Die behördlichen Abnahmen der Baustelle verzögern sich – und damit auch die Übernahme durch die Althoff-Gruppe als Betreiber
Baustelle am RoncalliplatzKölner Dom-Hotel wird in diesem Jahr wohl nicht mehr eröffnen

Vor dem Dom-Hotel wird ein Bodenbelag entfernt und der Bauzaun weiter abgebaut.
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Auf den ersten Blick wirkt das Dom-Hotel am Roncalliplatz, als könne der Hotelbetrieb hier ziemlich bald losgehen: Seit gut zwei Monaten ist das renovierte Traditionshaus – tatsächlich weitgehend ein Neubau hinter der erhaltenen historischen Fassade – von seinen Bauzäunen teilweise befreit, die ersten Geschäfte sind eingezogen, die Baucontainer zu großen Teilen abgebaut. Doch tatsächlich wird sich die Eröffnung, die zuletzt für Ende 2026 angekündigt war, weiter verschieben, mutmaßlich bis ins Jahr 2027:
Die baubehördlichen Abnahmen seien nun im dritten Quartal dieses Jahres eingeplant, teilte der Eigentümer und Bauherr des Hauses, die Bayerische Versorgungskammer (BVK) am Dienstag mit. Nach dem bisherigen Zeitplan sollten diese Abnahmen bereits abgeschlossen sein. „Die Fertigstellung der noch ausstehenden Restleistungen sowie die Beseitigung der Mängel in den haustechnischen Gewerken, die für die baubehördliche Abnahme erforderlich sind, haben sich verzögert“, sagte ein Sprecher der BVK. Dadurch habe die Bauabnahme nicht wie geplant erfolgen können.
In der Stadt kursierende Informationen über einen – inzwischen behobenen – größeren Wasserschaden in einer bereits komplett eingerichteten Etage sowie über Probleme mit der Elektrik wollte der BVK-Sprecher nicht kommentieren. Doch wie geht es nun weiter? An die behördliche Abnahme „schließt sich der Probebetrieb des Gebäudes an, ebenso wie die offizielle Übergabe an Althoff Hotels“, so die BVK – keine neue Aussage, sondern so auch bei den vorherigen Verschiebungen kommuniziert. Die Eröffnung hänge im Wesentlichen davon ab, ob sich aus den Abnahmen noch Mängelabarbeitungen ergeben. „Eine zeitliche Abschätzung können wir hierzu derzeit nicht vornehmen.
Die Eröffnung sehen wir aber nicht mehr in diesem Jahr“, sagte der Sprecher der Versorgungskammer. Ursprünglich sollte das Fünf-Sterne-Hotel bereits 2025 eröffnet werden. Die Kölner Althoff-Gruppe, die erst zur Übernahme des fertigen Hauses den Großteil des Hotelpersonals rekrutieren kann, braucht anschließend einen etwa sechsmonatigen Probebetrieb zur Einarbeitung der Mitarbeiter und zur Inbetriebnahme des gesamten Hotels. Unterdessen haben sich weitere Mieter für die Geschäftsräume in den Erdgeschossen des Hotelkomplexes gefunden: Der Kölner Juwelier Gadebusch wird zum Jahreswechsel im Dom-Hotel zum Roncalli-Platz hin eine Rolex-Boutique eröffnen. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Das Geschäft wird 220 Quadratmeter groß sein. Links vom Hotel-Haupteingang wurde bereits vor Monaten eine große Niederlassung des Edelkoffer-Herstellers Rimowa eröffnet. In das große Ladenlokal rechts vom Eingang wird die Modemarke Gucci einziehen, wie schon im März 2025 angekündigt wurde.
„Die Boutique wird ohne vorherige Terminvereinbarung zugänglich sein und bietet damit bewusst Spontanbesuche für Kundinnen und Kunden aus Köln, der Region sowie für die zahlreichen Gäste der Domstadt an“, sagte Gadebusch-Geschäftsführerin Antonija Marić. Frank Marrenbach, CEO bei der Althoff-Gruppe, sagte: „Die Wiedereröffnung des Dom-Hotels ist eng mit der Entwicklung des gesamten Quartiers verbunden. Dass das Familienunternehmen Gadebusch Teil dieses neuen Kapitels wird, unterstreicht die Bedeutung dieses hochwertigen Retail-Umfeldes für die Stadt Köln.“ Gadebusch ist seit 1947 in Köln ansässig, neben dem Stammhaus an der Breite Straße führt das Unternehmen auch die Tudor Boutique am Wallrafplatz und das Gadoro Stilreich an der Mittelstraße. Im Dom-Hotel-Komplex sind bereits die Marken Louis Vuitton, Longchamp und Swarovski vertreten.

