Der Kölner Dom hat 2025 einen Millionengewinn verbucht – ohne das später eingeführte Eintrittsgeld. Auch das Erzbistum Köln legt gute Zahlen vor.
MillionenüberschussKölner Dom machte 2025 auch ohne Eintrittsgeld Gewinn

Der Kölner Dom zeichnet sich als Silhouette vor der untergehenden Sonne ab.
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Die Finanzlage des Kölner Doms war vor der Einführung des Eintrittsgelds am 1. Juli 2026 besser als bekannt. Am Dienstag veröffentlichte das Erzbistum Köln neben seiner eigenen Bilanz auch den Finanzbericht 2025 der Hohen Domkirche. Demnach sind die Ausgaben für den Unterhalt des Kölner Doms im vergangenen Jahr zwar um rund 821.000 Euro auf 14,9 Millionen Euro gestiegen (plus 5,8 Prozent). Doch die Einnahmen legten noch stärker zu. Sie wuchsen um knapp 2,1 Millionen Euro auf 15,9 Millionen Euro – ein Plus von 14,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Unter dem Strich erwirtschaftete der Kölner Dom einen Überschuss in Höhe von 990.528,80 Euro. Dieser Betrag wurde vollständig in die Ausgleichsrücklage eingestellt. Im Jahr 2024 hatte der Dom noch ein Minus von rund 240.000 Euro verbucht, das durch eine Entnahme aus der Rücklage gedeckt werden musste.
Die Einführung einer „touristischen Besichtigungsgebühr“ für den Dom hatte das Metropolitankapitel im März mit unzureichenden Finanzmitteln angesichts stark gestiegener Unterhaltskosten für den Dom in Höhe von rund 44.000 Euro pro Tag begründet. Dompropst Guido Assmann bezeichnete das Eintrittsgeld seinerzeit als „alternativlos, wenn wir die Pflege, den Schutz und den laufenden Betrieb des Doms in bewährter Weise fortführen möchten“. Die Rücklagen, aus denen man die Defizite jahrelang ausgeglichen habe, seien erschöpft, hieß es.
Kölner Domkapitel verteidigt Besichtigungsgebühr
Laut dem Finanzbericht 2025 verfügte der Dom Ende vergangenen Jahres jedoch über Eigenkapital in Höhe von 8,2 Millionen Euro (Vorjahr: 7,2 Millionen Euro). Dem standen Verbindlichkeiten in Höhe von 3,4 Millionen Euro gegenüber (Vorjahr: 3,6 Millionen Euro). Die Ausgleichsrücklage wuchs Ende 2025 auf 2,8 Millionen Euro an.
Trotz der guten Bilanz verteidigt das Domkapitel die Einführung der Besichtigungsgebühr. Dompropst Assmann sagte unserer Redaktion: „Wir haben auf die angespannte Finanzlage am Kölner Dom reagiert, und unsere Maßnahmen haben Wirkung gezeigt.“ Nach dem negativen Ergebnis 2024 habe man „die Eintrittspreise für Turm und Schatzkammer erhöht, bei Konzerten häufiger Eintritt erhoben, die Zugänge zum Dom in den Randzeiten gebündelt und zusätzliche Möglichkeiten für Spenden geschaffen“. Zudem habe man frei gewordene Stellen in der Dombauhütte nicht nachbesetzt, die Zahl der Beschäftigten sei von 100 auf 85 gesunken.
Kölner Dom konnte seine Erträge 2025 steigern
Wie hoch die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern sind, hat das Domkapitel bislang nicht transparent gemacht. Bekannt ist nur, dass am 1. Juli rund 22.000 Euro eingenommen wurden. Genaue Zahlen will das Domkapital erst Anfang 2027 vorlegen.
Assmann betont, das gute Ergebnis 2025 sei „eine Entlastung, aber noch keine dauerhaft gesicherte Finanzierung. Die laufenden Sanierungs-, Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen am Dom müssen fortgeführt werden. Auch die Dombauhütte selbst benötigt Investitionen.“ Allein für die Sanierung der Werkstattgebäude aus den 1970er-Jahren und der technischen Anlagen rechne man mit Kosten im siebenstelligen Bereich. „Deshalb war die Einführung der Besichtigungsgebühr trotz des positiven Ergebnisses von 2025 zwingend notwendig“, unterstreicht Assmann. „Sie soll eine verlässliche Einnahmequelle schaffen, damit wir den Dom langfristig erhalten und als Gotteshaus offenhalten können.“
Auf der Einnahmenseite konnte der Dom die Erträge aus der Besichtigung von Turm und Schatzkammer auf 3,2 Millionen Euro steigern (Vorjahr: 2,6 Millionen). Spenden und Kollekten ergaben 1,5 Millionen Euro (Vorjahr: 1,3 Millionen). Die Beteiligung am geplatzten Bauprojekt „Historische Mitte Köln“ wurde laut Finanzbericht „im Jahr 2025 vollständig wertberichtigt und bis auf einen Erinnerungswert abgeschrieben“.
