Das Erzbistum Köln profitiert von Steuereinnahmen auf Vor-Corona-Niveau. Für die umstrittene Hochschule des Erzbistums wurde weniger Geld ausgegeben als geplant.
Steigende EinnahmenErzbistum Köln erwirtschaftet Überschuss von 15,6 Millionen Euro

Gordon Sobbeck ist Ökonom des Erzbistums Köln. Er stellt den Finanzbericht vor, aus dem die Einnahmen hervorgehen. (Archivbild)
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Das Erzbistum Köln hat 2025 einen Überschuss von 15,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Das sei zum Großteil auf Mehreinnahmen durch die Kirchensteuer zurückzuführen, sagte der Ökonom des Erzbistums Köln, Gordon Sobbeck, bei der Vorstellung des Finanzberichts 2025 am Dienstag in Köln. Die Kirchensteuereinnahmen stiegen demnach um rund 2,7 Prozent oder 18,3 Millionen Euro auf 684,4 Millionen Euro.
„Die Kirchensteuer ist und bleibt die dominante Einnahmeart des Erzbistums“, so Sobbeck. Die Einnahmen des vergangenen Jahres hätten in etwa auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahrs 2019 gelegen. Durch Inflation habe im selben Zeitraum zugleich die Kaufkraft um rund 15 Prozent abgenommen. Für das laufende Jahr liegen die Kirchensteuerzahlen laut Sobbeck bislang auf etwa demselben Niveau wie im Vorjahr.
Neuer Kita-Träger „Katholino“ schafft Einsparungen
Insgesamt stehen Aufwendungen von etwa 1,038 Milliarden Euro Erträge von rund 1,054 Milliarden Euro gegenüber. Die Bilanzsumme des Erzbistums ist laut Finanzbericht zum 31. Dezember auf rund 4,5 Milliarden Euro gestiegen.

Zu den „Katholino“-Kindertagesstätten im Erzbistum Köln gehört auch die Kita St. Maternus in Rodenkirchen. (Archivbild)
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Erste Einsparungen in der Verwaltung habe die Gründung des neuen Kita-Trägers „Katholino“ zum 1. August 2025 gebracht. Nach und nach soll der Träger die Verwaltung aller Kindertagesstätten im Erzbistum übernehmen. Damit seien Einsparungen von jährlich rund 20 Millionen Euro verbunden, so Sobbeck. Der wirtschaftliche Rahmenplan sieht bis 2030 weitere Einsparungen von rund 80 Millionen Euro vor.
Weniger Personal, weniger Gebäude: Erzbistum Köln will sparen
Sobbeck wirft den Blick auch schon auf den Zeitraum bis 2035. Bis dahin erwartet der Ökonom einen massiven Verlust der Wirtschaftskraft, auch durch dann voraussichtlich sinkende Kirchensteuereinnahmen. Die Verwaltungskosten müssten daher in einer Größenordnung von bis zu 30 Prozent gesenkt werden; dazu zähle „selbstverständlich auch die Reduzierung von Personalkosten“. Zugleich machte er klar: „Betriebsbedingte Kündigungen sind für uns kein Thema.“ Vielmehr könnte bei der Neubesetzung von durch Verrentung frei werdenden Stellen gespart werden.
Ebenfalls möchte das Erzbistum bis 2035 die Zahl der kirchlichen Gebäude um rund ein Drittel verringern. Auf dem Prüfstand stünden „alle Objekte, aber die Kirchen haben einen besonderen Status“, sagte Sobbeck. In erster Linie gehe es um Gemeinde- und Pfarrhäuser sowie Gebäude, die ertragswirtschaftlich genutzt werden, sich aber nicht mehr selbst tragen. Kirchen sollten wie bisher nur in Einzelfällen aufgegeben werden.
Erzbistum zahlt 2,1 Millionen für umstrittene Hochschule
Im vergangenen Jahr flossen rund 249 Millionen Euro in die pastoralen Einheiten des Erzbistums sowie weitere 85 Millionen Euro in andere pastorale Aufgaben wie Jugend- und Erwachsenenpastoral, geistliche Begleitung und internationale Gemeinden; 63 Millionen Euro kamen der Caritas zugute.
112 Millionen Euro gab das Erzbistum für Kitas, Schulen und Hochschulen. In die umstrittene Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) flossen davon rund 2,1 Millionen Euro und damit etwas weniger als die ursprünglich veranschlagten 2,2 Millionen Euro. Die Aufwendungen für die Hochschule setzten sich aus 1,7 Millionen Euro an Kirchensteuermitteln und 350.000 Euro aus Stiftungsvermögen zusammen. (kna)
