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150 aus 150Josef Frings war Erzbischof von Köln

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Josef Frings war von 1942 bis 1969 Erzbischof von Köln.

Josef Frings war von 1942 bis 1969 Erzbischof von Köln.

Dank seiner Volkstümlichkeit, seines rheinischen Dialekts und seines Humors war der Erzbischof in der Bevölkerung beliebt.

Zum 150. Geburtstag des Kölner Stadt-Anzeiger stellen wir jeden Tag eine bedeutende Kölner Persönlichkeit vor. Im 89. Teil der Serie geht es um den Erzbischof Josef Frings.

Bedeutung

Wenige Kölner Erzbischöfe waren in der Bevölkerung beliebt – Josef Frings mit seiner Volkstümlichkeit, seinem rheinischen Dialekt und seinem Humor war eine Ausnahme. Überraschend wählte das Domkapitel den unbekannten Leiter des Bensberger Priesterseminars und promovierten Theologen 1942 zum Erzbischof. In dieser Funktion trat er für Verfolgte des NS-Regimes ein. 1945 bestimmten ihn die deutschen Bischöfe zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz, ein Jahr später folgte die Ernennung zum Kardinal.


Josef Frings

Geboren: 6. Februar 1887 in Neuss

Gestorben: 17. Dezember 1978 in Köln


In der Silvesterpredigt 1946 rechtfertigte Frings angesichts des strengen Winters Selbsthilfe im Notfall. Die Kölner nannten fortan Kohlenklau „fringsen“. Frings setzte sich 1946 für die Freilassung der deutschen Kriegsgefangenen in England ein. Die 700-Jahr-Feier der Grundsteinlegung des Doms inszenierte er 1948 als katholische Massendemonstration mit internationaler Beteiligung. 1949 plädierte er für Arbeitnehmermitbestimmung in den Betrieben. Zu seinen großen Leistungen gehörten die Partnerschaft mit dem Erzbistum Tokio, die Laienmitarbeit sowie die Gründung der Hilfswerke Misereor und Adveniat.

Beim Zweiten Vatikanischen Konzil 1962 bis 1965 in Rom gehörte er dem Präsidium an. Er war offen für Reformen, war aber nicht mit allen Neuerungen einverstanden. Ein Augenleiden zwang ihn 1965 zur Amtsaufgabe bei der Bischofskonferenz. 1968 führte Frings als erster Bischof die Weihe von verheirateten Männern zu Diakonen ein. Aber ihn beunruhigten die Umbrüche in der Kirche, so dass er – vollends erblindet – den Papst 1969 um Entpflichtung als Erzbischof bat.

Wirken in Köln

1910 zum Priester geweiht, hatte Frings seine erste Kaplanstelle in Zollstock. 1915 bis 1922 war er Pfarrrektor in Fühlingen und ab 1924 für 13 Jahre Pfarrer in Braunsfeld.

Bemerkenswert

Frings war Protektor der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft und hörte allabendlich klassische Musik.

Spuren in der Stadt

An Frings erinnern eine Straße in der Altstadt-Nord, ein Denkmal am Laurenzplatz und eine Figur am Rathausturm. Als einzigen der 95 Erzbischöfe ernannte die Stadt ihn 1967 zum Ehrenbürger. Sein Nachlass wird im Historischen Archiv des Erzbistums aufbewahrt.


Der Autor der 150 Kölner Persönlichkeiten ist Dr. Ulrich S. Soénius. Der Historiker und Direktor der Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv zu Köln (RWWA) hat als Mitherausgeber des Kölner Personenlexikons (2008) über 630 Biographien für das Standardwerk zur Kölner Geschichte verfasst.