Erzbistum Köln nimmt mehr Kirchensteuer ein
Auch das Erzbistum Köln legte gute Zahlen vor. Stark gestiegene Kirchensteuereinnahmen sorgten im vergangenen Jahr für einen Überschuss von 15,6 Millionen Euro. Obwohl die Zahl der Mitglieder um knapp 50.000 auf 1,578 Millionen zurückging (minus drei Prozent), stiegen die Erträge aus Kirchensteuern um 18,3 Millionen Euro auf 684,4 Millionen Euro (plus 2,7 Prozent). Damit nahm das Erzbistum im Schnitt pro Katholik 427,05 Euro Kirchensteuer ein. 2024 waren es durchschnittlich 402,96 Euro, im Jahr davor 383,21 Euro.
Die Einnahmen aus der Kirchensteuer hätten 2025 in etwa auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahrs 2019 gelegen, sagte der Ökonom des Erzbistums Köln, Gordon Sobbeck, bei der Vorstellung des Finanzberichts 2025. Durch Inflation habe jedoch im selben Zeitraum die Kaufkraft um rund 15 Prozent abgenommen. Für die höheren Kirchensteuererträge gibt es laut Sobbeck vor allem zwei Gründe: „Zum einen haben Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst und in anderen Branchen die Lohn- und Einkommensteuer und damit auch die Kirchensteuer angehoben. Zum anderen hat die letzte Abrechnung des Kirchensteuer-Clearingverfahrens gezeigt, dass wir etwas weniger von der vereinnahmten Kirchenlohnsteuer weiterleiten müssen als zuvor geplant.“
Insgesamt verbuchte das Erzbistum im vergangenen Jahr Erträge von rund 1,054 Milliarden Euro. Dem standen Aufwendungen von 1,038 Milliarden Euro entgegen. Die Bilanzsumme erhöhte sich laut Finanzbericht um 2,5 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Sein Vermögen hat das Erzbistum größtenteils in Wertpapieren mit einem Gesamtwert von 3,4 Milliarden Euro angelegt. Hinzu kommt das Immobilienvermögen im Wert von 670,0 Millionen Euro.
Überschuss des Erzbistums Köln kam durch Einmaleffekte zustande
Der Jahresüberschuss 2025 sei nicht der Beginn einer nachhaltigen Erholung, betonte Sobbeck. Im laufenden Jahr 2026 trete das Kirchensteueraufkommen auf der Stelle. „Die reale Finanzkraft des Erzbistums hat in den vergangenen Jahren bereits abgenommen und wird bei stabilen nominalen Kirchsteuererträgen weiter sinken“, erklärte der Finanzchef des Erzbistums. Der Überschuss sei zwar erfreulich, „aber nur begrenzt aussagekräftig“, da er durch verschiedene Einmaleffekte, wie die Bewertung von Rückstellungen und den Verkauf einer Beteiligung, geprägt worden sei. „Lässt man diese Effekte außer Acht, bewegen sich die Ergebnisse des Erzbistums um eine rote Null.“ Vor dem Hintergrund steigender Ausgaben würden „Konsolidierung und Priorisierung“ zentrale Themen der kommenden Jahre bleiben.
Erste Einsparungen hat laut Sobbeck die Gründung des neuen Kita-Trägers Katholino zum 1. August 2025 gebracht. Er soll sukzessive die Verwaltung aller Kindertagesstätten im Erzbistum übernehmen. Damit will das Erzbistum jährlich rund 20 Millionen Euro einsparen. Rund 249 Millionen Euro flossen in die pastoralen Einheiten des Erzbistums, 63 Millionen Euro kamen der Caritas zugute. 112 Millionen Euro gab das Erzbistum für Kitas, Schulen und Hochschulen aus. In die umstrittene Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) flossen davon rund 2,1 Millionen Euro und damit etwas weniger als die ursprünglich veranschlagten 2,2 Millionen Euro. Die Aufwendungen für die Hochschule setzten sich aus 1,7 Millionen Euro an Kirchensteuermitteln und 350.000 Euro aus Stiftungsvermögen zusammen. (mit KNA)