchterregend“, so der Musiker. Klassische Medien und Nachrichten zu vermeiden, kommt für ihn selbst nicht in Frage. Die Möglichkeiten, sich zu informieren, seien vorhanden. „Politische Zusammenhänge sind wichtig!“, so Niedecken.
Mit Blick auf die AfD und die Situation in Deutschland fügte Niedecken hinzu: „Ich hätte jetzt zunächst mal die Angst, dass die Medien so eingeschränkt werden, dass sie komplett kontrolliert werden. Das wäre wahrscheinlich das Erste, was passieren wird.“
Er befürchte, dass in der Folge die Lage eskalieren könnte, sagte Niedecken. „Die AfD möchte den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch abschaffen, dann käme die nächste Stufe und dann natürlich auch irgendwann eine, bei der sich Leute gewaltsam dagegen wehren. Was dazu führen kann, dass sie vielleicht gewaltsam zurückgeschlagen werden. Das schaukelt sich dann so hoch, dass man schauen muss, diese erste Hürde nicht zu überspringen.“ (kna)
